Ausstellung im Husumer Rathaus : Wichtiges Thema einfühlsam dargestellt

Erklärt Besucherinnen ihr Kunstwerk: Amrei Leßmann (2.v.l.)
Erklärt Besucherinnen ihr Kunstwerk: Amrei Leßmann (2.v.l.)

Eine Ausstellung von Husumer Schülern beschäftigt sich auf einfühlsame Weise mit dem Thema Essstörungen. Besucher zeigten sich von der Präsentation sehr beeindruckt.

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11. Dezember 2014, 15:30 Uhr

„Wir erleben Höhen und Tiefen, aber innerlich folgen wir dem roten Faden, der zu unserem Herzen führt.“ Mit dieser Botschaft stellte Hannah Lenckowski im Foyer des Husumer Rathauses ein Kunstwerk vor, das sie aus Anlass der Aktionswoche „NoBody is perfect“ gegen Essstörungen geschaffen hat. „Bei ,Gemeinsam Stark‘ geht es nicht um Äußerlichkeiten, sondern darum, was wir fühlen und dass der Zusammenhalt wichtig ist“, sagt die Schülerin der Theodor-Storm-Schule.

Auch Sina Feddersen nahm diese letzte Veranstaltung im Rahmen der Aktionswoche zum Anlass, ein beeindruckendes Kunstwerk zu schaffen. „Forever Together“ stellt in abstrakter Form die Umarmung zweier Menschen dar. „Die Figuren verschmelzen und ihre Zuneigung kann weder unterbrochen noch zerstört werden“, erläutert die junge Künstlerin, die der Meinung ist, dass niemand allein sein muss: „Wir haben alle jemanden, dem wir vertrauen können und der zu uns steht.“

Amrei Leßmann möchte ihren Beitrag nicht als erhobenen Zeigefinger, sondern als Denkanstoß verstanden wissen. Ihr „Spiegel“ ist mit so vielen Dingen verhängt, dass man seinen Körper nicht sofort erkennen kann. Das wirft Fragen auf: „Möchte ich überhaupt meinen ganzen Körper sehen? Ist es überhaupt wichtig, sich im Spiegel zu sehen? Amrei Leßmann geht es nicht um die Oberfläche, sondern um das, was darunter liegt. Dem sollten wir mehr Beachtung schenken, sagt sie.

„Wie verhalten wir uns richtig? Wen können wir ansprechen? Und wo können wir uns Hilfe holen? Diese Fragen und der unsichere Umgang mit betroffenen Menschen waren Anlass für diese Aktionswochen“, erläutert Dr. Susanne Ehlert, Ärztin des schulärztlichen Dienstes beim Gesundheitsamt in Husum. In ihren Kunstwerken hätten sich die Schüler von TSS, HTS und Gemeinschaftsschule Nord sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt.

Manchem sei es auch nahe gegangen, wie während der Eröffnung zu hören war. In jedem Leben gebe es gute und schlechte Tage, Angst und Freude, Wut und Glück. Das sei normal. „Schwieriger wird es, wenn Menschen mit ihren Lebensbedingungen nicht zurecht kommen und darüber krank werden“, fasst Ehlert zusammen. Eine Besucherin beeindruckte die Präsentation ganz besonders. Ihre Tochter litt jahrelang unter Essstörungen, „bis sie eine Therapie machte und gesund wurde. Das hier ist wichtig“, sagte die Mutter beim Rundgang durch die Ausstellung, die Ende Januar 2015 endet.

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