zur Navigation springen

Schlechtes Benehmen : Wenn Fiffi den Strand verschmutzt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording gibt es immer wieder Beschwerden über Hundehaufen und freilaufende Vierbeiner. Der Umweltausschuss diskutierte über verschiedene Lösungsansätze, darunter eine gelbe Karten für Fehlverhalten.

Die Gemüter erhitzen sich, wenn es um ein altes, leidiges und immer noch aktuelles Thema geht. Hunde werden in St. Peter-Ording nicht immer nur als Bereicherung empfunden. Im Gegenteil, es stören die Hinterlassenschaften von Fifi, Hasso und Co. Freilaufende Hunde werden als Gefahr besonders für die Tierwelt im Nationalpark empfunden. Der Hinweis, dass im Freien immer und überall Leinenzwang gilt, verhallt des Öfteren ungehört. Auch andere Vorkommnisse sorgen bei der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording für Beschwerden. Bürgermeister Rainer Balsmeier ist das ein Dorn im Auge, und das bereits seit 17 Jahren, erklärte er in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Gemeinde. Das Gebiet des Nationalpark Wattenmeer sei natürlich ein tolles Gebiet für Spaziergänge, begann er. Aber umso mehr müsse es geschützt werden. Reinhard Lucassen (AWG) stellte dazu eine Maßnahme vor, die bei den Nationalpark-Rangern bereits bekannt ist. Es werden gelbe Karten als Verwarnung an diejenigen Hundehalter verteilt, die sich nicht ordnungsgemäß verhalten. „Und nach Gelb kommt irgendwann Rot“, erklärte er. Die Ranger sollten die Hundebesitzer ansprechen, sie hätten ja auch eine gewisse Aufsichtspflicht.

Zusätzliche Verbote oder etwa die Einrichtung einer Freilauffläche, wie in der Vergangenheit einmal angedacht, stellten keine effektive Lösung dar, hieß es in der Sitzung. Ein entsprechendes Areal müsse dann auch komplett eingezäunt werden, das sei nicht praktikabel. Die Hundehalter sollten sich gegenseitig erziehen, lautete ein weiterer Vorschlag. Lucassen schlug vor, es den Jägern nachzutun, und ein provokantes Schild aufzustellen, auf dem ein Hund ein Tier reißt.

Es sei schwierig, einen Verstoß nachzuweisen, machte Balsmeier ein weiteres Problem deutlich. Man brauche schon Zeugen und müsse den Hundehalter auf frischer Tat ertappen. Der Vorschlag, einen bestimmten Strandabschnitt auszuweisen, war in der Vergangenheit gescheitert, was wiederum an unterschiedlichen Interessen gelegen habe, erinnerte er.

Eine konkrete Maßnahme ist aber bereits ergriffen worden: Durch das Aufstellen von 38 Hundetoiletten sollen Herrchen und Frauchen an möglichst vielen Plätzen die Gelegenheit erhalten, den Müllbeutel für die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu entnehmen und dann gefüllt zu entsorgen. Doch seien die Kosten für die Unterhaltung dieser Serviceeinrichtungen gewaltig, so Balsmeier weiter. Für den Ausschussvorsitzenden Jochen Rother stand fest: „Es ist kein Ende in Sicht bei diesem Thema.“ Damit übergab er das Wort an Bodo Laubenstein, der nach einer Möglichkeit zur Herrichtung des Biotops Karpfenteich fragte. Es wurde ein Ortstermin mit Experten beschlossen, um dann mit dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt zu beraten, da diesem das Gelände gehört.

Der nächste Tagesordnungspunkt betraf die Reiter. Um den Strand betreten zu dürfen, müssen die Pferde Kopfnummern tragen. Der Erlös aus dieser Plakette dient der Instandsetzung des Reitweges. Geld, das nach den beiden Herbststürmen dringend benötigt wird, da der Pfad zum Südstrand in einem sehr schlechten Zustand ist. Auch Bauhofleiter Christian Heldt sprach die Herbststürme an. Der Bauhof sei allein nicht in der Lage, die Schäden zu beseitigen. Es sind vor allem große Bäume betroffen. Deshalb sollen Firmen beauftragt werden, das Gröbste in einem Zeitraum von etwa vier Wochen aufzuräumen. Balsmeier sah die Dringlichkeit dieser Arbeit, da herumliegende Bäume die Brandlast erhöhen und befürwortete die Maßnahme. Der letzte Tagesordnungspunkt sorgte schließlich für Erheiterung. „Es geht um Entkusselungsmaßnahmen der Innendünen“, verlas Rother. Diese Wortschöpfung bezeichnet das Entfernen von „Dingen, die da nicht hingehören“. Dieses Projekt soll starten, allerdings nicht mit oberster Priorität.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen