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Husumer Nachrichten

17. Oktober 2017 | 12:30 Uhr

Hafentage-Tauziehen : Wie alles begann

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Aus einem Wettbewerb zwischen Fischern und Bundeswehr-Soldaten entstand ein traditioneller Höhepunkt des Husumer Volksfestes. Hans Gerd Rohde erinnert sich.

Das Tauziehen am Sonntag über den Außenhafen gehört schon lange zur Tradition der Hafentage. Dabei hat alles ganz klein und fast zufällig begonnen, wie Hans Gerd Rohde von den Fischern – einer Mannschaft der ersten Stunde – weiß.

„Auf dem Jahresempfang 1987 der Bundeswehr kam ich mit dem damaligen Kommdore des Jagdbombergeschwaders 41, Oberst Jürgen Knoppe, zusammen. Dabei haben wir überlegt, was man mal gemeinsam machen könnte. Und da kamen wir auf die Idee, ein Tauziehen zwischen den Fischern und der Bundeswehr zu den Hafentagen zu veranstalten“, so Rohde. Dann geriet das Gespräch in Vergessenheit – bis das Oberhaupt der Fischer von Knoppe einen Anruf erhielt. „Wir üben schon ordentlich mit unseren Soldaten, wie sieht es denn bei euch aus?“

Das war 14 Tage vor dem Termin – und es wurde höchste Zeit für die Fischer, sich aufzustellen. Einen Plan gab es nicht, es ging um den Spaß und darum, dass der Verlierer ins Hafenbecken zu fallen hatte. Aber die Fischer hatten berufsbedingt jede Menge Gottvertrauen in die eigene Leistung. Die erste Mannschaft war denn auch bald gefunden mit Männern, die zuzupacken wussten und auch von Haus aus genügend Masse in ihrer Statur mitbrachten, wie Rohde sich erinnert. Jan Erich Mextorf, Holger Reinhold, Birger Gabriel, Dirk Dau, Jürgen Schnittger, Harry Epple, Michael Hansen, Harro Schulz, Hans Gerd Rohde, Ingo Lausen, Wilfried „Pele“ Döring, Bruno Hirsch, der leider tödlich verunglückte Jens Iwersen und Ernst Dostal waren die Hoffnungsträger des ersten Tauzieh-Wettbewerbs.

Die Technik war einfach: „Wir stellen einen Fuß fest nach vorne, bleiben einfach stehen und lassen die anderen zappeln“, lautete Mextorfs Plan. Und diese Methode erwies sich jahrelang als sehr erfolgreich. Obwohl die Bundeswehr ordentlich trainierte und zur Übung gebremste Lastwagen in der Kaserne zog. Obendrein gab es noch zwei Tage frei für die teilnehmenden Soldaten. „Geholfen hat ihnen das aber trotzdem nicht viel“, sagt Rohde lachend.

Mit den Jahren wurde es jedoch immer schwerer, eine Mannschaft der Fischer zusammenzubringen. Irgendwann entschieden sie sich, nicht mehr mitzumachen. Aus der Zweierbeziehung Fischer- Bundeswehr wurde das Mannschaftsturnier, wie man es heute kennt, und bei dem jede Gruppe mitmachen kann, die sich traut. Vielfacher Gewinner waren die Schäfer, aber seit ein paar Jahren sind auch die Fischer mit neuer Mannschaft wieder dabei.

Das Ambiente von einst hat sich allerdings verändert. Heute müssten mehr Auflagen erfüllt werden und kommerzieller sei auch alles geworden, sagt Rohde – und meint nicht nur das Tauziehen, sondern die Hafentage an sich. Damals haben die Fischersfrauen Krabben gepult, das Zelt geschmückt und nach dem Tauziehen gab es für die Teams ein herzhaftes Frühstück, erinnern sich Inge und Hans Gerd Rohde. Spaß und Begegnung standen im Vordergrund. Auch beim Kutterkorso habe sich ein Wandel vollzogen, so Rohde: Die Sicherheitsbestimmungen seien enorm verschärft worden – und das bedeute wesentlich mehr Aufwand und Kosten für die Fischer. Früher war eben alles einfacher.

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