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Übung bei Pellworm : Wenn ein Ölteppich die Küste bedroht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schiffskollision vor Pellworm: 120 Einsatzkräfte proben bei einer Übung des Küstenschutz-Landesbetriebs den Ernstfall. Insgesamt sind elf Schiffe und Boote im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 13:30 Uhr

Schiffshavarie vor der Insel Pellworm: Ein riesiger Ölteppich bedroht die Flora und Fauna des nordfriesischen Wattenmeeres, nachdem die Fähre „Peter Pan“ und der Frachter „Moritz“ auf dem Heverstrom kollidiert sind. Da die Hydraulikanlage der Fähre beschädigt ist, sind etwa zehn Tonnen Hydraulikflüssigkeit ausgelaufen. Außerdem hat das Frachtschiff zwei Fässer mit Motorenöl verloren.

So stellt sich am Sonnabend für die Einsatzkräfte das Szenario der Übung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) dar. Ebenso wie im Ernstfall muss bei der Übung Schlimmeres abgewendet werden – effektiv, nachhaltig und vor allem schnell.

Zweck der „Jahresübung und Schutzplan 2014/SH 2014.010“ genannten Aktion: Ausbringen von Öl-Sperren, Manövrieren der Seefahrzeuge im Verband, Öl-Aufnahme vom Wasser und vom Land, Bergen von Seevögeln und gestrandetem Festgut. Darüber hinaus wird eine länderübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen – Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, DGzRS – sowie der eingebundenen Landes- und Bundesbehörden durchgespielt.

An der Ölwehrübung im Bereich der Insel Pellworm nehmen angesichts der komplexen Aufgabenstellung denn auch mehr als 120 aktive Helfer teil. Insgesamt sind elf Schiffe und Boote im Einsatz: Im Norderheverstrom wird die Aufnahme von Öl aus dem Meer geübt. Eine mehrere hundert Meter lange, von zwei Booten gezogene, U-förmige Sperre soll den Ölteppich konzentrieren. Ein dahinter fahrendes Auffangschiff nimmt das Öl – in der Übung wird es durch Popcorn ersetzt – dann aus dem Wasser auf.

Auf der Insel koordiniert eine Einsatzleitung in den Räumen des Amtes Pellworm die Übung. Zusätzlich wird ein Bereitstellungsraum auf dem Gelände der Feuerwehr eingerichtet. Er dient als zentraler Anlaufpunkt für die Einheiten und Geräte sowie zur Verpflegung der Übungsteilnehmer. Im Süden der Insel wird das Deckwerk gereinigt. Dort kommen Sperren, Hochdruckreiniger und spezielle Geräte zur Ölaufnahme vom Wasser zum Einsatz. Im Bereich der „Hooger Fähre“ und im Hafen liegen weitere Ölsperren.

Die zahlreichen, geladenen Beobachter und interessierte Zuschauer können sich einen Überblick über die Ausrüstung der teilnehmenden Einheiten verschaffen und sich vom einem LKN-Mitarbeiter Details erläutern lassen.

Die Bilanz der Übung: Der Ausbildungsstand der vorwiegend freiwilligen Helfer ist gut bis sehr gut. Die Zusammenarbeit untereinander und mit den Helfern anderer Organisationen klappt vorbildlich. Das Urteil der Einsatzleiter und der Verantwortlichen vor Ort: „Mögen wir von derartigen Unfällen verschont bleiben. Aber wenn es denn passiert: Wir sind gerüstet und in der Lage, Schlimmeres abzuwenden. Alle eingesetzten Kräfte haben gelernt, gekonnt Hand anzulegen, Gefahren abzuwenden und Schäden zu minimieren.“ Die Ölwehrübung war demnach ein voller Erfolg, den auch Beobachter aus Tondern bestätigten.

Pellworms Bürgermeister Jürgen Feddersen: „Wenn im Ernstfall alle Kräfte wie gezeigt wirken, können Gefahren an der Westküste wirkungsvoll abgewehrt werden.“

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