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Freiwillige gesucht : Wer begleitet Husumer Senioren im Alltag?

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hilfe bei Anträgen, Arztbesuchen, Einkäufen und bei der Freizeitgestaltung: Die Malteser bauen einen kostenlosen Dienst in Husum auf und suchen dafür Freiwillige.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 07:18 Uhr

Ein Viertel aller Husumer ist über 65 Jahre alt. Rund jeder Dritte von diesen Menschen lebt allein. Um sie herum ist es mit der Zeit einsamer geworden. Die Kinder sind fortgezogen. Der Partner ist womöglich in ein Heim umgezogen oder gar verstorben. Eines Tages kommen gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzu. Arztbesuche, Behördengänge und Einkäufe sowie die Freizeitbeschäftigungen fallen schwerer. Spätestens dann sollen ihnen Seniorenbegleiter zur Seite springen. Ein Projekt, das genau da ansetzt, will Sandra Lübcke von den Husumer Maltesern morgen um 16.30 Uhr in der Zentrale der Hilfsorganisation im Nedderweg 10 der Öffentlichkeit vorstellen.

Rund zehn Jahre ist es her, dass das Diakonische Werk und das Kieler Sozialministerium in mehreren Kreisen – ohne Nordfriesland – ein dreijähriges Modellprojekt gestartet hatten, das den bezeichnenden Titel „Tandem Seniorenbegleitung“ trug. Eben als Tandem sollten zukünftig in Schleswig-Holstein engagierte Menschen im Ehrenamt Senioren im Alltag unterstützen. Außer hauswirtschaftlichen und pflegerischen Aufgaben, die nach wie vor ambulanten Diensten vorbehalten bleiben sollten, war alles denkbar, was den Älteren ihr Leben erleichtert und neuen Sinn stiftet.

Das landesweite Modell trug Früchte, hat sich vielerorts verselbstständigt. Jetzt klinken sich in das Thema die Malteser in Husum ein, die sich bislang vor allem durch ihren Sanitätsdienst, ihre Mutter-Kind-Treffen und die Jugendarbeit einen Namen gemacht haben. Wie eine Fügung empfinden es die Verantwortlichen in der Organisation, dass Sandra Lübcke aktuell ein Studium zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen absolviert. Zusätzlich will sie sich fit machen für das Thema Demenz, das durch die unverändert ansteigende Lebenserwartung an Bedeutung zunehmen wird.

Als Sandra Lübcke von Thomas Kleibrink, dem Diözesanreferenten für das soziale Ehrenamt der Malteser mit Sitz in Hamburg, gefragt wurde, ob sie Lust habe, das Projekt hier aufzubauen, sagte sie spontan zu. Seitens der Krankenkassen und der Stadt habe es bereits positive Signale gegeben. Sandra Lübecke: „Auch die ambulanten Pflegedienste freuen sich, weil sie genau für diese niederschwellige Begleitung keine Zeit haben.“

Warum die Malteser sich in diesem Bereich engagieren wollen, erklärt Thomas Kleibrink anhand der Historie seiner Organisation. Nach dem Krieg standen Hilfe bei Notfällen und die Rettung von Menschenleben im Vordergrund, erst in den letzten 20 Jahren ist das Engagement im Sozialen deutlich gewachsen. „Super wäre es, wenn wir in Husum eine Hand voll Freiwilliger gewinnen können, die zu einem starken Team zusammen wachsen.“

Sandra Lübcke erklärt, dass alle von ihr und auf Seminaren geschult werden und dass sie bei Einsätzen versichert sind. Angedacht sind Hausbesuche, Hilfe bei Alltagsproblemen, beim Ausfüllen von Anträgen, Begleitung zu Ärzten, Behörden und zu Freizeit- und Kulturveranstaltungen. Wer sich als Helfer darauf einlasse, profitiere letztendlich selbst davon, unterstreicht Sandra Lübcke. Thomas Kleibrink knüpft da an und stellt sich vor, dass Senior und Begleiter „idealerweise über einen längeren Zeitraum ihr Leben ein Stück weit teilen.“

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