Wer wird Bürgermeister in Mildstedt?

Mehr ist manchmal weniger: AWM musste einen Sitz abgeben, obwohl sie ein Plus von 3,2 Prozent der Stimmen einfuhr. Telse Jacobsen (CDU) und Klaus Hinrichs (SPD) suchen Verbündete.

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28. Mai 2008, 04:51 Uhr

Mildstedt | Die Ergebnisse der Kommunalwahl werden die Arbeit im Mildstedter Gemeinderat künftig schwieriger machen. Auch ist noch nicht sicher, ob Bürgermeister Klaus Hinrichs (SPD) sein Amt behalten, oder ob die Herausforderin von der CDU, Telse Jacobsen, künftig die Geschicke der Gemeinde in Händen halten wird. Immerhin entfielen auf sie 277, auf Amtsinhaber Hinrichs 284 Stimmen.
Bürgermeister will Bestätigung

Der Mildstedter Bürgermeister bewertet den Verlust eines Sitzes auf nunmehr sieben und 41 Prozent als erwartetes Ergebnis. Noch in dieser Woche will er für die Sozialdemokraten erste Gespräche mit der Wählergemeinschaft führen und hofft natürlich nach acht Jahren im Amt, als Gemeindechef bestätigt zu werden. Sollte dies so sein, "dann werden wir uns schnell mit allen Parteien zusammensetzen und sachlich und gerecht alle Ausschüsse besetzen", sagt Hinrichs, der als SPD-Mann betont, dass für ihn immer die Gemeinde Mildstedt und nicht die Partei im Vordergrund gestanden habe. SPD-Hochburg ist Mildstedt-Süd mit 42,8 Prozent, gefolgt von Nord mit 41 und Rosendahl mit 39,1 Prozent. Neben dem Bürgermeister (Direkt) zieht eine stark verjüngte Truppe in den Gemeinderat ein: es sind: Hans-Dieter Schulz (Liste), Gabriela Schütt (D), Hans-Dieter Oldenburg (D), Horst-Werner Kühl (D), Reinhard Taube (D) und Bernd Heiber (D).
"Zum Wohle der Gemeinde"

Auch Telse Jacobsen von der CDU steht zur Bürgermeisterwahl bereit. Allerdings seien noch keine Gespräche mit der AWM und der FDP geführt worden, die jeweils zwei Sitze im Gemeinderat haben. Die SPD verlor einen ihrer acht, während die CDU künftig sechs statt bisher fünf Sitze haben wird. "So schnell wie möglich wollen wir jetzt das Gespräch mit der FDP und der AWG führen", sagt Telse Jacobsen und betont, dass es ihr dabei weniger um die Partei- denn um die Sachpolitik zum Wohle der Gemeinde gehe. "Ich sehe in dem Wahlergebnis einen eindeutigen Trend zur CDU und bin daher auch bereit, die Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen." Bei einer Wahlbeteiligung von 58,2 Prozent errang die CDU genau 33 Prozent und sechs Sitze. 2003 gab es für die Partei lediglich 18,3 Prozent und fünf Sitze. Den höchsten CDU-Anteil gab es in Rosendahl mit 37,1 Prozent, gefolgt von Nord, 36,7, und Süd mit 25,2 Prozent.Vertreten wird die CDU neben Telse Jacobsen (Direkt) noch durch Alfred Wittern (Liste), Peter Lorenzen (D), Karsten Schlüter (L), Bernd Hoffmann (L) und Hans-Dieter Emmel (D).
Ehemann von CDU-Frau für die FDP dabei

Christian M. Sörensen erklärt den Verlust eines Sitzes für die FDP, die 12,4 Prozent und damit 0,6 Prozent zulegen konnte, mit der Polarisation auf die Bürger meisterkandidaten der beiden Volksparteien. "Dabei ist wohl die von uns geleistete Arbeit ein wenig unter den Tisch gefallen", beklagt er. Noch sei nicht entschieden, wie man sich bei der Wahl des Gemeindeoberhaupts entscheiden werde, "aber ich sehe schon tendenziell den Bürgerwillen zum Wechsel", sagt Sörensen. Für die FDP wird neben Sörensen auch noch Günter Jacobsen, Ehemann der CDU-Spitzenfrau, im Gemeinderat agieren. Die FDP-Hochburg ist Nord mit 13,4 Prozent, gefolgt von Süd, 12,2, und Rosendahl mit 11,3 Prozent.
Mehr Prozente aber einen Sitz weniger

Die AWM verlor einen Sitz, auch wenn Karl-Heinz Tieves bei einem Zuwachs von 3,2 Prozent gegenüber 2003 auf nun 13,6 Prozent eigentlich nicht von Verlust sprechen will, denn es handelte sich um ein Überhangmandat. Dennoch macht er kein Hehl daraus, dass er ein wenig enttäuscht ist. "Noch haben wir uns nicht entschieden, welchen Bürgermeisterkandidaten wir wählen werden, aber wir sind für Gespräche nach allen Seiten offen", sagt Tieves. Auf alle Fälle werde es im Gemeinderat schwieriger werden, in den neben Karl-Heinz Tieves auch noch Gerda Sell von der AWM einzieht. 19,8 Prozent errang die AWM in Süd, 12,6 in Rosendahl und neun Prozent in Nord.

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