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Freilauf für Hunde in St. Peter-Ording : Wenn Fiffi die Badegäste ärgert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Über das Problem Hunde am Strand von St. Peter-Ording wurde intensiv in der Veranstaltung „TZ im Dialog“ diskutiert. Die Tourismus-Zentrale setzt sich für zwei Freilauf-Areale ein.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 17:52 Uhr

Sehr lebhaft wurde es zum Schluss der Veranstaltung „TZ im Dialog“ im Dünen-Hus in St. Peter-Ording. Bei dem Thema kein Wunder: Es ging um Hunde am Strand. Eine Besucherin der Veranstaltung der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording (TZ), die Ferienquartiere vermietet, hatte es angesprochen. Viele Hundehalter ignorierten die Leinenpflicht und andere Ge- und Verbote am Strand, sagte sie. Gäste würden sich bei ihr beschweren. Flugs teilte sich die Zuhörerschaft in passionierte Hundehalter („Ein Hund muss doch auch mal frei laufen dürfen.“) und solche, die schlechte Erfahrungen gemacht hatten. So war von Vierbeinern zu hören, die über Badegäste springen, sie belästigen oder gegen Rucksäcke pinkeln. Das Problem-Thema beschäftigt auch Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier und sein Team schon länger, und er machte Hoffnung: „Wir bekommen nur eine Verbesserung der Situation, wenn wir am Strand und im Ort einen Freilauf einrichten können. Wir sind da auf einem guten Weg mit dem Nationalpark.“

Zuvor hatten er und die Abteilungsleiter der TZ eine ausführliche Übersicht über die Saison 2015 und einen Ausblick auf 2016 gegeben. Rund 30 Zuhörer hatten sich dazu im Dünen-Hus eingefunden. Sie hatten Gelegenheit, Sachverhalte anzusprechen, die sie bewegten.

Balsmeier sprach von einem erfolgreichen Jahr – trotz des schlechten Wetters bis in den Juli hinein. Das erwartete Minus von 1,1 Millionen Euro werde sich voraussichtlich in noch ein bisschen mehr als eine schwarze Null verwandeln. „Auch wenn ich der Ansicht bin, dass die Tourismus-Zentrale ein gewisses Defizit vertragen kann, aber natürlich nicht zu viel.“ Denn da kommt die Gemeinde ins Spiel, die die Verluste der gemeindeeigenen TZ ausgleichen muss. „Aber die wird in den kommenden Jahren finanziell weniger Spielraum haben, da sie in den nächsten Jahren jährlich 500.000 Euro mehr an Amt und Kreis bezahlen muss.“

330.000 Gäste sorgten für 2,25 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr. Die Dünen-Therme schrieb bis zum 30. November ein Plus von gut 200.000 Euro gegenüber dem Plan.

An Investitionen sind in diesem Jahr unter anderem eine neue Wasser- und Abwasserleitung zum Strandabschnitt FKK für 200.000 Euro geplant. Sie müssen durch den Deich verlegt werden. Zur langersehnten Sanierung der Böhler Landstraße erklärte Balsmeier, dass im Januar der Baubeginn feststehen werde. Er gehe von Juli oder August aus. Die Sache werde drei Jahre dauern.

Auch auf den Wegfall des Kitesurf Worldcups, der in diesem Jahr auf Fehmarn stattfindet, ging er kurz ein. An sich sei diese Entwicklung wirtschaftlich positiv. Denn die direkten Einnahmen hätte man nie beziffern können. Dagegen hätte die Tourismus-Zentrale 2015 280.000 Euro an Kosten für das Sportevent übernehmen müssen. „Wir werden eine größere Summe für Veranstaltungen im Sommer einstellen, wir werden uns aber nicht bei der Entscheidung, welche es sein wird, hetzen lassen. Auf jeden Fall richtet sie sich wieder an eine jüngere Zielgruppe“ , so Balsmeier.

Dann berichtete der technische Leiter der TZ, Nils Koch, über die Baumaßnahmen in 2015. So wurden kleinere Strandkorbpodeste zu größeren zusammengebaut. „Das kommt bei den Gästen sehr gut an.“ Die Fahrrad- und Fußstege in Ording Nord werden im Frühjahr fertig sein. Im Gesundheits- und Wellnesszentrum seien aus dem ehemaligen Fitnessstudio neue Räume entstanden. Der Aufsichtscontainer am FKK-Strand wurde vergrößert, in der Parkpalette der Beton saniert. Ferner wurden am Strand 21 neue Spielgeräte aufgestellt, die Treppe zur Seekiste erneuert und der Schallschutz im Kinderspielhaus verbessert.

Die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff berichtete aus der Marketing- und Veranstaltungsabteilung. Die Saison werde am 13. März eröffnet. Es werde zwei Termine zum Müllsammeln am Strand geben. Im Kinderspielhaus wurde 2015 ein Rekord bei den Besucherzahlen gemessen. Die Kooperation mit dem Museum der Landschaft Eiderstedt soll ausgebaut werden.

Positive Besucherzahlen nannte auch Georg Römer, Leiter des Gesundheits- und Wellnesszentrum mit Dünen-Therme. Es entspann sich eine kurze Diskussion um den Gesundheitstourismus. Immerhin sind die 1000 Klinikbetten fast ausgebucht. Der Kurmittelbereich stabilisiere sich, ein Wachstum sei aber nicht erkennbar. Der Gesundheitstourismus sei schwierig zu vermarkten, ergänzte Constanze Höfinghoff.

Vermieterschulungen zum Thema Marketing von Ferienquartieren kündigte Ute Broders, Leiterin des Tourismus-Service-Centers, an. Vor allen Dingen bei Texten und Bildern gebe es noch Entwickungspotenzial. Ihre Abteilung verzeichnete 18 Prozent mehr Buchungen als 2014. Auch die Sprechstunde für Vermieter werde gut nachgefragt. „Wir werden die Zeiten ausweiten.“

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