Genervte Hausbesitzerin : Wenn das Haus zum Freibad wird

Hier sprudelte die Quelle. Ina Nielsen zeigt auf die Stelle des Rohrbruchs, hinter ihr der geflutete Garten.
Hier sprudelte die Quelle. Ina Nielsen zeigt auf die Stelle des Rohrbruchs, hinter ihr der geflutete Garten.

Zweimal brach bereits in Wittbekfeld bei Ina Nielsen vor der Haustür ein Wasserrohr. Jetzt hat die Lerntherapeutin Ärger mit Versicherungen, denn auf eine Schadensregulierung wartet sie bereits seit November 2012.

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15. Mai 2015, 17:30 Uhr

Ina Nielsen traute ihren Augen und Ohren nicht. Sie hörte gegen 15 Uhr das Rauschen von Wasser, obwohl ihr Haus eigentlich weit entfernt vom nächsten Gewässer liegt. Nichts Gutes ahnend, öffnete sie die Haustür und sah vor ihrer Gartenmauer, auf dem Seitenstreifen der Straße, eine kräftige Quelle sprudeln. „Nein, dachte ich, nicht schon wieder.“ Schnell rief sie beim Wasserverband Treene in Wittbek an, denn offensichtlich war vor ihrem Haus ein Wasserrohr gebrochen und das ausströmende Nass begann langsam ihren Garten zu fluten.

Relativ schnell war ein Mitarbeiter des Verbandes vor Ort, der die Rohrleitung absperrte und die Quelle zum Versiegen brachte. Lange brauchte der Mann auch nicht nach dem Sperrschieber zu suchen, denn der dürfte gut bekannt sein, schließlich hat es dort nicht zum ersten Mal einen Rohrbruch gegeben. Und an einen erinnert sich die Lerntherapeutin immer noch mit Grauen. Als im Sommer 2012 etwa 100 Meter von ihrem Haus entfernt ein Wasserrohr brach, war dies für sie nichts Besonderes. Als dann allerdings gegen Mitternacht in der Nacht zum 23. November des Jahres im Wasserwerk ein starker Druckabfall festgestellt wurde, ahnte Ina Nielsen noch nicht, dass sie davon stark betroffen sein wird. Denn da sie und ihr Lebenspartner Urlaub hatten, standen sie erst gegen 7 Uhr auf und bekamen nasse Füße. „Erst dachten wir, der Hund hat seinen Napf umgestoßen, doch im ganzen Haus stand das Wasser zwischen acht und zehn Zentimeter hoch.“ Und der Garten: Ein großer See von rund einem halben Hektar Größe.

Doch schon wenige Tage später begann der Ärger mit den Versicherungen. Sie und ihr Partner hatten lange nach einem alten Langhaus gesucht und es in Westerwittbekfeld gefunden. 2011 kauften sie es, um es innerhalb von 15 Jahren herzurichten. In einigen Räumen waren bereits die alten Fußböden erneuert worden, als die Flut kam. Eigentlich hatte sich Ina Nielsen keine großen Sorgen wegen der Schäden gemacht, denn für die Regulierung kommt der Kommunale Schadenausgleich Schleswig-Holstein (KSA) auf. Aber bis heute, sagt sie, sei noch nichts geklärt. So stieg die Schätzung der Versicherungen über die Schadenshöhe von 8000 Euro Schritt für Schritt auf 25.000 Euro im und am Haus, doch auch eine unterspülte Gartenmauer, die abgesackte Auffahrt und die in der Garage stehenden Geräte sollten ja auch ersetzt werden. „Noch warten wir auf eine Einigung“, sagt die 30-Jährige, die verwirrt ist, dass vom KSA verwundert nachgefragt worden sei, warum denn ein Rasenmäher in der Garage stehe. Auch soll es Abzüge geben, da das Gebäude tiefer als die Straße liege.

Dazu sagt Dr. Mathias Banck, Geschäftsführer des KSA, dass dies üblich und von verschiedenen Gerichten auch schon so bewertet worden sei. Eigentümer tiefer liegender Gebäude hätten Vorsorge gegen eventuelle Überflutungen, auch durch Starkregen, zu treffen. Er selbst könne sich nicht konkret zu dem Fall äußern, stelle aber fest, dass seit 2012 daran gearbeitet werde, es immer wieder zu Schriftwechseln gekommen sei. Wann es zu einem Abschluss kommt, könne er nicht sagen. Auf alle Fälle werde der neue Schaden durch den Wasserrohrbruch als ein neues Ereignis eingestuft und nicht mit dem aus dem Jahr 2012 verrechnet.

Ina Nielsen hofft jetzt, dass der Wasserverband möglichst schnell die Rohrleitung erneuert, denn sie hat keine Lust mehr auf Überschwemmungen. „Vier Rohrbrüche auf knapp 200 Meter innerhalb von drei Jahren, das muss reichen“, sagt sie. Übrigens, der jüngste war gegen 21 Uhr repariert.

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