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Erziehungsberatung : Wenn Eltern nicht mehr weiterwissen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wenn der Nachwuchs in der Schule auffällig wird, aggressiv, unruhig oder in sich zurückgezogen ist und sich die Eltern um ihr Kind sorgen – dann hilft die Erziehungsberatung des Diakonischen Werks Husum weiter.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 15:45 Uhr

Wenn der zarte Faden zwischen Eltern und Kind abgerissen zu sein scheint, der Nachwuchs in der Schule auffällig wird, aggressiv, unruhig oder in sich zurückgezogen ist, kurz, wenn sich die Eltern um ihr Kind Sorgen machen – dann hilft die Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks weiter. Das Gesprächsangebot steht allen betroffenen Familien offen: Ohne amtlichen Bewilligungsschein, kostenlos und ohne Versichertenkarte, dafür aber vertraulich, einfühlsam und verschwiegen.

„Es lindert den psychischen Druck, zu hören, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist. Hier kann sich jeder öffnen, hier wird jedem zugehört und gemeinsam wird nach Wegen und Lösungsmöglichkeiten gesucht“, sagt Susanne Baum, Leiterin des Psychologischen Beratungszentrums, in das die Erziehungsberatungsstelle eingebettet ist. Es gehe Baum zufolge nicht darum, herauszufinden, wer was wann falsch gemacht hat. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Eltern und Kind wieder ins Fließen zu bringen, das Schweigen aufzuweichen – und vor allem die Spirale aus Vorwürfen, Strafen und Hilflosigkeit zu stoppen.

Das Angebot ist flächendeckend: Die Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks Husum mit den Außenstellen in Tönning und Bredstedt und jene des Diakonischen Werks Südtondern in Niebüll mit den Außenstellen in Leck, auf Föhr und auf Sylt stehen den Familien – auf Wunsch sogar wohnortnah – beratend und begleitend zur Seite. Es ist keine Katastrophe, sich geschulte, externe Hilfe zu holen, betonen die Miarbeiter der Beratungsstelle. Im Gegenteil. In den Erziehungsberatungsstellen Husum und Südtondern holten sich im vergangenen Jahr insgesamt 2434 Menschen professionelle Unterstützung. „Wir verzeichnen in Husum wöchentlich durchschnittlich 13 neue Gesprächsanmeldungen von Familiensystemen“, erklärt Baum.

Die Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks in Husum existiert bereits seit fast 50 Jahren. Und in diesem halben Jahrhundert hat sich dort ein ungeheurer Schatz an Wissen und Erfahrung angesammelt. Doch die Gesellschaft und die Erziehung des Nachwuchses haben sich mittlerweile grundlegend verändert.

„Es ist kein Kinderspiel, heute Kind zu sein. Kinder haben viele Übergänge zu bewältigen“, bringt es Baum auf den Punkt. Gleichwohl sei heute ein viel differenzierterer Blick auf die Kinder und ihre Probleme möglich. Aber auch die Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten seien verbessert worden, denn sie können auf das individuelle Potenzial des Kindes abgestimmt werden. Unterstützung wird in vielerlei Hinsicht gewährt: Bei sozialen oder emotionalen Problemen, bei selbstverletzendem Verhalten des Kindes, Trennung und Scheidung, psychisch belasteten Eltern, Leistungsangst, Zeitnot oder Arbeitslosigkeit. Susanne Baum: „Wir begleiten die Familien ein Stück weit auf dem Lebensweg.“

Offene Sprechstunden



Die offene Sprechstunde der Erziehungsberatung Husum findet mittwochs von 14 bis 15.30 Uhr in der Theodor-Storm-Straße 7 statt. Nähere Auskünfte gibt es unter Telefon 04841/691440. In Niebüll wird freitags von 10 bis 11.30 Uhr eine Sprechstunde angeboten (Berufsbildungszentrum, Westerlandstraße 3). Informationen unter Telefon 04661/96590.




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