zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

11. Dezember 2017 | 03:25 Uhr

„Wi sünd op een goode Weg“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 21:06 Uhr

„Plattdüütsch in de Adventstiet“, so lautete das Thema der vorweihnachtlichen Feier in der Nordsee-Akademie Leck, zu der Landtag und Zentrum für Niederdeutsch im Landesteil Schleswig eingeladen hatten. Das Löwenstedter Akkordeon-Trio mit Tanja Albertsen, Lysan Brummund und Hilke Sachwitz stimmte die zahlreichen Gäste mit Weihnachtsliedern ein. Der Leiter des Plattdüütsch-Zentrums, Ingwer Oldsen, hieß alle willkommen, darunter Klaus Schlie als Präsidenten des Landtages, die Minderheitenbeauftragte Renate Schnack, den Landtagsabgeordneten Klaus Jensen, die stellvertretende Kreispräsidentin, Margarethe Ehler, sowie den Chef der Akademie, Oke Sibbersen.

Als Mitgastgeber hielt Klaus Schlie Rückschau auf das auslaufende Jahr, dieses sei „ereignisreich und – auch im buchstäblichen Sinne – stürmisch verlaufen“. „Wir alle arbeiten daran, die Sprache und Kultur unserer Heimat zu bewahren und dabei zugleich die notwendigen Veränderungen mit zu gestalten“, sagte Schlie. Das aber könne nur dort geschehen, „wo Traditionsbewusstsein, Heimatverbundenheit, aber auch der optimistische Blick in die Zukunft einander begegnen.“ Zu diesen Orten zählten die Zentren für Niederdeutsch in Leck und Ratzeburg, die Nordsee-Akademie
und die Schulen des Landes.

Dank und Anerkennung sprach Schlie den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern aus: „Das Engagement der regionalen Institutionen ist ohne ehrenamtliche Unterstützung schlichtweg nicht denkbar. Es macht zugleich deutlich, dass die Bewahrung unserer regionalen Identitäten nicht folkloristisch verstanden wird, sondern dass der Erhalt und die Förderung der Kultur unserer Volks- und Sprachgruppen in unserem Land wahrhaftig gelebt wird und so zur Vielfalt und Einzigartigkeit unserer Region beiträgt.“ -

In seinem eigenen Rückblick auf die Arbeit des Plattdüütsch-Zentrums Leck erinnerte Ingwer Oldsen an eine Arbeitstagung in der Nordsee-Akademie. Diese mündete in eine Resolution mit der Forderung, in den Schulen solle Plattdeutsch als reguläres Unterrichtsfach erteilt werden. Insgesamt kam Ingwer Oldsen zu dem Fazit: „Wi sünd op een goode Weg“.

Als vergnüglicher Höhepunkt des Abends erwies sich die rundum gelungene Aufführung des Schwanks „Bit de Dannenboom brennt“, dargeboten von der Gruppe „De junge Lüüd ut Löwenstedt“. Die Handlung des von Frank Otte verfassten und von Gesa Retzlaff ins Plattdeutsche übertragenen Einakters bezog ihre Komik aus skurrilen technischen Problemen bei der Installation einer Lichterkette am Vormittag des Heiligen Abends. Sie sorgten für reichlich familiären „Zoff“, mündeten aber erwartungsgemäß ein in ein Happy End. Der lautstarke und lange anhaltende Beifall galt allen Mitwirkenden: den Darstellerinnen und Darstellern Simon Hansen, Franziska Beeck, Tanja Albertsen, Malte und Hilke Sachwitz, Thies Jensen, Anita Kliese, Mila Kemper als „Topuster“, den für Licht und Ton verantwortlichen Technikern Mirko Sachwitz und Lasse Keltelsen sowie der Spielleiterin Gesa Retzlaff.

Als Kassenwart des „Fördervereins Niederdeutsches Zentrum Leck“ überbrachte Karl-Heinz Knudsen die Grüße des Vorsitzenden Helmut Wree und sprach dessen Anerkennung aus für alle, die sich am Erhalt und der Förderung der Plattdeutschen Sprache aktiv beteiligen. Als Dank für die Mühe des Landtagspräsidenten Schlie, sich in die Sprache selbst eingearbeitet zu haben, überreichte er diesem ein Buchpräsent. Nach dem gemeinsamen Lied „O Dannenboom“ klang die Feier im Foyer und Festsaal der Akademie mit einem „Klönsnack bi een beten wat to Eten“ aus..

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen