Eiderstedter Kirchenprojekt : Werben für neue Fördertöpfe

In der stark sanierungsbedürftigen Kirche von Kotzenbüll trafen die Politiker den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Jürgen Koppelin (r), der sich sehr für die Eiderstedter Kirchen engagiert.
In der stark sanierungsbedürftigen Kirche von Kotzenbüll trafen die Politiker den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Jürgen Koppelin (r), der sich sehr für die Eiderstedter Kirchen engagiert.

Sechs Landtagsabgeordnete informieren sich über das große Kirchensanierungs-Projekt auf Eiderstedt.

von
19. Juli 2018, 11:00 Uhr

Die Eiderstedter Kirchen brauchen Hilfe: Nach bisherigen Berechnungen werden 18,7 Millionen Euro gebraucht. Der Bund hat schon seine Unterstützung zugesagt. Trotzdem verbleibt für den Kirchenkreis eine Finanzierungslücke in Höhe von 9,35 Millionen Euro Millionen Euro, die er noch schließen muss. Um den Schleswig-Holsteinischen Landtag von der Maßnahme zu überzeugen, lud Propst Jürgen Jessen-Thiesen die Abgeordneten zu einer Bereisung ein.

Sechs Abgeordnete folgten der Einladung und ließen sich die Schäden zeigen. Dabei wurden nicht nur die Ausmaße deutlich, sondern auch die Bedeutung der Gotteshäuser für die Kulturlandschaft Eiderstedt: 18 Kirchen stehen so nahe beieinander, dass man von Kirchturm zu Kirchturm gucken kann. Sie laden ein zu Besinnung und Begegnung, zu Konzerten und Ausstellungen, sie sind allesamt geöffnet, und die Abgeordneten erlebten, dass sie immer auch Anziehungspunkte für interessierte Urlauber sind.

„Es sind eigentlich zu viele Kirchen“, sagte Propst Jürgen Jessen-Thiesen, der die Abgeordneten durch die Kirchen führte. Unterstützt wurde er vom Projektkoordinator, Pastor Ralf Pehmöller, und Jan Kobarg, dem Architekten, der die Maßnahmen begleitet und koordiniert. Man habe auf Kirchenkreis-Ebene überlegt, ob man sich nicht auf drei Gotteshäuser konzentrieren solle. Aber auf Bundesebene sei die Entscheidung klar gefallen: Das Projekt geht nur als Gesamtprojekt. Auf dem Spiel stehen nicht einzelne Gotteshäuser, sondern ihre landschaftsprägende Bedeutung für Eiderstedt in ihrer Gesamtheit.

Marlies Fritzen (Bündnis90/die Grünen), Lars Harms (SSW), Annabell Krämer (FDP), Anita Klahn (FDP), Sven Prietzel (FDP) und Ole Plambeck (CDU) zeigten sich berührt vom Zustand der zum Teil 900 Jahre alten Gebäude und diskutierten intensiv, aus welchen Töpfen noch Unterstützung kommen könnte. Eine zweite Bereisung mit anderen Abgeordneten ist für den August geplant.

Das „Projekt zum Erhalt der Kirchenlandschaft Eiderstedt“ ist auf acht Jahre angelegt. Mit der Fundraising-Aktion „Eiderstedter Schutzengel“ wirbt der Kirchenkreis Spendengelder ein. Knapp 19 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. „19 Millionen Euro“, sagt Ralf Pehmöller, „das ist ja auch ein Konjunkturpaket. Wir wollen die Mittel möglichst hier in der Region investieren.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen