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Amtswehrführer sensibilisiert : Wenn die Solaranlage Feuer fängt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach dem Feuer auf einem Bauernhof in Wohlde mit einer Photovoltaikanlage weist Amtswehrführer Tim Petersen auf die Gefahren beim Löschen hin . Denn Solarpanele produzieren Strom und können leicht von Dächern stürzen.

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erstellt am 12.Mai.2016 | 14:00 Uhr

Für die vielen freiwilligen Feuerwehren sind in jüngster Zeit zwei große Gefahrenquellen hinzugekommen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Gebäuden, auf deren Dächern Photovoltaikanlagen installiert sind. Zudem gibt es im Bereich des Amtes Nordsee-Treene auch eine ganze Reihe von Biogasanlagen. Am vergangenen Dienstag brannte in der Gemeinde Wohlde ein Wechselrichter an einem Stallgebäude von fast 100 Meter Länge – auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert. Dieses Feuer nimmt Amtswehrführer Tim Petersen aus Seeth vom Amt Nordsee-Treene zum Anlass, nochmals seine Kameraden wegen der besonderen Gefahren zu sensibilisieren.

Gefährlich sind die stromerzeugenden Solaranlagen, da sie auch im Falle eines Brandes eigentlich weiter arbeiten. „Daher ist es unser Hauptbemühen, die Wechselrichter abzuschalten“, sagt Petersen. Denn in diesen Geräten wird der von den einzelnen Modulen erzeugte Strom quasi auf 220 Volt transformiert, eine Stromstärke, die durchaus tödlich sein kann. Daher gelten auch für Brände mit Solaranlagen die Sicherheitsabstände für elektrische Einrichtungen. „Gut ist es immer, wenn ortskundige Personen sagen können, wo die Wechselrichter installiert sind“, sagt der Amtswehrführer. Üblicherweise seien die Landwirte, auf deren Gebäuden zumeist die größten dieser Anlagen installiert sind, schnell erreichbar.

Selbst nachts, wenn eigentlich kein Strom erzeugt wird, können die Photovoltaikanlagen gefährlich werden. Dann nämlich, wenn zur Bekämpfung eines Feuers und zur Ausleuchtung des Arbeitsfeldes der Brandschützer Scheinwerfer aufgestellt werden. Das helle Licht der Strahler kann durchaus die Stromproduktion in Gang setzen, heißt es beispielsweise auf einer Infoseite der Feuerwehr.

Doch nicht nur Stromstöße bedrohen die Brandschützer. Da die Photovoltaikanlagen üblicherweise auf einem Aluminium-Ständerwerk befestigt sind, können sie im Falle eines Feuers auch leicht herabstürzen. Das Leichtmetall sei nämlich nicht besonders hitzebständig. „Und solch eine Platte von mehr als einem Quadratmeter Größe bringt locker mehrere Kilogramm Gewicht auf die Waage.“

Das Feuer in Wohlde ist nach Auskunft von Petersen Anlass, nochmals seine Kameraden im Amtsbereich zu sensibilisieren. In den regelmäßigen Zusammenkünften der Wehrführer würden immer wieder aktuelle Themen besprochen, beispielsweise jüngst der Einsatz eines neuartigen Gasspürgerätes.

Solch ein Gerät besitzt im Amtsbereich bislang lediglich die Unfall-Schwerpunktfeuerwehr in Koldenbüttel. Ihr wurde das Meßgerät vom Förderverein spendiert. Zudem nutze natürlich der Gefahrgut-Löschzug auch ein solches Gerät. Wenn nämlich die Feuerwehren zu einem Einsatz in einer Biogasanlage gerufen werden, dann sei immer größte Vorsicht geboten. „Gott sei Dank kommen diese Einsätze nur ganz selten vor“, sagt Petersen. Aber, wenn schon in der Nähe der Anlage Personen oder Tiere auf dem Boden liegen, dann heißt es: Atemschutz. Üblicherweise werden dann auch die Spezialisten vom Gefahrgut-Löschzug gerufen, die im Regelfall, so Petersen, nach etwa 15 Minuten eintreffen. Die könnten dann mit dem Meßgerät feststellen, welche Gase in welcher Konzentration freigesetzt wurden.

Wenn ein Wechselrichter, wie in Wohlde, in Brand gerät, dann rät Amtswehrführer Tim Petersen sofort die 112 anzurufen und sich auf gar keinen Fall selbst in Gefahr zu begeben, vielmehr sich in Sicherheit zu bringen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren waren alarmiert worden, darunter auch die Husumer, die mit ihrer Drehleiter angerückt war.

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