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Husumer Wochenmarkt : Wie gut kennen Sie Ihr Gemüse?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfriesische Ananas oder schwarzer Granatapfel: Hundertprozentig fit sind die Husumer nicht, wenn’s ums traditionelle Wintergemüse geht.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Wintergemüse aus der Region ist derzeit überall zu kaufen und - glaubt man den einschlägigen Zeitschriften - auch voll im Trend. Doch wie gut kennen die Husumer ihre Beeten, Wirsing und Co. wirklich? Die Husumer Nachrichten haben auf dem Wochenmarkt getestet, was den Käufern zum Wintergemüse so einfällt. Und die Gedankengänge sind durchaus kreativ: Vom schwarzen Granatapfel bis zur nordfriesischen Ananas reichten die Assoziationen.

„Erkennst du etwas?“, fragt Renate Schucher aus Jübek ihre mexikanische Austauschschülerin. Die beiden stehen vor einer Kiste gefüllt mit regionalem Saisongemüse. Diese überlegt kurz und greift dann nach einer Möhre. „Carotte“, antwortet Carolina Lopez. Die anderen Sorten sind ihr aber unbekannt.

Renate Schucher ist ein bisschen mutiger und errät noch ein paar Sorten mehr. Beim schwarzen Rettich überlegt sie lange: „Rote Beete vielleicht?“ Auch Rainer Schäfer, sein Enkel Ben Luca und Martin Potsch rätseln.Sie kommen dann auf den schwarzen Granatapfel.

Mathis Hartmann aus Hamburg betrachtet die Steckrübe in seiner Hand: „Ich habe keine Ahnung was das ist, vielleicht eine Rotkohlwurzel“, fantasiert er gemeinsam mit Milena Schwindt. Und die gelbe Beete wird in den Marktgesprächen – nicht ganz ernst gemeint - zur nordfriesischen Ananas erkoren.

Auch dass sich Pastinake und Petersilienwurzel so ähnlich sehen, hätten die wenigsten Teilnehmer gedacht. „Die Petersilienwurzel wächst nach außen, die Pastinake nach innen“, erklärt Heinrich Thees, Gemüse-Gärtner aus Mildstedt den optischen Unterschied.

Trotz des vielen Rätsel-Raten scheinen die traditionellen Gemüsesorten in der Tat wieder moderner zu werden. „Die Leute werden wieder bewusster. Regionale Gemüse steht bei vielen auf der Speisekarte – gerade ausgefallene Sorten. Sie probieren viel, was sonst eher in Vergessenheit geraten ist“, hat auch der Gemüse-Experte Thees beobachtet. Viele kämen auch zum Marktstand, um sich Ideen oder Rezept-Tipps zu holen.

Die braucht Renate Schucher nicht: „Mit den Möhren und Sellerie würde ich eine Gemüsesuppe machen. Und mit den Steckrüben koche ich Kassler“, kombiniert die Jübekerin.

Heinrich Thees empfiehlt, aus dem ganzen Gemüse eine Suppe zu machen. „Nur die rote Beete und den Meerrettich würde ich weglassen, stattdessen noch Porree hinzunehmen. Alles in Stücke schneiden und kochen, dann noch mit Salz und Pfeffer abschmecken“, ist sein Tipp. Gegen Erkältung hat er auch noch einen Rat: „Man schneidet den schwarzen Rettich auf, höhlt ihn aus und bohrt ein Loch bis zur Wurzel. Dann füllt man ihn mit Honig oder Kandis und setzt ihn auf ein Glas“, empfiehlt Thees. Nach 24 Stunden habe man etwa einen Esslöffel Saft gewonnen, der gut gegen Halsschmerzen hilft.

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