Husum : Wenn’s faulig riecht, wird’s gefährlich

Gas am Herd: Sollte es unkontrolliert austreten, ist das zukünftig gut zu riechen.
Gas am Herd: Sollte es unkontrolliert austreten, ist das zukünftig gut zu riechen.

Ab Februar setzt die Husum Netz ihrem Erdgas den Geruch von faulen Eiern zu.

shz.de von
24. Januar 2018, 12:00 Uhr

In Ihrem Haus stinkt es bestialisch. Die Reaktion darauf ist absehbar: Sie schreien Ihren Partner an, weil er den Müll noch immer nicht raus gebracht hat. Sie führen ein ernsthaftes Gespräch mit Ihrem Teenager über den Wert des täglichen Duschens oder fahren Ihren Hund wegen des Verdachts auf chronische Flatulenz zum Tierarzt. Lassen Sie es. Der Gestank könnte einen viel schlimmeren Grund haben – und einmal tief durchatmen sollten Sie jetzt besser auch nicht: Vielleicht gibt es in Ihrem Haus ein Gasleck.

Denn Gas riecht künftig nach faulen Eiern: Ab dem 1. Februar 2018 wird dem Erdgas für Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt ein neuer Duftstoff zugesetzt. Er löst den bisherigen ab, dessen Geruch eher dem eines Teppichklebers gleichkommt. „Erdgas ist von Natur aus geruchlos. Den typischen, warnenden Erdgasgeruch erhält es erst durch eine solche Beimischung. Odorieren nennt das der Fachmann. Es ist der Zusatzstoff, der stinkt, wenn irgendwo Erdgas entweicht“, erklärt Sönke Eggers, Technischer Leiter der Husum Netz.

Der Warngeruch für Erdgas muss laut Vorgaben der Fachverbände auch in kleinsten Mengen durchdringend und abstoßend wirken – wie das schwefelarme Mittel „Spotleak 1005“, das nun in Husum eingesetzt wird. Um in möglichst großen Netzgebieten den gleichen Warngeruch zu haben, stellt der vorgelagerte Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG auf diesen Geruchsstoff um. Er ist künftig in seinem Gebiet wie dem der Husum Netz zu riechen, sollte Gas austreten. Die Beimischung wird durch Mitarbeiter des Netzbetreibers an verschiedenen Punkten im Gasnetz eng begleitet. Wer den Geruch „proberiechen“ will, kann das ab 1. Februar tun: Im Kundenzentrum am Binnenhafen 1 liegen Geruchsproben aus. Fragen rund um die Odorierung und die Geruchsproben beantworten die Mitarbeiter der Husum Netz unter 04841/ 8997-777.

„Sicherheit ist uns ein großes Anliegen“, betont Eggers. Das unterirdische, 290 Kilometer lange Leitungsnetz, über das die Bewohner in Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt mit Erdgas versorgt werden, wird kontinuierlich von Spezialisten des Netzbetreibers kontrolliert. Jährlich investiert das Unternehmen rund 800 000 Euro in die Wartung und Modernisierung seines Netzes mit derzeit 6500 Hausanschlüssen, einer Mengenregulier- und zwölf Gasdruckregelstationen.

Rund um die Uhr erreichbar ist auch die Gasstörungsstelle der Husum Netz unter der Rufnummer 04841 8997-200. Grundsätzlich gilt: „Wer Gasgeruch feststellt, soll unbedingt die Störnummer anrufen. Unser Bereitschaftsdienst rückt dann sofort aus, um der Meldung auf den Grund zu gehen“, informiert Sönke Eggers.

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