Noch Vorschläge gesucht : Wie sieht Breklums Zukunft aus?

Aufgeteilt in fünf Themengruppen legten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung los und  schrieben  Stichworte auf Tafeln.
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Aufgeteilt in fünf Themengruppen legten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung los und schrieben Stichworte auf Tafeln.

Die Gemeinde bezieht ihre Einwohner in den Gestaltungs-Prozess mit ein. Bei einer Bürgerwerkstatt werden Vorschläge erarbeitet. Zur Auftaktveranstaltung begrüßte Bürgermeister Heinrich Bahnsen 34 Teilnehmer. Aber er wünscht sich noch mehr Aktive.

shz.de von
05. Juni 2014, 17:00 Uhr

Nach dem Volksmund ist das Leben kein Wunschkonzert. Doch in Breklum dürfen – ja, sollen – die Bürger Wünsche äußern, was die Gestaltung ihrer Gemeinde und damit mehr Lebensqualität betrifft. Die Vorschläge werden in Gruppen detailliert erarbeitet und in Prioritätenlisten zusammengefasst. Was dann unter Ausschöpfung von Fördertöpfen möglich ist, darüber berät dann die Gemeindevertretung.

Bürgermeister Heinrich Bahnsen begrüßte 34 Einwohner zu einem Treffen unter dem Motto „Bürgerwerkstatt Breklum Agenda 2020“ im Gasthof Herrngabe. „Wir haben im Gemeinderat beschlossen, dass wir unsere Bürger an der künftigen Ortsentwicklung aktiv beteiligen wollen. Jeder ist willkommen, mitzumachen“, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Dazu war professionelle Hilfe mit ins Boot geholt worden. Elke Kirchner aus Husum, ihres Zeichens Conselor Fachrichtung Supervision, übernahm die Moderation.

Aufgeteilt in fünf Themengruppen legten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung los und schrieben Stichworte auf vorbereitete Tafeln. Vorgegebene Themen waren soziale Infrastruktur (Thema Mensch von A bis Z), Wege (Straße, Rad-, Fuß-, Reitwege u. a.), Bau (bauliche Entwicklung, Wohnen, Gewerbe), Lebensqualität (was wünsche ich mir im Dorf?) sowie der „Wunschzettel“ (die Gedanken sind frei).

Das Konzept der Fachfrau ging auf. Rasch entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch. Immer neue Ideen brachten die Bürger ein und fanden gemeinsam Formulierungen. Die Akteure der Gruppen, die sich spontan zusammengefundenen hatten, wechselten jeweils nach Anweisung der Moderatorin von Tafel zu Tafel, so dass sich jeder mit allen Themen auseinander setzen musste.

Aus den vielen Ideen fasste Kirchner mit Hilfe der Teilnehmer Begriffe konkreter zusammen. Begeistert sagte sie: „Ich finde das klasse, wie Sie mitgearbeitet haben. Ich werde das nun auswerten und das Ergebnis dem Bürgermeister mitteilen.“ Für sie selbst sei das auch eine Premiere gewesen.

Einige der wichtigsten Wünsche der Bürger waren: der Ruf nach einem barrierefreien, seniorengerechten, kinderfreundlichen Ort, die Einrichtung eines Seniorenbeirates, eines Bürgerfonds und eines Familien- und Ärztezentrums. Ferner regten sie die Anschaffung eines Bürgerbusses und den Ausbau von Neu- und Gewerbegebieten an. Der kirchliche Kindergarten sollte einen Anbau erhalten, die Kirchenstraße ausgebaut werden. Die historischen Wanderwege und das Kernwegenetz sollte erweitert und die B 5 verkehrsberuhigt werden – zu viele Raser und Brummis seien unterwegs. Die Bürger wünschen sich mehr Spielstraßen, eine Rodelbahn und mehr Grünes entlang der Rad- und Gehwege. Mehr Angebote im Wellness-Bereich würden außerdem die Lebensqualität anheben.

Noch in diesem Monat wird es ein weiteres Treffen geben, danach drei weitere. Bis Mitte September sollen die endgültigen Ergebnisse intern und im November in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden. „Wir werden dazu auch alle Kita-Leiterinnen, Vertreter der Schule, des Jugendzentrums, aller Vereine und der Kirche einladen“, so der Bürgermeister. Er wünscht sich auf jeden Fall noch mehr Bürgerbeteiligung. Jeder Breklumer kann sich in eine der fünf Arbeitsgruppen mit einbringen.

Das Projekt soll auch auf der Homepage der Gemeinde vorgestellt werden. Info: www.breklum.de oder unter Telefon 04671/3678 (Bahnsen).

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