Nordfriesland : Wertvolle Arbeit für die Sprachenvielfalt

Der Bundesbeauftragte für nationale Minderheiten, Bernd Fabritius (r.), enthüllte das Hinweisschild für die Nordfriisk-Futuur-Ausstellung: Mit dabei (v.  l.): Instituts-Direktor Thomas Steensen, Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen, Bredstedts Vize-Bürgermeister, Christian Schmidt, und Kreispäsident Heinz Maurus.
Der Bundesbeauftragte für nationale Minderheiten, Bernd Fabritius (r.), enthüllte das Hinweisschild für die Nordfriisk-Futuur-Ausstellung: Mit dabei (v. l.): Instituts-Direktor Thomas Steensen, Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen, Bredstedts Vize-Bürgermeister, Christian Schmidt, und Kreispäsident Heinz Maurus.

Eine interaktive Ausstellung zur friesischen Geschichte, Sprache und Kultur im neuen Erweiterungsbau des Nordfriisk Instituut in Bredstedt ist feierlich eröffnet worden.

shz.de von
11. Mai 2018, 15:00 Uhr

Für Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Wenige Wochen vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand konnte eine interaktive Ausstellung zur friesischen Geschichte, Sprache und Kultur im neuen Erweiterungsbau „Nordfriisk Futuur“ feierlich eröffnet werden.

Hochrangige Gäste aus Kiel und Berlin waren zu diesem Anlass nach Bredstedt gekommen. Zu ihnen gehörte Dr. Bernd Fabritius, der erst seit einigen Wochen das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, ausübt. „Es ist beeindruckend, dass in diesem kleinen Sprachgebiet eine solche faszinierende Sprachenvielfalt lebendig ist. Das Nordfriisk Instituut hat hierfür seit 50 Jahren einen unverzichtbaren Beitrag geleistet.“ Die Bundesregierung habe das Projekt unterstützt und werde dies auch weiterhin tun, kündigte Fabritius an. So seien für den Erweiterungsbau fast eine halbe Million Euro und für die Dauerausstellung nochmals mehr als 300.000 Euro an Fördergeldern geflossen. „Daran erkennen sie, wie wertvoll Ihre Arbeit für die Bundesregierung ist.“ Damit die Regionalsprachen eine Zukunft haben, ist es nach den Worten des Beauftragten wichtig, die junge Generation mit entsprechenden Angeboten zu begeistern. „Das Nordfriisk Instituut hat mit seinem Erweiterungsbau und der Dauerausstellung diese Herausforderung angenommen.“

Lob gab es auch von Ingbert Liebing, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Schleswig-Holstein beim Bund. „Mit dieser beeindruckenden Ausstellung ist es möglich, Kultur, Geschichte und Sprache zu präsentieren und die Identität der Volksgruppe nach außen sichtbar zu machen.“

Kreispräsident Heinz Maurus erinnerte sich an seine ersten Erlebnisse mit Friesisch: „Bei Ausschuss-Sitzungen wurde es immer dann gesprochen, wenn es interessant wurde. Wenn ich heute Friesisch höre, weiß ich, dass ich zu Hause bin.“ Der Kreis hätte dem Institut sehr viel zu verdanken. Daher sei dieses Projekt auch mit mehr als 130.000 Euro gefördert worden.

Christian Schmidt, Bredstedts stellvertretender Bürgermeister, verwies auf die Bedeutung der Instituts-Adresse, der Süderstraße: „Wichtige Gebäude, wie die Schule und Sportstätten und auch das Nordfriisk Instituut prägen diese Straße. Mit dem Erweiterungsbau und der Dauerausstellung ist ein weiterer Anziehungspunkt hinzugekommen.“ Im Anschluss an die Feier enthüllte Dr. Bernd Fabritius ein Hinweisschild am Erweiterungsbau und ließ sich die Ausstellung von Dr. Claas Riecken vom Nordfriisk Instituut erläutern.

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