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Assistierte Ausbildung : Wenn nichts geht bei der Berufswahl

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Unterstützung beim Abschluss in mehreren Phasen: Die Husumer Arbeitsagentur hilft Jugendlichen mit „Assistierter Ausbildung“. Eine Nutznießerin war Maleen Gerkens.

Nicht immer klappt der Sprung von der Schule in die Ausbildung ganz reibungslos. Nachdem Maleen Gerkens immer nur Absagen auf ihre Bewerbungen hin bekommen hatte, wurde sie immer unmotivierter – nach dem Motto: „Das klappt ja eh alles nicht.“ Doch Daniela Pauls, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Husum, wusste Rat – und vermittelte sie in das Projekt AsA, kurz für Assistierte Ausbildung. Mit Erfolg: In Phase eins bekam Maleen Gerkens Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen, der Suche nach Praktikumsplätzen und schließlich beim Abschluss eines Ausbildungsvertrages.

Seit einem Jahr lernt die 19-Jährige nun schon den Beruf der Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk, Fachrichtung Fleisch, bei der Stadtschlachterei Claußen. Und mit Beginn der Ausbildung rutschte Maleen Gerkens in Phase zwei des AsA-Projektes. Hier wird sie von Horst Clausen, Ausbildungsbegleiter bei der Gesellschaft für Beruf und Bildung, unterstützt. Den kann sie in Anspruch nehmen, wenn sie zum Beispiel Nachhilfe für die Berufsschule braucht oder auch nur einen Ansprechpartner, mit dem sie über Probleme im Betrieb reden kann.

Die Assistierte Ausbildung gibt es seit September 2015. „Wir haben rund 530 Jugendliche in Nordfriesland, die eine Ausbildung gesucht und nicht gefunden haben“, sagt Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Flensburg. „Das kann verschiedene Ursachen haben, die zum Teil dem ländlichen Raum geschuldet sind oder der Lücke zwischen dem, was die Jugendlichen wollen und dem, was sie an Qualifikation mitbringen.“

Um Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzuführen, wurde die AsA ins Leben gerufen. „Jugendliche sollten in sich investieren“, appelliert Rump. „Mit einer abgeschlossenen Ausbildung sinkt das Risiko, arbeitslos zu werden, deutlich und man verdient im Laufe seines Lebens rund 250  000 Euro mehr.“ Die 47 Plätze, die im vergangenen Jahr für Nordfriesland bereitgestellt wurden, sind für das laufende Jahr auf 67 aufgestockt worden. Insgesamt stehen für die Maßnahme im laufenden Jahr 960  000 Euro zur Verfügung.

Die Assistierte Ausbildung steht allen Jugendlichen offen, die unter 25 Jahre alt sind und Probleme dabei haben, eine Ausbildungsstelle zu finden oder zu halten. Sie können sich an die Berufsberater in der Arbeitsagentur vor Ort wenden. In der Storm-Stadt ist Daniela Pauls die richtige Ansprechpartnerin.

Für Maleen Gerkens war besonders das erste Jahr anstrengend. Neben der Arbeit in der Schlachterei und der Berufsschule ging sie auch regelmäßig zu ihrem Ausbildungsbegleiter. Aber es hat sich schon gelohnt. „Sie hat ein freundliches Wesen, der Verkauf macht ihr sichtlich Spaß und wir hoffen, dass wir sie nach der Ausbildung übernehmen können“, sagt Annika Claußen-Eggers, Geschäftsführerin der Stadtschlachterei Claußen, die sehr großen Wert auf qualifizierte Fachkräfte in ihrem Betrieb legt.

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