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Husumer Tourismus-Bilanz : Weniger Sommer, aber mehr Gäste

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zuwächse dank Biikebrennen und Hafentagen: Das durchwachsene Wetter hat dem Tourismus in Husum nicht geschadet. Die Übernachtungszahlen nahmen sogar stärker zu als im Durchschnitt des Kreises Nordfriesland.

Jutta Albert, Geschäftsführerin der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH (TSMH), ist mit der Saison für die Storm-Stadt zufrieden. „Die größeren Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten konnten von Januar bis Juli 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 4,3 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnen“, sagt sie. Damit liegt die Wachstumsrate der Kreisstadt sogar über der in Nordfriesland insgesamt – hier waren es nur 2,3 Prozent.

Allein im Juli habe es im Stadtgebiet rund sechs Prozent mehr Übernachtungsgäste als im Jahr zuvor gegeben. „Obwohl das Wetter da ja recht durchwachsen und nicht so sommerlich war, wie man es sich wünscht.“ Für August lagen die Zahlen des Statistischen Landesamtes gestern noch nicht vor. „Aber da das Wetter im August deutlich besser war als im Juli, sind wir sicher, dass auch der weitere Verlauf der Saison erfolgreich war. Dafür sprechen auch die Zahlen unserer zentralen Zimmervermittlung der TSMH.“

Die hat insgesamt ähnlich gute Wachstumsraten zu verzeichnen wie die amtliche Statistik. Die Buchungen, die über dieses System abgewickelt werden, betreffen hauptsächlich Übernachtungen in Ferienwohnungen und Ferienhäusern der Privatvermieter. Sechs Prozent mehr Buchungen als im Vorjahreszeitraum wurden bei der TSMH von Januar bis September registriert. Hohe Steigerungsraten gab es dabei im Januar mit zehn Prozent und Februar mit 14 Prozent. Im August wurde sogar ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erzielt. „Im Februar hat eine große Rolle gespielt, dass das Biikebrennen an einem Sonnabend stattfand und daher neben Tagesgästen auch viele Kurzurlauber die Reise nach Husum antraten, um die Biikefeuer am Dockkoog und in Schobüll zu erleben. Auch beim Krokusblütenfest haben sowohl Blüte als auch Wetter mitgespielt, so dass neben den Urlaubsgästen auch Tausende Tagesgäste in die Storm-Stadt kamen“, sagt Jutta Albert erfreut.

Am August-Wert hätten Spontanurlauber einen große Anteil gehabt – jene Gäste, die wenige Tage vor Reiseantritt aufgrund der Wetterlage entscheiden, wohin sie ihre Urlaubsreise antreten und sich dann, sofern das Wetter mitspielt, für eine Buchung an der Nordsee entscheiden. „Und während der Hafentage, die traditionell viele Tages- und Urlaubsgäste in die Stadt ziehen, wurde es in Husum richtig voll, auch weil das Wetter sommerlich war.“ Es sei kaum noch ein freies Quartier zu finden gewesen. „Da ist es von Vorteil, dass viele Buchungssysteme fast aller Tourismusorte an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins miteinander vernetzt sind, so dass die TSMH – etwa während der Hafentage oder der Messe Husum Wind im September – auch an anderen Standorten wie Nordstrand oder Friedrichstadt buchen konnte, als es vor Ort richtig eng wurde.“

Richtig voll war es oft auch in der Tourist-Information im Alten Rathaus. Rund 40.000 Gäste pro Jahr lassen sich dort beraten oder buchen spontan eine Unterkunft, sagt Jutta Albert. In diesem Sommer hätten die drei Mitarbeiter an manchen Tagen in der Hauptsaison allein am Counter mehr als 700 Gäste pro Tag über Stadt und Region informiert. Hinzu kommen unzählige Anfragen per E-Mail, Telefon und über das im Hintergrund arbeitende Call-Center.

Den Weg vor Ort in die Tourist-Information nutzen dabei hauptsächlich Gäste, die einen großen Beratungsbedarf haben oder zum ersten Mal nach Husum und an die Nordsee kommen. „Die Tourist-Information hat sich zu einem Info-Punkt entwickelt, dessen Beratungsleistung deutlich über das Stadtgebiet hinausgeht.“ Diese Beratung sei dabei ohne Kenntnisse der englischen Sprache schon seit langem nicht mehr möglich, denn knapp ein Fünftel aller Urlaubsgäste kommen inzwischen aus dem Ausland. Neben den Dänen – deren Anteil stetig wächst – und Gästen aus dem übrigen Skandinavien, berät die Tourist-Information auch Urlauber aus vielen anderen Ländern. „In diesem Jahr waren es besonders viele Schweizer, auch aus den französisch und italienisch sprechenden Landesteilen.“ Der Hauptgrund für den Aufenthalt sei dabei meist das Wattenmeer und das Bedürfnis der Gäste, Ebbe und Flut erleben zu wollen. „Wir sind sicher, dass der Welterbe-Status des Wattenmeeres und dessen Einzigartigkeit ein wichtiger Grund für die erhöhte Aufmerksamkeit der Nordseeregion im Ausland ist.“ Da Husum zentral an der Westküste liegt und im Vergleich zu den Inseln und Halligen auch leichter erreichbar ist, sei die Stadt häufig Ausgangspunkt, um die gesamte Nordsee Schleswig-Holstein zu erleben.

„Auch im Kongress- und Tagungs-Marketing sind wir weiterhin aktiv, in guter Kooperation mit der Messe Husum“, erläutert Jutta Albert. Am 26. November erwarte man mehr als 500 Touristiker aus ganz Schleswig-Holstein zum Tourismustag, der nach 2011 zum zweiten Mal im Nordsee-Congress-Centrum stattfindet. „Die TSMH ist nicht nur Sponsor der Veranstaltung, sondern wickelt auch die Übernachtungsbuchungen ab und ist für das Rahmenprogramm verantwortlich.“ Das diesjährige Thema „Tourismus Schleswig-Holstein. Zukunft digital: Grenzenlos und chancenreich“ sei natürlich auch eines, das alle, die im Tourismus wirken, umtreibe.

„Die Hauptsaison ist nach den Krabbentagen zwar beendet“, so Jutta Albert. Aber es seien immer noch Tages- und Urlaubsgäste vor Ort – vor allem, wenn die Sonne scheint. „Und am 23. November öffnet der Husumer Weihnachtsmarkt und leitet die Adventszeit mit vielen weiteren Veranstaltungen ein.“ Für die Zukunft hat sie einen wichtigen Wunsch: „Wir setzen darauf, dass die Wachstumsstrategie Husum-Tourismus 2025 trotz anderer aktueller Herausforderungen umgesetzt wird.“

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erstellt am 20.Okt.2015 | 13:00 Uhr

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