zur Navigation springen

B5-Gipfel in Struckum : Westküste: Fragen und Antworten zum B5-Ausbau

vom
Aus der Onlineredaktion

Seit Jahren fordern Westküsten-Bewohner den Ausbau der B5. Heute ist „B5-Gipfel“. Was Sie zum Thema wissen müssen.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2015 | 06:24 Uhr

Struckum | Die B5 gilt als „Lebensader“ der Westküste Schleswig-Holsteins und dient als Brücke ins westliche Dänemark. Vom dänischen Grenzübergang Böglum/Sæd in Nordfriesland führt die B5 über Dithmarschen bis nach Itzehoe, wo sie in die Autobahn 23 übergeht.

Seit mehr als zehn Jahren wird der B5-Ausbau von den Westküsten-Bewohnern gefordert. Beim B5-Gipfel des Kreistags Nordfriesland in Struckum treffen sich heute ab 11.30 Uhr die örtlichen Politiker mit dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann. Fragen und Antworten zum B5-Ausbau.

Wann und wo findet der B5-Gipfel statt?

Der „B5-Gipfel“ findet am heutigen Montag um 11.30 Uhr im Landgasthof Struckum (Hauptstraße 40) statt. Er ist nicht öffentlich.

Warum soll die B5 ausgebaut werden?

Insgesamt soll mit dem Ausbau der B5 eine Steigerung der Attraktivität und Erreichbarkeit der Westküste bewirkt werden. Im Jahre 1990 wurde die A23 zwischen Hamburg und Heide fertiggestellt. Diese endet an der B203 westlich von Heide. Die B5 bildet die Weiterführung vom nördlichen Teil Dithmarschens über den Kreis Nordfriesland bis hoch in den Norden an die Grenze Dänemarks. Ingesamt verbindet die B5 die Westküstenregion und gilt als „Lebensader“. Der B5-Ausbau soll insgesamt mit Hinblick auf die Entwicklungen im Europäischen Binnenmarkt weiter vorangetrieben werden.

Welche Teile der B5 sollen ausgebaut werden?

Das dringliche Westküsten-Vorhaben Bundesstraße 5 umfasst zum einen den dreistreifigen Ausbau zwischen Husum und Tönning für rund 110 Millionen Euro mit einer voraussichtlichen Bauzeit von zehn Jahren. Dazu kommt der Bau einer 18 Kilometer langen Umgehungsstraße, die südlich von Hattstedt beginnt und nördlich von Bredstedt endet: Die neue B5 soll parallel zur alten verlaufen. Die Kosten hierfür werden mit 54 Millionen Euro angegeben. Die mutmaßliche Bauzeit: drei bis vier Jahre.

Ereignen sich viele Unfälle auf der B5?

Die erschreckende Unfallbilanz macht deutlich: Die B5 gehört zu den gefährlichsten Straßen in SH. Im Jahr 2014 starben dort acht Menschen. Insgesamt ereigneten sich 15 schwere Unfälle, bei denen 13 Menschen schwer verletzt wurden. Die Strecke zwischen Husum und Heide scheint besonders gefährlich zu sein. Auf einem etwa 20 Kilometer langen Abschnitt starben 2014 bei sechs Unfällen sieben der acht B5-Toten.

Was steht auf der Tagesordnung des B5-Gipfels?

Zu Beginn stellt Landrat Dieter Harrsen die Problematik vor. Teilnehmer des Gipfels sind Rickmer Johannes Topf (Vorsitzender des Vereins Infrastruktur Vestkysten/Westküste), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann (CDU) sowie Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Nach einer Podiumsdiskussion präsentiert Kreispräsident Heinz Maurus das Fazit. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.

Was ist im Koalitionsvertrag verankert?

Im Koalitionsvertrag heißt es konkret: „Zur besseren Anbindung der Westküste wird die B5 nördlich von Heide und zwischen Itzehoe (A23) und Brunsbüttel dreistreifig ausgebaut. Beim Neubau der B5 zwischen Hattstedt und Bredstedt wird das eingeleitete Planfeststellungsverfahren genutzt, um eine Anbindung der K2 an die neue B5 zu ermöglichen und um die Bedenken der Initiative Jelstrom weitestmöglich mit einzubeziehen.“

Warum hat der Landrat „die Faxen dicke“?

Landrat Dieter Harrsen hat die „Faxen dicke“. Schleswig-Holsteins Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, Reinhard Meyer, soll endlich Farbe bekennen. Harrsen sagt: „Die Region hat einen Anspruch darauf, dass konkrete Aussagen zu einem Baubeginn getroffen werden.“ Er erwartet einen engen Schulterschluss aller Nordfriesen: „Wir müssen gegenüber Ministerpräsident Torsten Albig und Minister Reinhard Meyer massiven Protest einlegen. Einen Wortbruch werden wir nicht akzeptieren!“

Aus der Kreisverwaltung hieß es, dass für Reinhard Meyer dieses für die gesamte Wirtschaft an der Westküste und in Süddänemark äußerst wichtige Verkehrsprojekt vielleicht nicht mehr Priorität besitze, sondern durch andere Straßenbauvorhaben in die ganz ferne Zukunft verschoben werde. „Konkurrenten“ für die B5 sind laut Harrsen beispielsweise die A20, die Umgehung der A23 bei Itzehoe sowie der dreistreifige Ausbau der B404 zwischen A1 und A24.

Was will er beim B5-Gipfel erreichen?

Beim B5-Gipfel will Landrat Dieter Harrsen einfordern, dass der Planfeststellungsbeschluss bis 2017 vorliegt. „Und wenn 2018 die Gelder abgerufen werden können, wäre das in Ordnung.“ Aber, so schränkte Harrsen aufgrund seiner „Hinweise“ aus der Landeshauptstadt gleich ein: „Es gibt eine neue Dimension. Wir haben keine Garantie, dass wir, selbst, wenn wir den Beschluss haben, zehn Jahre danach beginnen können.“ Und das wäre wichtig. Denn Planungsunterlagen sind grundsätzlich nur fünf Jahre gültig, auf Antrag ist eine Verlängerung um fünf weitere Jahre möglich. Doch nach zehn Jahren müsste alles noch einmal „erfunden“ werden.

Welche Haltung hat Kreispräsident Heinz Maurus gegenüber dem B5-Ausbau?

Kreispräsident Heinz Maurus demonstrierte im Vorfelde Einigkeit mit dem Verwaltungschef und verwies darauf, dass bereits 1965 über eine Umgehungsstraße nachgedacht worden sei. Der Kreispräsident sagt: „Wir fordern jetzt eine Perspektive.“ Maurus erklärte, dass er gerade erst nochmal aus dem Bundesverkehrsministerium bestätigt bekommen habe, dass das Projekt finanziert werde, sobald Baurecht bestehe.

Was sagt die Landesregierung zum B5-Ausbau?

Die Landesregierung plane mitnichten einen Ausstieg aus dem Ausbau der B5, versicherte Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele. Aufgrund von Planungsversäumnissen in früheren Jahren etwa bei der Baureife für die Ortsumgehung Hattstedt-Bredstedt werde es aber zu Verzögerungen kommen. Die Planungsunterlagen für den ersten Abschnitt des dreistreifigen Ausbaus zwischen Tönning und Husum beispielsweise liegt laut Nägele fertig beim Bund zur Abzeichnung. Der weitere Stand sieht laut Nägele so aus: Nach dem laufenden Planänderungsverfahren sei in etwa zwei Jahren der Planfeststellungsbeschluss zu erwarten. Danach ist mit einer gerichtlichen Überprüfung zu rechnen, zumal acht Klagen vorliegen. Aber, so Nägele: „Wir beantragen den teilweisen Sofortvollzug.“

Warum verzögert sich die Planung der B5?

Mittlerweile ist bekannt, dass die Biotop-Kartierung für die neue B5 zwischen Hattstedt und Bredstedt überholt ist. Das bedeutet, dass noch mehr Zeit für die Fertigstellung der Planungsunterlagen benötigt wird. Landrat Dieter Harrsen sagte, er schätze die Verzögerung auf ein Jahr. Und er stellte klar: „Das können wir nicht ändern – die aktuelle Kartierung muss eingearbeitet werden. Dass es zu wenig Mitarbeiter im Landesbetrieb für Straßenbau gibt, wissen wir. Aber neben der Quantitätsfrage stellt sich für mich auch die Qualitätsfrage.“

Warum drängt die Zeit?

Das für die Westküste wichtige B5-Vorhaben steht mit Priorität im Bundesinvestitionsrahmenplan 2011 bis 2015. Berlin finanziert die Maßnahme zu 100 Prozent – jedoch nur, wenn die Pläne vorliegen.

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen