Bredstedt : Whiteboard statt Schiefertafel

So sehen Klassenzimmer heute aus: Die Schüler der 5 f arbeiten hoch konzentriert mit dem Tablet.
So sehen Klassenzimmer heute aus: Die Schüler der 5 f arbeiten hoch konzentriert mit dem Tablet.

Seit eineinhalb Jahren arbeiten die Schüler der siebten Klassen in der Gemeinschaftsschule Bredstedt erfolgreich mit Tablet-Computern.

shz.de von
07. Februar 2018, 08:00 Uhr

Nur Positives konnten die Fachlehrer Karin Bendixen und Thorsten Saager in der jüngsten Sitzung des Schulverbandes Mittleres Nordfriesland über die iPad-Klassen in der Gemeinschaftsschule Bredstedt berichten. Die Schüler der siebten Klassen arbeiten bereits seit eineinhalb Jahren erfolgreich mit iPads. Die Geräte konnten mit Sponsorenhilfe angeschafft werden. Seit Dezember 2017 sind auch die Schüler der fünften Klassen mit Tablets, finanziert vom Schulverband, am Start.

Schaute der Lehrer bisher bei erteilten Aufgaben den Schülern über die Schulter, so kann er es nun per Computer tun. Abgespeichert sind die Schüler mit Namen und Fotos. Das was sie gerade tun, kann jeder Lehrer mitverfolgen und, falls erforderlich, sofort helfen, beispielsweise durch Übertragung von Dateien. Ein Missbrauch von Seiten der Schüler ist ausgeschlossen. Kein Kind kann irgendeine App selbst installieren, herunterladen oder gar irgendein Programm schreiben. „Sehr gut ist, dass die Eltern dahinterstehen und Anregungen geben“, freut sich Karin Bendixen. Den Mitgliedern des Schulverbandes gebühre Dank für die Investition. Sie sei sinnvoll und zukunftsweisend.

Sehr gut sei, dass die Schule an das Breitbandnetz angeschlossen ist. „Mit Kupferleitungen wäre das W-Lan-Netz schon lange zusammengebrochen. Im Schnitt laufen 160 iPads gleichzeitig“, betonte Bendixen. Darunter seien auch Geräte von Lehrern. Die Hardware bezeichnete sie als definitiv gut. Mit den Eltern wurden Nutzungsverträge geschlossen. Sie zahlen pro Schuljahr 25 Euro. Damit ist auch die Versicherung abgedeckt.

Generell gehen die Kinder gut mit den Geräten um, lobt Thorsten Saager. „Sie werden wie ein Schatz gehütet. Die Schüler sind sehr motiviert und lernwillig. Sie arbeiten gern im Team und haben Ideen.“ Lehrkräfte und Schüler werden regelmäßig geschult. Der Einsatz im Unterricht gestaltet sich in allen Fächern mit der Technik vielseitig und individuell, immer ergänzend und unterstützend. Gerade kürzlich habe er die Tablets im Kunstunterricht eingesetzt. Jedem Schüler wurden individuelle Unterrichtshilfen nach Bedarf zugespielt, wie beispielsweise Zeichnungen, Diagramme oder Informationen über bestimmte Maler. „Berühmte Künstler des 20. Jahrhunderts“ war als Thema vorgegeben. „Jeder hatte dazu ein Referat vorzubereiten. Recherchen gestalten sich sehr einfach.“ Die Inhalte können nach Bedarf auf dem Whiteboard gezeigt werden, um darüber gemeinsam zu sprechen. Im Deutschunterricht sei der Einsatz ideal. So hatten die Kinder die Aufgabe, aus einem Arbeitsbogen einen Text abzufotografieren. Daraus sollten sie eine Tempusformtabelle (Tabelle der Zeitformen) über Excel erstellen. Per iPad war das kein Problem, und alles konnte abgespeichert werden, um es fortan auch im Einsatz für Hausaufgaben zu nutzen. Auch Geschichten oder Aufsätze mit Illustrationen zu schreiben, sei einfach. „Die Tablets sind auch ideal für Wörterdiktate nutzbar. Fehler können direkt korrigiert werden“, so Saager.

Schnittstellen sind geschaffen worden, beispielsweise zu anderen Schulen im Lande. Die Europa Universität Flensburg ist wissenschaftlicher Partner. Von dort wird das Projekt mit begleitet. Grundsätzlich könne jeder Schüler dort abgeholt werden, wo er steht. Differenzierter Unterricht ist so kein Thema.

Der stellvertretende Schulleiter der Gemeinschaftsschule, Nis-Peter Nissen, bestätigte, dass die Einrichtung der iPad-Klassen für alle Beteiligten segensreich sei. Schüler und Lehrkräfte seien hoch motiviert. Auch ältere Kollegen knieten sich intensiv in die Materie.

Die Grundschule Breklum-Bredstedt-Bordelum werde, so bestätigte Schulverbandsvorsteher Dr. Edgar Techow, nachziehen. Es sei wichtig, die Grundschüler auf die Technik in den weiterführenden Schulen vorzubereiten. Ein Koffer mit zwölf iPads ist bereits in Betrieb. Jeweils zwei Schüler teilen sich ein Tablet.

Schulleiterin Renate Harrsen bestätigte, dass es auch in der Einrichtung gut laufe. Die Eltern seien zunächst skeptisch gewesen, nun aber Feuer und Flamme. Der Einsatz gestalte sich natürlich etwas anders, als in der Gemeinschaftsschule. Die Schüler lernen hauptsächlich die Grundlagen kennen und Praxis in kleinen Schritten. „Das Lernen auf konventionelle Weise darf nicht vernachlässigt werden.“

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