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Karneval in Garding : Wenn die Funkenmariechen tanzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Garding ist die Faschingshochburg von Eiderstedt, da dürfen die flotten Tänzerinnen beim großen Fest nicht fehlen. Seit Jahrzehnten gibt es die Gruppe, die ihren nächsten Auftritt am 14. Februar hat.

Musik von der CD tönt durch die Halle. Unschwer zu erkennen: Es sind Karnevalslieder. „Hopser zur Mitte“, „Dosado“, „Seit-Galopp“, „Hacke – Spitze“, „Arme hoch“ – sind nur einige der Kommandos, die die Trainerin den Akteurinnen der kleinen Tanztruppe zuruft. Hoch konzentriert und mit sichtlich guter Laune wird geübt und zwischendurch gibt es Lob für perfekte Umsetzung. In der Halle üben die Funkmariechen von Garding. Denn die Gardinger sind jeck, die Stadt ist die Karnevalshochburg von Eiderstedt, wenn nicht von Nordfriesland. Dort halten die beiden Fastnachtsboßelvereine Lüch op und Schambüllsenn, Gaarngeest und Leegesee die Faschingsfahne hoch – mit Sitzung, Tanz und Büttenreden.

Und da dürfen die Funkenmariechen nicht fehlen. Sie haben Tradition in der fünften Jahreszeit und bringen zweifelsohne mit ihren fetzigen Tanznummern viel Pep in die närrischen Sitzungen. Vor Jahrzehnten wurde die Idee nach Garding importiert. Es ist schon teilweise Familiensache. Denn bereits einige Mütter der heutigen Funken haben einst mitgetanzt.

Derzeit gehören elf Mädchen zwischen sieben und 13 Jahren der flotten Truppe an. Ihr Markenzeichen: blau-weiße Kostüme, teilweise von Trainerin Uta Manthey geschneidert. Sie ist ehrenamtlich für den Boßelverein Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee sowie im Gardinger TSV als Übungsleiterin aktiv. Seit 1997 ist sie die Chefin der jungen Gardistinnen, und sie hat mit ihrer munteren Truppe – wie sie sagt – immer ganz viel Spaß. „Wir sind eben mit Herz und Seele dabei.“

Relativ wenig Zeit verbleibt den jungen Tänzerinnen zum Proben. Nicht nur die Übungsstunde ist wegen der für diverse Sportangebote voll ausgebuchten Sporthalle der Theodor-Mommsen-Schule auf 60 Minuten beschränkt, sondern auch der straffe Trainingsplan. Seit Anfang Januar wird wöchentlich geprobt. „Das reicht nur knapp“, sagt die erfahrene Trainerin. Aber auch die Mädchen sind zuversichtlich. „Wir schaffen das locker“, ruft die elfjährige Lina in die Runde. Sie ist seit vier Jahren dabei. „Es macht tierisch Laune mit Uta. Ich tanze gern“, erzählt sie. Wenn es nur nicht das Lampenfieber gebe. Doch das müsse man wohl aushalten. Auch die großen Stars hätten diese „Krankheit“ vor Auftritten. Immerhin werden es in diesem Jahr mindestens drei Veranstaltungen sein, der Boßelball von Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee und zwei Auftritte in den umliegenden Alten - und Pflegeheimen Garding und Tetenbüll.

Sophia, sie ist mit sieben Jahren die Jüngste, sagt: „Wir haben zusammen Spaß.“ Und auch die Älteste, Larissa (13) ist hin und weg. „Ich muss mich ganz schön konzentrieren, aber das ist auch eine Herausforderung“, sagt sie. Schon sechs Jahre ist sie dabei. Es sei auch toll, den Kleineren was beizubringen. Drei Tänze werden gezeigt, und sie werden bis zum Auftritt immer und immer wieder durchgegangen. Nicht fehlen dürfen dabei der „Narrhalla-Marsch“, die von Rainer Martens komponierte Gardinger Karnevalshymne für den Verein Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee, frei nach dem Motto „Wir sind die Fans von Schambüllsenn“ sowie eine Überraschungs-Tanznummer. „Die werden wir nachmittags und abends auf dem Faschingsfest des Boßelvereins am 14. Februar präsentieren. Außerdem haben wir am Mittwoch darauf einen Auftritt im Seniorenheim Eiderstedt in Tetenbüll und am 25. Februar im Martje-Flohrs-Haus in Garding“, verkündet Uta Manthey. Im vergangenen Jahr sei zum ersten Mal eine weitere Vorführung beim Fest des Boßelvereins von 1882 Lüch Op dazugekommen. „Wir sind auch für mehr Buchungen gewappnet. Manchmal werden wir sogar für private Familienfeste wie goldene Hochzeiten oder runde Geburtstage engagiert. Auch das bringt viel Spaß,“ bekundet die Trainerin. Ohnehin würde sie ja mit ihren Tänzerinnen im Vergleich zu den rheinischen Kolleginnen mit sehr kurzer Übungszeit nur wenige Auftritte gestalten können. Die echten Jecken müssten ja am Karnevalswochenende buchstäblich von Termin zu Termin hetzen. Wichtig sei eben für alle der große Spaß an der Sache.

Karnevalsgarden waren als Persiflage auf das Militär in den 1820er und -30er Jahren entstanden. Weibliche Tanzgarden wurden erstmals 1947 gegründet.

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