zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

22. Oktober 2017 | 12:20 Uhr

Wie Weihnachten im Hochsommer

vom

Fast alle 568 Beschäftigen der Husumer Werkstätten wirkten am Sport- und Spieletag in der Julius-Leber-Kaserne mit

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Husum | Seltenes Szenario auf einem Sportplatz: Wo sonst die militärische Fitness gestählt wird, standen gestern Gummistiefel-Weitwurf, Dosenwerfen und Kartoffel-Zielkullern, aber auch leichtathletische Disziplinen wie Kugelstoßen und 100-Meter-Lauf auf dem Plan. Ein Fußballturnier rundete den Sport- und Spieletag ab. Und natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.

"So eine Veranstaltung gemeinsam mit der Bundeswehr ist schon äußerst selten", sagt Okke Peters, Leiter der Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM). In Husum hat speziell dies allerdings schon Tradition. Zum zwölften Mal folgten die WfbM-Beschäftigten einer Einladung der Flugabwehrraketengruppe 26, wobei sie sich diesmal auf dem Sportplatz der Julius-Leber-Kaserne trafen, da das Sportareal der Fliegerhorst-Kaserne derzeit noch saniert wird.

"So gut wie alle unsere 568 Beschäftigten sind heute hier, aber auch die rund 150 Mitarbeiter. Alle freuen sich darauf wie auf die Urlaubs- oder Weihnachtszeit. Der Tag hat einen sehr hohen Stellenwert", berichtet Okke Peters. Dankbar ist der Einrichtungsleiter, für den der Sport- und Spieletag eine Premiere ist, da er sein Amt erst kürzlich von Vorgänger Truels Hansen übernommen hat, für die Hilfe des Kooperationspartners: "Allein die Vorbereitungen und die Aufbauarbeiten sind sehr aufwändig. Es ist enorm, wie viel Zeit uns die Bundeswehr hier widmet."

"Für mich gehört dieser Tag zu den wichtigsten Veranstaltungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit", sagt auch Oberstleutnant Uwe Fehr, Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 26. Die Veranstaltung helfe beiden Seiten, eine eventuelle Scheu abzubauen. "Manch einer hat aufgrund seiner Erfahrungen aus diesen Tagen nach der militärischen Laufbahn einen Pflegeberuf ergriffen", macht Fehr deutlich.

Obwohl viele seiner Soldaten gerade in der Türkei Dienst tun, sei eine Absage des Festes nicht in Frage gekommen. "Als Höhepunkt am letzten Mittwoch der Sommerferien ist der Sport- und Spieletag fester Bestandteil der Jahresplanung - so wie Heiligabend immer auf den 24. Dezember fällt".

Fehrs Dank galt besonders den Mitarbeitern der Ausbildungswerkstatt - mit 128 Azubis immerhin der größte Ausbildungsbetrieb an der Westküste. Die angehenden Elektroniker für Geräte und Systeme oder Fluggeräte-Mechaniker hatten sich die Spiele nicht nur ausgedacht, sondern sie auch gebaut und die Stationen betreut - an der Seite ihrer Ausbilder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen