zur Navigation springen

Großaustelle Feldbergstraße : Wenn vorm Haus die Fahrbahn weg ist

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im August haben die Bauarbeiten begonnen – und seitdem haben die Anwohner der Feldbergstraße in Husum mit Verkehrsproblemen zu kämpfen.

Die Feldbergstraße ähnelt zu großen Teilen einem Sandkasten. Asphalt ist nicht mehr zu sehen, am Fahrbahnrand stehen die Autos der Baufirma, der Gehweg ist aufgerissen. Bereits seit neun Monaten wird gebaut. Die Regenwasserkanäle werden im Durchmesser vergrößert, die Schmutzwasserkanäle erneuert. Fortschritte sind für die Anlieger aber kaum erkennbar: „Es sieht irgendwie so aus, als ob es gar nicht richtig voran geht“, sagt Heike Schumacher.

Für sie und die anderen Betroffenen hat Klaus Lorenzen vom Stadtbauamt eine tröstliche Nachricht parat: „Die Borde sitzen, der Gehweg wird jetzt gepflastert und die Fahrbahn für die Asphaltierung vorbereitet. In vier bis fünf Wochen geht es dann in den nächsten Abschnitt.“ Damit sei der erste Teil der Feldbergstraße bald fertig – auch, wenn es jetzt noch nicht danach aussieht.

Die Verlegung der Versorgungsleitung brauche immer einen kleinen Vorlauf. „Wir arbeiten mit dem Straßenbau aber kontinuierlich hinterher“, sagt Lorenzen. Tatsächlich sei ein „leichter zeitlicher Verzug“ entstanden. „Dennoch werden die Arbeiten in der Feldbergstraße noch in diesem Jahr beendet und die Fertigstellung des Gesamtvorhabens – einschließlich der Schückingstraße – ist immer noch für 2018 vorgesehen“, so der Tiefbau-Experte. Geplant sei, das letzte Teilstück der Feldbergstraße eventuell sogar parallel zur Schückingstraße zu bearbeiten. „Wir müssen aber sehen, dass die Verkehrswege aufrechterhalten bleiben. Da müssen wir uns mit der Verkehrsbehörde abstimmen“, sagt Lorenzen.

Die Anwohner sind mit der Organisation und der Informationspolitik der Stadt auch größtenteils zufrieden. Sie wurden zu mehreren Info-Veranstaltungen geladen und regelmäßig über neu entstehende Behinderungen oder Veränderungen informiert. In der Regel dürfen sie auch den Teil der Feldbergstraße befahren, auf dem gebaut wird, um auf ihr Grundstück zu gelangen – so lange es möglich ist. „Wenn das nicht geht, bekommen sie eine Benachrichtigung von der Baufirma“, sagt Lorenzen.

Es gibt aber noch weitere Einschränkungen: Während der Bauarbeiten kann der aufgerissene Teil der Feldbergstraße nicht mehr von der Müllabfuhr angefahren werden. „Deshalb sind die Anwohner aufgefordert, die Hausnummer auf ihre Mülltonnen zu schreiben“, erklärt Lorenzen. Die Tonnen werden dann von den Bauarbeitern bis zu den Kopfenden der Baustelle gezogen.

„Die Stadt hat immer versucht, uns gut zu informieren und uns anzuhören“, lobt auch Anwohner Jochen Schumacher. Was ihn und seine Frau Heike Schumacher aber wirklich störe, sei die Parksituation – zumal sie beide auf Gehhilfen angewiesen seien. Nach ihrer Einschätzung suchen etwa 20 Haushalte anderweitige Parkplätze. „Die Schückingstraße ist bis in den Nachmittag hinein mit Autos von Schülern und Lehrern der Theodor-Storm-Schule blockiert“, klagt Heike Schumacher. „Wir werden regelmäßig von Nachbarn gefragt, ob sie sich bei uns mit auf die Auffahrt stellen können“, ergänzt Ehemann Jochen. Der Zusammenhalt unter den Anwohnern sei aber sehr gut. Man versuche, sich gegenseitig zu unterstützen.

In punkto Parksituation hätte sich das Ehepaar aber mehr Hilfe von der Stadt erhofft. „Mein Mann und ich haben unser Auto Anfang Mai mal auf dem Bürgersteig geparkt, um es mit Gartenabfällen zu beladen – und es gab sofort ein Knöllchen“, sagt Heike Schumacher. „Wenn wir aber auf der Straße geparkt hätten, wären die Sattelschlepper nicht mehr vorbeigekommen.“ Da die Parkplatzsituation so prekär ist, hätten die Schumachers in dieser Situation mehr Nachsicht von der Stadt erwartet.

„Gerade in dieser Zeit – wo die Räume enger und unübersichtlicher sind – können wir über Parkverstöße noch weniger hinwegsehen“, kontert Ordnungsamtsleiter Malte Hansen. Er könne die Anwohner aber verstehen. Die Parkmöglichkeiten rund um die Baustelle seien wirklich sehr begrenzt.

Aus seiner Sicht sei bisher alles gut verlaufen, berichtet Peter Hempel von den Stadtwerken Abwasserentsorgung. „Manche Probleme sehen wir aber auch nicht. Dann sind wir auf das Feedback der Anlieger angewiesen. Das hat immer sehr gut geklappt“, lobt Hempel die Mitarbeit der Anwohner. „Falls es irgendwelche Fragen gibt, können auch gerne die Bauarbeiter vor Ort angesprochen werden. Oder ein Anruf direkt bei der Stadt. Wir kümmern uns dann darum“, betont auch Tiefbau-Spezialist Lorenzen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen