zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 14:01 Uhr

Neues Hundegesetz : Wenn Waldi zubeißt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hunde müssen seit dem 1. Januar haftpflichtversichert sein. Die Ämter Viöl und Nordsee-Treene informieren und suchen nach den „schwarzen Schafen“ in den Gemeinden.

von
erstellt am 01.Jan.2016 | 17:52 Uhr

Noch sind in den Ämtern Viöl und Nordsee-Treene nicht alle Bürger über das neue Hundegesetz des Landes Schleswig-Holstein informiert, doch soll dies nach Auskunft des Leitenden Verwaltungsbeamten des Amtes Viöl, Gerd Carstensen, und des Ordnungsamts-Mitarbeiters aus Mildstedt, Thomas Magnussen, demnächst erfolgen. Das neue Gesetz enthält einige gravierende Änderungen, die nicht nur für die Hundehalter, sondern auch für die Kommunalpolitiker von Bedeutung sind.

Zwar wurde die Reform des Hundegesetzes schon im Juni im Landtag beschlossen, doch in Kraft trat es erst am 1. Januar. Von diesem Tag an müssen alle Hundehalter eine Haftpflicht für ihre Tiere abgeschlossen haben. Die Mindestsummen belaufen sich auf eine Deckung in Höhe von 500.000 Euro bei Personen- und 250 .000 Euro bei Sachschäden. Gerd Carstensen geht allerdings davon aus, dass wohl die meisten Halter in seinem Verwaltungsgebiet bereits eine solche Versicherung haben, denn das Risiko für einen Hundebesitzer sei einfach zu groß – selbst der friedlichste Hund könne nämlich in bestimmten Situationen Schäden verursachen.

Anders sehe das wohl bei den Tierbesitzern aus, die bislang auch noch keine Hundesteuer zahlen. Und genau an diesem Punkt kommen die Kommunalpolitiker ins Spiel. Denn nur ihnen sei es möglich, die genaue Anzahl von Hunden in einer Gemeinde festzustellen. Zwar müsse sich eigentlich jeder Halter melden, um sein Tier registrieren zu lassen, doch Carstensen geht von vielen schwarzen Schafen aus. „Im Dorf selbst kennt man sich, weiß, wo Hunde gehalten werden, da muss dann nachgehakt werden“, sagt der Verwaltungsleiter.

Auch im Amt Nordsee-Treene dürfte es diverse schwarze Schafe geben, ist sich Thomas Magnussen sicher. Allerdings ist im Amt keine Extra-Aktion geplant. Anders sieht es in Viöl aus. Dort sollen Anfang dieses Jahres alle registrierten Hundehalter an die jeweiligen Gemeinden gemeldet werden, so dass der aktuelle Bestand genau abgeglichen werden kann.

Für die Gemeinden, die die Hundesteuer selbst festlegen, ändert sich zudem die Erhebung der Steuer, denn die Liste der sogenannten Gefahrenhunde gilt seit dem 1. Januar als abgeschafft. Erhöhte Steuern seien somit zumindest rechtlich problematisch. Künftig soll nicht mehr eine Rasse als gefährlich eingestuft werden, sondern nur die Tiere, die tatsächlich aufgefallen sind. Etwa auch der Dackel, der gebissen hat. Nach zwei Jahren können diese Tiere nach dem Bestehen eines Wesenstests wieder als nicht gefährlich eingestuft werden. Im Gesetz heißt es dazu: „Den Kommunen steht es frei, Hundehaltern, die eine Sachkundeprüfung nachweisen, Ermäßigungen bei der Hundesteuer zu gewähren. Für Hunde, die nach dem neuen Gesetz als gefährlich eingestuft werden, können die Kommunen weiterhin höhere Steuern verlangen.“

Auf die Hundehalter kommen aber auch verbindliche Pflichten zu, die teilweise auch bisher schon galten. Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen elektronisch gekennzeichnet werden. Dazu wird ein reiskorngroßer Mikrochip unter die Haut des Tieres gespritzt.

Ordnungswidrigkeiten können zudem mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Wie allerdings die Ämter die Einhaltung des neuen Gesetzes kontrollieren wollen, steht noch nicht fest. Aktuell gibt es dazu im Amt Nordsee-Treene noch keine Überlegungen, im Amt Viöl wird daran gedacht, im Zuge der Halterermittlung und der Weitergabe der Daten an die Kommunen, auch die Einhaltung des Gesetzes zu prüfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen