Jugendwaldspiele 2018 : Wenn Kinder den Wald erobern

Elf Stationen muss der neugierige Nachwuchs meistern.
Elf Stationen muss der neugierige Nachwuchs meistern.

Rund 100 Viertklässler aus Friedrichstadt, Schwabstedt und Ostenfeld nehmen an den Jugendwaldspielen im Lehmsieker Forst teil.

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11. September 2018, 17:59 Uhr

Tapfer trotzten sie dem Regen: 100 Kinder konnten gestern bei den Jugendwaldspielen den Lehmsieker Forst erforschen, der 140 Hektar groß ist. Bei der Gelegenheit stellten sie dann auch gleich fest, wie viel Schutz so ein Blätterdach bietet. Die Veranstaltung, an der nicht nur Schwabstedter Schulkinder, sondern auch Viertklässler aus Friedrichstadt und Ostenfeld anreisten, fand zum 43. Mal statt.

Begleitet wurde dieser ganz besondere Schultag, der einmal jährlich stattfindet, wieder von jenen vier Herren der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), die schon über viele Jahre dabei sind: Vorsitzender Hans-Jürgen Mewes und seine Kollegen Heinz Otto Hansen, Ernst Honnens sowie Günter Jacobsen. Auch mehrere Eltern waren dabei – unter anderen Björn Jensen aus Friedrichstadt. Mitgebracht hatte er seinen dreijährigen Jagdhund Tomte.

Alle Gruppen starteten von einer der elf Stationen aus. Auch Forstdienstleiter Claas Löhr-Dreyer vom Forstamt Idstedtwege durchlief die große Runde – und markierte unterwegs mit roter Farbe gleich jene Bäume, die demnächst gefällt werden müssen.

Eine der Gruppen, die den Parcours mit Bravour bewältigte, setzte sich aus Magnus, Momme, Emma, Nele, Jarne, Lena, Thalia, Lennox und Linn zusammen. Auf der Sprungbahn schafften sie Distanzen wie die Heuschrecke (1,5 Meter) oder der Frosch (zwei Meter). Auch die Namenschilder konnten sie Amsel, Buntspecht, Buchfink und Uhu zuordnen. Beim Abzählen der Jahresringe an einer abgesägten Baumscheibe übernahm Lennox (9) die Aufgabe für alle und vermerkte 52 Jahre.

Mit seiner humorvollen Art empfing Forstwirt Hans-Uwe Schnack die Gruppen und erklärte die Sicherheitsausrüstung. Wer weiß schon, dass die Forstwirte über ein Head-Set im Sicherheitshelm über Funk miteinander verbunden sind, wenn sie im Wald arbeiten? Und dass die Arbeitshose der Forstleute eine 40-fache Beschichtung hat und die Arbeitsschuhe 400 Euro kosten?

Zehn Zentimeter eines Baumstammes sollten ohne Zollstock abgemessen werden und wurden vom Forstwirt sekundenschnell mit der Kettensäge gekappt. Ein gutes Augenmaß bewies die Gruppe nach Besprechung: 9,6 Zentimeter. „Rehe sind Nascher und haben selbst den Geburtstags-Rosenstrauß meiner Frau Telse verspeist“, berichtete Günther Jacobsen an der nächsten Station – hoch oben auf dem Aussichtsturm, auf dem allerlei Tiere ausgestellt waren.

Klar erkannten die Grundschüler an der Station von Hans-Jürgen Mewes, dass Müll nicht in den Wald gehört – und an der nächsten Station versorgten Ernst Otto Hansen und Ernst Honnens alle Gruppen mit Brötchen und Würstchen. Gut gestärkt ging es danach an die Hangel-, Kletter- und Balancier-Station.

Zum Abschlusstreffen gab es für alle jungen Teilnehmer neben Info-Material auch noch eine Medaille. „Die Zeit hier draußen ging sehr schnell vorbei“, bilanzierte Magnus, nachdem er den Block mit allen abgestempelten Stationen abgegeben hat. Der Wunsch der Kinder: „Das könnte es gerne statt nur einmal im Jahr gleich mehrmals geben. Da macht Lernen doch richtig Spaß.“ Mewes erklärte: „Wir bleiben dran – die 44. Jugendspiele finden nächstes Jahr statt.“

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