zur Navigation springen

Offene Gärten in Nordfriesland : Wenn der Daumen besonders grün ist

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am Wochenende lockt manch ein „Offener Garten“ in Nordfriesland – auch Heidi Andresen präsentiert ihr liebevoll gestaltetes botanisches Reich in Behrendorf.

Mehr als 270 Gartenbesitzer in Schleswig-Holstein und Hamburg öffnen am Wochenende (17. und 18. Juni) ihre Pforten und laden zum „Offenen Garten“ ein. Zum zweiten Mal dabei: Heidi Andresen aus Behrendorf. „Vor 30 Jahren habe ich die weiße Schürze gegen grüne Gummistiefel getauscht“, sagt sie schmunzelnd. Aus der Hotelfachfrau wurde die Ehefrau eines Landwirts – und die hat einen besonders grünen Daumen.

Über mehr als 1700 Quadratmeter erstreckt sich der Garten der Familie, zu der neben Ehemann Harald auch drei Kinder und vier Pflegekinder gehören. Bis auf zwei von ihnen sind inzwischen alle aus dem Haus. Als sie damals der Liebe wegen in die Gemeinde zog, legte sie nach und nach einen blühenden Ruhepol an. Das Grundstück der Andresens liegt an einer viel befahrenen Hauptstraße, auch deshalb soll der Garten immer schön aussehen, so der Anspruch der Behrendorferin.

Ein 90 Meter langer Friesenwall hüllt das grüne und blühende Refugium ein. Hainbuchen sind so gepflanzt worden, dass eine Sichtachse zum Eingangsbereich des Friesenhauses entstand. Der spitze Giebel des Hauses findet sich in den besonders beschnittenen Bäumen wieder, davor bahnt sich ein kleiner Bachlauf den Weg durch ein Beet.

Vom Vorgarten aus gelangt man durch einen Rosenbogen, der sich in ein paar Wochen in ein weißes Blütenmeer verwandelt. Dahinter befindet sich der „Arbeitsplatz“ von Heidi Andresen. Einer ihrer Söhne hat ihr einen Pflanztisch vom Feinsten gebaut und der steht behütet vor Regen unter Dach. Gleich daneben bietet eine Hollywoodschaukel Entspannung – Zeit zum innehalten bei leichter Bewegung. „Wenn ich hier sitze, kann ich alles sehen, werde aber kaum gesehen“, freut sich die Hobbygärtnerin.

Weiter geht es hinters Haus – vorbei an einer Hauskoppel, auf der Fohlen laufen. Früher war der Hof ein Milchviehbetrieb mit Bullenmast, doch irgendwann sattelte Harald Andresen auf Holsteiner Pferdezucht um. Eine große Auffahrt führt zum Dachboden des Stalls, wo die Strohvorräte lagern. Vom grauen Beton ist nicht mehr viel zu sehen – dank geschickter Anordnung von Steinen, die eine Ruinenmauer mit Wasserfall im mediterranen Stil bilden, und Pflanzen. „Ich habe für die Gestaltung über ein Jahr geplant. Früher hatten die Kinder hier einen Spielplatz, das Anlegen von Blumenbeeten war daher nicht möglich“, erzählt sie. Platz zum Spielen wird nicht mehr gebraucht, für Treffen mit der Familie und Freunden allerdings schon – wahlweise auf der Terrasse mit Grillplatz oder im achteckigen Pavillon mit Blick zur Pferdekoppel. Ein Strandkorb lädt zum Verweilen und Sonne tanken ein, im Teich davor schwimmen die Fische. Wo der Blick auch hinfällt, überall stehen liebevoll arrangierte Deko-Artikel zwischen Stauden, Miniteichen und sattem Grün.

Durch eine Tür geht es dann wieder nach vorne, wo Heidi Andresen ein Steinbeet vor dem Stall angelegt hat. „Der Garten ist vergleichbar mit Kindern. Er wächst und gedeiht mit viel Liebe, Geduld und Dazutun. Fertig ist man nie, es gibt immer wieder etwas Neues“, sagt sie und freut sich auf viele Besucher in ihrem „Offenen Garten“ (10 bis 18 Uhr). Am Sonnabend, 5. August, beteiligt sie sich auch an der „Langen Nacht der Gärten“ (19 bis 23 Uhr). Weitere Informationen im Internet unter www.offenergarten.de.

Sie öffnen ihre Gärten:



>  BUND-Garten Husum: Bellmannstraße, Kleingartenverein Ruhetal, naturnaher Gemüse- und Bauerngarten auf 2000 m² (bitte keine Hunde, rollstuhlgängig), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 14 bis 18 Uhr.

>  Silke Mattke und Arno Erb: Süderbergweg 16 in Husum-Schobüll, 3000 m² parkähnlicher Garten mit altem Baumbestand und Themenbereichen (nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 17 Uhr.

>  Ostenfelder Bauernhaus: Nordhusumerstraße 13 in Husum, bei Deutschlands ältestem Freilichtmuseum ist der kleine neuangelegte Bauerngarten zu bewundern. Am Sonnabend gibt es auch einen kleinen Kunsthandwerker-Markt, Öffnungszeiten: 17. und und 18. Juni,

10 bis 17 Uhr.

>  NABU Naturzentrum Katinger Watt: Katingsiel 13, Tönning, Blumen- und Kräuterhochbeet, Duft- und Färberpflanzen, Insekten- und Vogelkästen, Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 11 bis 17 Uhr.

>  Familie Schultz, Hof Rungholt: Hammchaussee 5, Nordstrand, großzügig angelegter Garten (5600 m²) mit Blumenbeeten, Gemüse-, Obstgarten, Seerosenteich und Naturteich und Reitplatz, Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 11 bis 17 Uhr (bitte keine Hunde).

>  Heide Andresen, Behrendorf:
Norderdorf 15, vielfältiger, offener Garten auf 1750 m², Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 18 Uhr.
>  Petra und Dieter Franke: Professor-Iwersen-Straße 18, Joldelund, artenreiche Stauden, Gehölze, Trockenbeete, Teich, Sumpf-, Großstaudenbeet, Obstbaumwiese, Gemüse (keine Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 18 Uhr.
>  Monika und Helge Hansen: MuH’s Gartendeko, Süderweg 1 in Ahrenviöl (1200 m²), Sitzecken, Rankrosen, Streuobstwiese, Entengehege, Steingarten, Rhododendren und Steinpflanzen (nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 17 Uhr.
>  Linda und Volquart Hamkens:
Reimersbude bei Witzwort, 4000 m² naturnah gestalteter Garten rund ums Reetdachhaus, Gräben und Teich, alter Baumbestand (bedingt rollstuhlgängig, keine Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 11 bis 18 Uhr.
>  Dagebüller Gärten: Süderwaygaard 24 in Dagebüll, die Gärten liegen allesamt auf der größten Festlandswarft Schleswig-Holsteins, die Warft war vor 1574 noch eine Hallig (nicht rollstuhlgängig, nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 11 bis 17 Uhr.
>Petra und Stephan Wiese: Osterbollhaus 3 in Dagebüll, Ortsteil Waygaard, 1800 m² naturnaher Garten auf einer Großwarft in der Marsch: alter, typischer Baumbestand, Hecken, Staudenbeete, Rosen, Wild- und Heilkräuter (nicht rollstuhlgängig, nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 18 Uhr.

>  Carla Kuster, Uphusum: Dorfstraße 62-64, 2000 m² Bauerngarten, mit Buchsbaum eingerahmte Staudenbeete (nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 18 Uhr.
>  Marie-Luise und Rolf Berndt: Markhäuser 2, Rodenäs, Garten auf einer Warft nahe dem Naturschutzgebiet Rickelsbüller Koog von einem „Burggraben“ umgeben (nicht rollstuhlgängig, keine Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni von 10 bis 18 Uhr.
>Petersen Dirk Krüger: Hardenhof-Manufaktur für Park und Garten, Pohnshalligkoog 11, Nordstrand, ausgedehnter, parkähnlicher großer Garten mit zahlreichen Obstbäumen und Gehölzen (nicht rollstuhlgängig, nur angeleinte Hunde), Öffnungszeiten: 17. und 18. Juni.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen