Heimatgeschichte in Fahretoft : Wieder Leben im Haus des großen Friesen

Helmut Sydow und Friede Springer enthüllten den Findling. Rechts daneben beobachtet Hans Werner Paulsen das Prozedere.
Helmut Sydow und Friede Springer enthüllten den Findling. Rechts daneben beobachtet Hans Werner Paulsen das Prozedere.

Das restaurierte Hans-Momsen-Museum wurde feierlich eingeweiht. Mit ihrem Engagement heimsten die Initiatoren viel Lob ein.

shz.de von
14. Juli 2015, 11:30 Uhr

Es war ein langer, steiniger Weg, doch jetzt ist es geschafft. Gemeindepastorin Antje Iser-Asmussen brachte es auf den Punkt: Auf diesen festlichen Tag sei lange hingearbeitet worden, denn nun werde es eingeweiht – das Hans-Momsen-Haus. In der Fahretofter St.-Laurentius-Kirche ging der Einweihung des Museums ein festlicher Gottesdienst voraus.

Mit der Erhaltung und Restaurierung des einstigen Wohnhauses auf der Cer Gabrielswarft gedenken die Hans-Momsen-Gesellschaft und die Nordfriesen eines ihrer berühmten Söhne – des friesischen Landmessers und Mathematikers Hans Momsen (1735 bis 1811). Die 2007 gegründete Gesellschaft beließ es nicht nur bei der Erforschung von Leben und Werk, sondern kümmerte sich auch um das noch erhaltene Domizil des pfiffigen Allrounders und Multitalents.

Treibende Kraft des Projektes Momsen-Haus ist der Vorsitzende der Gesellschaft, Hans Werner Paulsen, über den der Landtagsabgeordnete Lars Harms (SSW) sagte: „Fahretoft hatte einst einen großen Sohn – jetzt hat das Dorf einen zweiten.“ Pastorin Iser-Asmussen schilderte Hans Momsen als einen, der früh aufstand, der fleißig war, fromm und frei. „Was er wohl sagen würde über die Leute, die sich um sein Haus kümmern?“, fragte Dr. Ocke Hans Momsen, mehrfacher Ur-Enkel des großen Friesen – und meinte damit vor allem Paulsens Einsatz. Der Initiator ließ sich viel einfallen, um das nötige Geld für die Restaurierung zu besorgen. Neben einem enormen Maß an Eigenleistung knüpfte er Kontakte zu
Dr. Friede Springer, die der Bauherrin finanziell unter die Arme griff. 124.150 Euro spendete die Verlegerwitwe, 152.000 Euro gab es an EU-Fördermitteln. Stellvertretend für die vielen Helfer nannte Momsen Melf Paulsen.

Auch Harms lobte die großartige Leistung, durch die das Haus zum Leben erweckt werde. Von Siegfried Puschmann, dem stellvertretenden Kreispräsidenten, klang es fast wie eine Entschuldigung, dass sich der klamme Kreis finanziell nicht beteiligte. Gleichwohl meinte er, Hans Momsen wäre stolz, heute dabei gewesen zu sein. Friesenratspräsidentin Ilse-Johanna Christiansen an Dr. Friede Springer: „Wer Geld ausgibt, hat ein Anrecht darauf zu wissen, was damit geschieht.“ „Hoot af – alle Achtung!“, lobte auch Dagebülls Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen.

Nach dem Festakt in der Kirche folgte die Einweihung des Hauses. Vor dessen Westgiebel enthüllten Dr. Friede Springer und Dr. Helmut Sydow, früherer Wissenschaftlicher Direktor aus der Kieler Staatskanzlei, einen Findling mit der Inschrift „Hans Momsen Haus“. Danach hieß es „hereinspaziert“ zur Besichtigung des schon weitgehend eingerichteten Inneren des Hauses. Auch war Gelegenheit, auf dem dorfhistorischen Wanderweg an Stationen wie dem „Schafstall“ und dem „Backhaus“ halt zu machen und im nahen Jens-J.-Lützen-Haus Heimatgeschichte zu erleben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen