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Unterstützung ist nötig : Wer kann, sollte den Flüchtlingen helfen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Ämter Nordsee-Treene und Viöl bemühen sich um eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in kleinen Wohneinheiten. Syrische Kinder werden in der Schule Viöl unterrichtet, Friedrichstadt bezahlt den Deutsch-Kurs.

„Probleme mit den Flüchtlingen kennen wir bei uns bisher nicht“, sagt Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt. Im kleinen Holländerstädtchen mit seinen rund 2600 Einwohnern sind gegenwärtig 13 Asylbewerber untergebracht. „Wir haben den Vorteil, dass wir nur Familien in der Stadt haben, die zudem nicht in einer Sammelunterkunft, sondern in vom Amt Nordsee-Treene angemieteten Wohnungen in der Dithmarscher Straße einquartiert sind“, betont das Stadtoberhaupt. Zwei syrische Kinder, sechs und sieben Jahre alt, die eigentlich die Grundschule hätten besuchen sollen, müssen nun allerdings zuvor erst die deutsche Sprache ein wenig lernen, denn ohne jegliche Sprachkenntnisse sind die Lehrer an der Treene-Schule überfordert. „Die Stadt hat daher kurzfristig einen Deutsch-Kursus organisiert, den wir auch bezahlen“, sagt Vogt. Und darüber habe es keinerlei Diskussionen gegeben.

Gegenwärtig sind im Amt Nordsee-Treene 54 Flüchtlinge in vier Schwerpunktgemeinden untergebracht: Friedrichstadt, Nordstrand, Hattstedt und Winnert. Sollte der Zustrom von teilweise schwer traumatisierten Kriegsflüchtlingen anhalten, dann könnte sich deren Zahl in diesem Jahr noch auf 72 erhöhen, sagt Frank Feddersen, stellvertretender Leitender Verwaltungsbeamte des Amtes Nordsee-Treene.

Das Thema Flüchtlinge sei zudem Schwerpunkt der jüngsten Bürgermeisterrunde gewesen, denn gemeinsam mit Friedrichstadt, der Stadt Husum sowie dem Amt Viöl bilde das Amt Nordsee-Treene einen sogenannten Funktionsraum. „Wir wollen möglichst die Aktivitäten gemeinsam abstimmen, um Ressourcen zu bündeln“, sagt der Verwaltungsfachmann.

Die Flüchtlinge sollten möglichst schnell wieder ein normales Leben führen können, zumindest die Kinder schnellstens die Schrecken des Krieges, wenn auch nicht vergessen, so doch zumindest ein wenig verdrängen können. Unter anderem hat der Amtsvorsteher und gleichzeitig Bürgermeister von Hattstedt, Ralf Heßmann, alle dort untergebrachten Flüchtlinge gleich beim örtlichen Sportverein angemeldet, denn dort in der Gemeinschaft werde die Sprache am schnellsten gelernt und die Integration funktioniere von ganz allein. Man sei gerade dabei, so Vogt und Feddersen, Strategien zu entwickeln, dennoch könnten sich durchaus Personen, die den Flüchtlingen helfen wollen, in ein normales Leben zurückzufinden, sich beim Amt oder der Stadt melden. Vogt denkt dabei auch an Lehrer im Ruhestand, die beispielsweise Sprachkurse geben könnten.

Auch der Kreis Nordfriesland bemüht sich um die Ausländer. „Das Team unserer Ausländerbehörde möchte zu einer Willkommensbehörde werden“, sagte deren Leiter Harry Schröder. So wurde der Empfangsraum der Behörde im Erdgeschoss des Husumer Kreishauses neu gestaltet. „Wer zu uns kommt, wird nun von einer Weltkarte ‚begrüßt‘, die von Herzlich-Willkommen-Sprüchen in fremden Sprachen umgeben ist. Das Ganze ist 6,30 Meter breit und 2,40 Meter hoch. Auch eine Kinderspielecke haben wir eingerichtet.“ Zusätzlich wurden großformatige Fotos mit Nordfrieslandmotiven aufgehängt.

„Wir haben unsere Aufnahmequote schon seit längerem erfüllt“, sagt Gerd Carstensen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amte Viöl. 25 Asylbewerber und Flüchtlinge haben eine Unterkunft in seinem Verwaltungsbezirk, in den Gemeinden Behrendorf, Haselund, Wester-Ohrstedt, Immenstedt und Viöl gefunden. „Wir bemühen uns um dezentrale Unterkunft, teilweise wurden Wohnungen, auch Zimmer angemietet. In Immenstedt sogar ein ganzes Haus“, sagt Carstensen. Die dezentrale Unterbringung bringe viele Vorteile, hab e aber auch den Nachteil, dass beispielsweise die Erteilung von Deutsch-Kursen nicht ganz so einfach sei. Auch im Amt Viöl gebe es zwei syrische Flüchtlingskinder, die die Grundschule besuchen. Hier habe man allerdings an der Viöler Grund- und Gemeinschaftsschule eine Lösung gefunden. Die Kinder erhalten eine Sonderförderung, wie Carstensen berichtet. Der Verwaltungschef appelliert zudem an Bürger, sich beim Amt zu melden, wenn sie den Flüchtlingen helfen wollen. „Hilfe wird von den vielfach auch traumatisierten Menschen in vielen für uns alltäglichen Dingen benötigt, denn sie kommen aus einem ganz anderen Kulturkreis.“ Es fange schon bei den einfachen Informationen über Ärzte oder Behörden an.

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erstellt am 22.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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