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Flotte Lotten aus Ostenfeld : Wichtiges Angebot für die Jugend

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Mädchentreff Flotte Lotten aus Ostenfeld ist längst jenseits der Gemeindegrenzen aktiv. Das Angebot reicht von wöchentlichen Treffen bis zu Seminaren und Reisen.

An einem Abend im Jahr 1996 gründete eine Handvoll mutiger Frauen den Mädchentreff Ostenfeld. Keine von ihnen ahnte, dass die Idee eine „Erfolgsgeschichte mit Biss“ werden würde. Im Nachhinein hat Ute Babbe (56) allerdings das Gefühl, dass es zumindest für sie damals eine Art Vorbestimmung gab. Denn gerade in letzter Zeit denkt sie oft an einen magischen Moment vor langer Zeit zurück, als ihr ein Mann indianischer Abstammung den Namen „Große Elchfrau“ gab. Auf die Frage, warum ausgerechnet diese Bezeichnung zu ihr passen sollte, prophezeite er der jungen Mutter: „Viele Menschen werden Dir über einen langen Zeitraum folgen.“ Und genau so kam es: Bis heute ist Ute Babbe eine wichtige Leitfigur für viele der jungen Menschen im Mädchentreff, obwohl sie längst einen Großteil der Verantwortung in jüngere Hände gelegt hat und auch Tochter Jarla (23) schon „ganz vorne“ mitmischt.

Ute Babbes Wertschätzung bei den Flotten Lotten wurde auch beim Jubiläumsfest des Mädchentreffs deutlich, zu dem das 36-köpfige Team um die Vorsitzenden Sarah Gründer und Anna Lena Clausen in den Kirchspielkrug eingeladen hatte. Viele „Ehemalige“ sahen sich die Fotos der Ausstellung an. Auch das Stöbern in alten Programmheften machte allen sichtlich Spaß. Dann ging es zum Vier-Gänge-Menü, bei dem die Jugendlichen selbst die Bedienung übernahmen und das Rahmenprogramm gestalteten. Gleich zu Beginn ließ Ute Babbe sie in alte T-Shirts schlüpfen, wie sie im Laufe der Jahre bei diversen Veranstaltungen getragen wurden. Nahezu historische Batik-Motive waren ebenso dabei wie ein Shirt, das wegen seiner etwas peinlichen Schriftzug-Platzierung damals äußerst unbeliebt war. Für Lacher sorgte auch ein knallgelbes „Käse“-Hemd, dessen Präsentation durch ein Maskottchen im Maus-Kostüm begleitet wurde.

Bürgermeisterin Eva-Maria Kühl lobte: „Ihr habt Generationen von Mädchen und Jungen Halt und Kraft gegeben. Den meisten von ihnen in einer Zeit, in der die Eltern komisch werden“, sagte sie humorvoll. Dabei hätte insbesondere Ute Babbe immer ein gutes Gespür dafür gehabt, sich ideelle und finanzielle Unterstützung zu sichern. „Wie eine Sonnenblume hast du dich stets dorthin gewandt, wo es etwas zu holen gab. Und zusammen habt ihr immer etwas Tolles daraus gemacht.“ Dass der Mädchentreff nun in den geplanten Schulneubau integriert werden soll, hält sie für eine gute Idee. Mit den Worten „Wir sind unheimlich stolz auf euch“ überreichte Eva-Maria Kühl Geldgeschenke der Gemeinde und des Amtes Nordsee-Treene.

Bemerkenswert ist, dass sich die Flotten Lotten im Laufe der Zeit in vielen umliegenden Orten mit Angeboten etabliert haben. Wöchentliche Gruppentreffen gibt es in Friedrichstadt, Oster-Ohrstedt und Hollingstedt, diverse Projekte in Bredstedt, Viöl, Hattstedt, Schwesing, Mildstedt, Garding und Tönning. Manche davon richten sich ausschließlich an Mädchen oder Jungen, andere sind für beide Geschlechter offen und auch für jene, die sich „irgendwo dazwischen“ verstehen. Mehrfach wurden dem Mädchentreff als Verein zur Förderung der geschlechtergerechten Jugendarbeit Preise zuerkannt. „Wir fördern junge Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und Kultur, soweit es unsere finanziellen Möglichkeiten zulassen“, sagt Ute Babbe mit Blick darauf, dass die Finanzierung oft ein heikles Thema in der Arbeit war. Als das Land im Jahr 2010 die Finanzierung auf Null zusammenstrich, sahen sich die jungen Menschen vor ungeahnten Schwierigkeiten. Willensstark und mit kreativen Maßnahmen fanden sie dann aber doch Wege aus der Misere: „Krisen können auch ein großer Ansporn sein, und einem die eigenen Freunde und Unterstützer näher bringen“, so die Erkenntnis.

Für einen Mitgliedsbeitrag können alle Familienmitglieder die Angebote des Mädchentreffs nutzen. Dazu zählen neben den erwähnten Gruppen und Projekten auch Beratung, Bildungsreisen, Fahrten, Seminare, Workshops, das jährliche Mädchencamp und die Schulsozialarbeit. Derzeit kommen in der Nachmittagsbetreuung 26 Grundschüler in den Genuss warmer Mahlzeiten, und sie bekommen Unterstützung bei den Schularbeiten. „Wir sind stolz, dass der Mädchentreff das alles in nur 20 Jahren aufgebaut hat und freuen uns, als Team ein Teil davon zu sein“, so das Resümee der Mädchentreff-Akteure.

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