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Seezeichen-Tausch im Wattenmeer : Weniger Chance für Väterchen Frost

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seezeichen-Wechsel im Wattenmeer: Das Tönninger Wasser- und Schifffahrtsamt tauscht derzeit die Sommer- gegen unempfindlichere Eistonnen aus.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Auf Hochtouren laufen derzeit die Winter-Vorbereitungen für die Schifffahrt in Schleswig-Holsteins Wattenmeer. Um die Fahrwasser auch bei Eisgang zu markieren, tauscht das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Tönning die dicken, zweieinhalb Meter durchmessenden Sommer-Seezeichen gegen schlanke Winter-Markierungen um. Die Arbeiten laufen seit Mitte Oktober und sollen bis Ende November beendet sein, sagte Amtssprecher Asmus Plötz. Bei steigenden Temperaturen werden von März an die so genannten Eistonnen wieder durch Sommer-Tonnen ersetzt.

Das WSA ist für rund 600 Kilometer Fahrwasser von der Elbe bis zur dänischen Grenze zuständig. Die engen Fahrwasser im Wattenmeer ändern sich durch Sandverschiebungen ständig. Damit sich die Seefahrer trotzdem orientieren können, werden die Fahrwasser und gefährlichen Sandbänke oder Hafeneinfahrten gekennzeichnet.

Grund für den regelmäßigen Austausch der Seezeichen ist, dass sich bei Frost im flachen Wattenmeer relativ schnell Eisschollen bilden. Dieses Treibeis driftet mit dem Tidenstrom durch die Priele und die Fahrwasser und zerrt an den schwimmenden Seezeichen. Die Eisschollen haben solche Kraft, dass sie die Tonnen beschädigen und sogar zum Sinken bringen können.

Die Eistonnen bieten weniger Angriffsfläche und können in der Strömung einfach unter einer Eisscholle hindurch tauchen. Werden sie dennoch beschädigt oder reißen sich los, sind sie nicht so teuer wie die bauchigen Sommertonnen. Die kleinen Eistonnen können jedoch nicht das ganze Jahr über im Wasser bleiben, da die Seezeichen auch am Tag den Seefahrern den Weg weisen müssen. Trotz Satelliten-Navigation manövrieren viele Sportschiffer ohne technische Hilfsmittel nur nach Sicht. Sie sind darauf angewiesen, dass Tonnen ihnen den Weg durchs Wattenmeer weisen. Im Winter gibt es dort jedoch kaum Sportboote. Dann sind fast nur Fischer und die Berufsschiffer unterwegs.

Das erste schwimmende Seezeichen in deutschen Gewässern war im 14. Jahrhundert die „Schartonne“ – ein von Hamburger Kaufleuten in der Elbmündung als Navigationshilfe verankertes Eichenholzfass. Rund 700 Jahre später ist das WSA Tönning heute zuständig für knapp 600 beleuchtete und unbeleuchtete Seezeichen.

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