Bürgerschule : Wenn Frühstück ein Fremdwort ist

Zeigt her eure gesunde Kost: Mit einer nahrhaften Mahlzeit im Bauch lässt sich der Unterricht gleich viel konzentrierter verfolgen. Foto: wagner
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Zeigt her eure gesunde Kost: Mit einer nahrhaften Mahlzeit im Bauch lässt sich der Unterricht gleich viel konzentrierter verfolgen. Foto: wagner

An der Bürgerschule stehen jeden Mittwoch für rund 20 Kinder gesunde Mahlzeiten auf dem Stundenplan. Mütter engagieren sich.

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08. Februar 2013, 09:50 Uhr

Husum | Äpfel, Tomaten, Käse und Vollkornbrot. Für die meisten Husumer klingt das nach einem tollen zweiten Frühstück. Sicher, es darf auch mal Honig oder Marmelade sein, aber so richtig gestärkt springt man nur mit einer soliden Grundlage durch den Tag. Doch die bekommen längst nicht alle Kinder zu Hause aufgetischt. "Für einige unserer Schüler beginnt der Morgen daheim hektisch", berichtet der Rektor der Bürgerschule, Detlef Kreutzfeldt. "Wer aber nicht gut gefrühstückt hat, kann im Unterricht nicht mitarbeiten." Und so nahm die Schule mit dem neuen Halbjahr die gute Tradition des "Gesunden Frühstücks" wieder auf.

Immer mittwochs treffen sich rund 20 Pennäler und zwei Mütter morgens in der Schulküche und zaubern gemeinsam ein leckeres und nahrhaftes Frühstück auf den Tisch. Möhren, Gurken, Käse und Schwarzbrot sind fast immer dabei, manchmal gibt es auch fruchtige Shakes oder frischen Quark. Die meisten Grundschüler lernen so einige Frühstücks-Alternativen kennen, einige betreten allerdings das reinste Abenteuerland. Und vor allem für die ist die Aktion auch gedacht. Denn für etliche Kinder ist das Wort Frühstück eher ein Fremdwort. Da gibt’s morgens gar nichts zu futtern. Für andere wiederum nur lauter ungesunden Kram. Die Folgen sind augenscheinlich: "Es gibt Kinder, die kennen nicht einmal den Unterschied zwischen einem Apfel und einer Tomate", klagt Birte Krämer. Sie ist selbst Mutter eines Erstklässlers und stieß das "Gesunde Frühstück" an der Bürgerschule neu an. "Da wird eine ganz normal aufgeschnittene Gurke zum Renner, weil sie richtig frisch ist und schmeckt."

"Ich kenne das noch aus den Zeiten meiner großen Kinder. Als jetzt der Kleine an die Schule kam, wunderte ich mich, dass es das Projekt nicht mehr gab", so die engagierte Mutter weiter. Die Mittel fürs "Gesunde Frühstück" waren im vergangenen Schuljahr ausgelaufen, neue Gelder nicht aufgetan worden. Birte Krämer erinnerte sich an die erste Runde und rief den Sponsor aus alten Tagen, Michael Bartz von der Physiotherapie-Praxis Vital, an. Der war sofort Feuer und Flamme und spendierte erneut Bares für den Einkauf: "Meine große Tochter war hier, meine Kleine ist noch an der Schule. Da helfe ich natürlich gerne."

Ohne den ehrenamtlichen Einsatz einiger Mütter wäre das Projekt dennoch nicht möglich. "Es ist schon toll, wie das funktioniert", freut sich Lehrerin Maren Giltner, die das "Gesunde Frühstück" auf Seiten der Schule koordiniert. Dass diese gemeinsamen und gesunden Mahlzeiten auch zu Hause möglich wären, würden die Initiatoren gerne auch einigen betroffenen Eltern zeigen. "Alle sind herzlich eingeladen, mal bei der Zubereitung zu helfen, denn die Elterm müssten es ja lernen", sagt denn auch Rektor Kreutzfeldt. "Aber das Interesse ist dort leider sehr gering."

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