Kommunalwahl 2018 in Nordfriesland : Wer die Wahl hat, hat noch eine . . .

Nächster Halt zur Stimmzettel-Abgabe: die Kommunalwahl.
Foto:
Nächster Halt zur Stimmzettel-Abgabe: die Kommunalwahl.

Nach dem Super-Wahljahr steht Anfang Mai schon der nächste Urnengang an: Dabei geht es auch um die Sitzverteilung im Kreistag Nordfriesland.

shz.de von
03. Januar 2018, 10:00 Uhr

Nach der Wahl ist vor der Wahl – für Polit-Profis eine Binsenweisheit. Doch für Nordfriesland trifft das zurzeit in besonderem Maße zu: Drei wichtige Wahlen binnen Jahresfrist gibt es nicht eben häufig. Überraschungen blieben bei den ersten beiden Urnengängen – der Landtagswahl im Mai und der Bundestagswahl im September – freilich aus. Zweimal mehr erwies sich Nordfriesland als sichere Bank für die Christdemokraten. Ihre Kandidaten – Ingbert Liebing, Klaus Jensen und Astrid Damerow – räumten mit hohem Vorsprung die im Kreisgebiet zu vergebenden Direktmandate ab. Den Sozialdemokraten mangelte es ein weiteres Mal an personellen Alternativen, dank derer die SPD in der Lage gewesen wäre, dem negativen Gesamt-Trend für die Partei zumindest in Nordfriesland zu trotzen.

Am 6. Mai 2018 darf nun schon wieder gewählt werden. Dann steht die Kommunalwahl an, bei der die Wähler auch über die Sitzverteilung im Kreistag entscheiden. Dabei gibt es auch nordfriesische Besonderheiten: Vielen Nordfriesen sind die Kandidaten, die sich bereits in unserer Region engagieren oder es künftig möchten, aus der Nachbarschaft bekannt. Und es gibt Alternativen im Parteien-Spektrum. Wie bei der Landtagswahl treten auch der SSW an und die in der Region geerdete Wählergemeinschaft Nordfriesland, die auch bei jenen Stimmen sammelt, denen es missfällt, dass Parteizentralen in Kiel und Berlin vermeintlich bis in die lokale Ebene hineinregieren. In den Sternen steht noch, ob auch die AfD bei der Kommunalwahl in Nordfriesland antreten wird und wie dann die allgemeine Stimmung in der Republik ausfällt, je nachdem, wie es in Berlin letztlich ausgeht – „Gro-Ko“ oder „No-Go“, das ist wohl die Frage. Wenn es dort schiefgehen sollte und sich die politische Großwetterlage einmal mehr gegen die SPD wendet, dann wäre das für die Sozialdemokraten in Nordfriesland besonders bitter. Denn bei der politischen Arbeit im Kreistag sind sie seit Jahren ein Aktivposten, bei Umfragen und Wahlen zuletzt jedoch meist Kellerkinder.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen