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Husumerin tritt in ihrer Freizeit als Clownin auf : Wenn andere lachen, ist ihre Arbeit ein Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Clownin Angela Reinhard tritt als Frau Hansen vor ihr Publikum und hat eine besondere Kabarett-Figur erfunden.

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 12:04 Uhr

„Ich habe eine“, lacht Angela Reinhard und setzt die berühmte rote Kugelnase aus Schaumstoff auf. Dieses Markenzeichen ihrer Zunft verwendet die Clownin allerdings höchst selten. Die 49-Jährige hat sich für ihre Auftritte eine andere Kostümierung zugelegt. „Ich bin Frau Hansen“, klärt Angela Reinhard auf. Im richtigen Leben leitet die Diplom-Pädagogin und Mediatorin die Beratungsstelle „pro familia“ mit Sitz in Husum. Bevorzugt sie als Angela Reinhard ein eher sportliches Outfit, ist die Husumerin als Frau Hansen im eleganten Kostüm zu erleben, mit einer blonden Kurzhaar-Lockenperücke und einer Retrobrille, wie sie in den 1950er-Jahren modern war.

Die Idee für ihre Bühnen-Persönlichkeit hat sie in einem Kursus im Bochumer Figurentheater-Kolleg bei dem Clown Thilo Matschke entwickelt. „Such’ Dir Deine eigene Clownin“, forderte Matschke seine Schülerin auf. Das tat Angela Reinhard, um sich am Ende für Frau Hansen und für clowneskes Kabarett zu entscheiden – „ich bin nun mal ein kritisch-politischer Geist“. Ob Clown-Nase oder Frau-Hansen-Kostüm: „Eine Verkleidung schützt einen, da kann man viel mehr sagen.“ Und manchmal jongliert die Frau mit dem bekannten nordfriesischen Nachnamen dabei mit bunten Tüchern – wie der Kollege aus dem Zirkus.

Auch die Clownin Angela Reinhard lebt von der Interaktion mit ihrem Publikum. Dafür braucht sie Fantasie und vor allem Einfühlungsvermögen. Und das besitzt die Beraterin schon von berufswegen.

Ihre Solo-Programme konzipiert die Kabarett-Clownin maßgeschneidert für den jeweiligen Auftritt – „ich werde oft von Einrichtungen gebucht“. So war Frau Hansen bereits bei Frau & Beruf und im Kinderschutzzentrum zu Gast.

Erfahrungen mit der Schauspielkunst und dem Genre Kabarett hat Angela Reinhard in vielen Jahren sammeln können. So brachte sie bis 2009 mit einer Kollegin Frauenkabarett auf die Bühne. „Wenn wir uns als Reinhard und Rudolf – unsere Nachnamen – vorstellten, war das schon der erste Lacher.  .  .“ Bereits während ihres Pädagogik-Studiums in Flensburg gehörte Angela Reinhard mit zu den Petuh-Tanten. „Theater habe ich schon immer gespielt – angefangen hat es in der Schule, und in der Uni habe ich eine Gruppe mitgegründet. In Husum bin ich bei der Frauentheatergruppe ‚5 plus 1‘ dabei.“

Eine Fortbildung auf Sylt wirkt immer noch nach. Das Thema „Der Clown und der Tod“ war kein einfaches. „Wir haben zum Beispiel unsere eigene Beerdigung gespielt.“ – „In den Niederlanden treten Clowns bei Trauerfeiern auf“, fügt Angela Reinhard hinzu. Ob sie ein eigenes Programm – in einer anderen Kostümierung – zu Leben und Tod entwickeln wird, lässt sie offen. „Dass Clowns in Kinderkliniken und in Altersheimen auftreten, finde ich auf jeden Fall sehr sinnvoll. Ob ich es könnte, weiß ich nicht.“

Die Clownin muss täglich Mimik und Gestik trainieren – los geht es bei Angela Reinhard gleich morgens vor dem Badezimmerspiegel. Und was hatte Thilo Matschke noch gefordert? Immer mal wieder über sich selbst lachen! Frau Hansen gelingt das ganz gut.


Kontakt zu Angela Reinhard: per Mail an clownetta@web.de.

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