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Schäden am Wahrzeichen : Wie lange hält die Blaue Brücke noch?

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

An einem der Wahrzeichen Friedrichstadts, der Blauen Brücke, wurden schwere Korrosionsschäden festgestellt. Das wurde durch eine Anfrage eines Kommunalpolitikers im Bauausschuss bekannt.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 21:00 Uhr

Auf die Stadt mit ihren 18 Brücken werden wohl unerwartet erhebliche Kosten zukommen. Darüber informierte Ernst-Otto Huß vom Bürgerverein in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege im Saal des Rathauses. Nicht auf der Tagesordnung stand das Thema Brücken, aber Huß hielt seine dieser Tage gemachte Entdeckung für so gravierend, dass er seine Kollegen informieren wollte. Fotos belegen, dass die Winden in der Blauen Brücke, die über den Westersielzug führt, derart marode sind, dass die Gefahr besteht, dass die stählernen Tragbalken herabstürzen könnten.

Gegenwärtig wird das Bauwerk neu gemalt, beziehungsweise erhält einen Korrosionsschutz. Dafür wurden auch die hölzernen Bohlen des Brückenbelags entfernt. Huß, der die Brücke häufig nutzt, da er in Seebüll wohnt, staunte nicht schlecht, als er einen Blick auf die Technik warf. „Die Winden und die Drahtseile sind derart gegammelt, da muss man ja Angst haben, die Brücke zu benutzen“, sagte er. Und er bezweifelt, dass diese Schäden innerhalb von nur einem Jahr aufgetreten sein können. „Es muss doch ein Brückenbuch geben, da müssten diese Schäden doch aufgelistet sein“, sagte er in der Sitzung. Allerdings konnte ihm niemand Auskunft geben, auch nicht der Vertreter des Amtes Nordsee-Treene, der das Protokoll führte. Huß selbst ist skeptisch, denn schließlich hat er schon einmal schlechte Erfahrungen wegen eines Brückenbucbes gemacht. Sieben Jahre lang habe ein solches Buch bei einem Ingenieur gelegen, das spreche Bände, so der Kommunalpolitiker. Dringend, so sein Appell an den Ausschuss und den anwesenden Bürgermeister Eggert Vogt, müsse da etwas getan werden. Auf alle Fälle sollte künftig im Winter darauf verzichtet werden, den Brückenbelag mit Salz zu streuen, es sollte festgelegt werden, dass nur Granulat zum Einsatz komme. Wenn dies nicht reiche, dann müsse eben notfalls die Fußgängerbrücke im Winter bei Schnee und Eis gesperrt werden.

Neben der Blauen Brücke befasste sich das Gremium laut Tagesordnung aber schwerpunktmäßig mit dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 21 für das Gebiet nördlich des Stapelholmer Platzes, östlich der Straße Großer Garten und westlich des Kindergartens, das Gelände der ehemaligen Gaststätte Großer Garten. Dort wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt, nämlich für ein Seniorenheim und zwei zusätzlich einzeln stehende Gebäudekomplexe für Ferienwohnungen und betreutes Wohnen. Der Friedrichstädter Ausschuss ließ sich die Einzelheiten erläutern. Unstimmigkeit herrschte allerdings beim Thema Bäume. Während die Planer, beziehungsweise die Investoren als Ersatz für die zu fällenden Bäume auf das Ökokonto der Stadt zugreifen wollten, stellte Ernst-Otto Huß, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses ist, fest, dass er dem wohl nicht zustimmen werde. Bürgermeister Eggert Vogt stellte aber klar, dass dies Bestandteil des Durchführungsvertrages sei und diese noch nicht verhandelt worden sei. Schließlich sprachen sich sieben Kommunalpolitiker für den Auslegungsbeschluss aus, ein Gremiumsmitglied stimmte dagegen.

Ein weiterer Punkt war der alte Jüdische Friedhof. Die Denkmalschutzbehörde will ihn unter Schutz stellen. Das begrüßte das Gremium, gleichzeitig bat aber Jörn Norden um Nachfrage bei der Behörde, warum nicht auch der jüdische Teil des evangelischen Friedhofs unter Schutz gestellt werden solle, denn dort gebe es viele Grabsteine bedeutender jüdischer Persönlichkeiten.

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