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Die richtige Nummer bei Kummer : Wenn Mütter und Väter nicht weiterwissen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das anonyme Elterntelefon Nordfriesland ist ein Angebot, um Lösungswege aufzuzeigen. Susanne Baum und Romy Dobbert leiten das Team, das vier Mal in der Woche bei Problemen den Hörer abnimmt.

Der erste Anruf kam kurz nach dem Start. Seit dem 20. Januar, Punkt 17 Uhr, hat Nordfriesland ein anonymes Elterntelefon. Unter 0800/0800670 finden Schwangere sowie Mütter und Väter Rat und Hilfe. Romy Dobbert, Leiterin der Eltern-Starthilfe der Lebenshilfeeinrichtungen Niebüll Gmbh (Leni), nahm damals das erste Gespräch entgegen. Sie erinnert sich genau. Die Mutter eines 17-jährigen Teenagers rief aufgelöst an, da ihr Sohn nicht nur seine Ausbildung abgebrochen hatte, sondern auch verschwunden war. Die geschulte Ansprechpartnerin beruhigte die Frau und zeigte Lösungswege auf – kostenfrei und vertraulich. Beim Elterntelefon handelt es sich um das von der „Aktion Mensch“ geförderte Angebot „Familie Leben“.

Romy Dobbert ist neben acht weiteren Fachleuten am Telefon – viermal in der Woche kann die Nummer angewählt werden. „Es gibt zwar keine Lücke an Angeboten“, erklärt Susanne Baum, zuständige Mitarbeiterin des Diakonischen Werks in Husum für den Bereich Beratung und Therapie. Nordfriesland hat nach Einschätzung der beiden Verantwortlichen für dasElterntelefon eine gute Vernetzung.Doch die niedrigschwellige Möglichkeit, über eine anonyme Nummer seinen Kummer mitteilen zu können, ist nach Ansicht des Teams eine wertvolle Ergänzung, zumal Eltern im Falle eines Falles auf entsprechende hilfreiche Adressen aufmerksam gemacht werden. „Wir wollen Lösungen finden und Brücken bauen“, erklärt Susanne Baum – und Romy Dobbert schließt sich an. Themen, mit denen sie konfrontiert werden, betreffen unter anderem Armut, Überlastung durch das Familienleben, Gewalt und sexuelle Übergriffe. Ob ihre Worte Gehör finden, bemerken Romy Dobbert und ihre Kolleginnen bereits im Gesprächsverlauf. „Der Tonfall wird dann ruhiger“, sagt Baum.

Dass Familien und Eltern in Notsituationen Hilfe benötigen, ist keine neue Erkenntnis. Das Psychologische Beratungszentrum gibt es schon seit 48 Jahren in Husum, merkt Susanne Baum an. Dennoch reagierten viele Anrufer überrascht: „Ich wusste gar nicht, dass es Euch gibt“, ist laut Baum eine häufige Aussage.Die

Initiatoren des Elterntelefons: Diakonisches Werk Husum gGmbH (www.dw-husum.de), Diakonisches Werk Südtondern (www.dw-suedtondern.de), Kompass gGmbH in Friedrichstadt, Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Hilfen in Nordfriesland (www.kompass-friedrichstadt.de), Lebenshilfe Husum gGmbH (www.lebenshilfe-husum.de) und Lebenshilfeeinrichtungen Niebüll GmbH (www.leni-gmbh.net).

Näheres zum Elterntelefon steht auf der Homepage im Internet: www.elterntelefon-nordfriesland.de.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 15:00 Uhr

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