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TÜV-Bilanz in Husum und Umgebung : Wenig Probleme mit der Plakette

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Immer mehr Autos kommen ohne jede Beanstandung durch die Hauptuntersuchung – in Husum waren es im vergangenen Jahr 61 Prozent. Allerdings steigt auch die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln.

„Mehr als 61 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr bei unserer Husumer TÜV-Station die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue TÜV-Plakette“, sagt Erk Coltzau, Stationsleiter in der Robert-Koch-Straße 30. Und er hat noch mehr Statistik, auch aus dem Umland: In Garding bekamen mehr als 62 Prozent und in Breklum sogar 69 Prozent ihre Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit ohne Probleme. In Breklum fanden sich bei mehr als 67 Prozent gar keine Mängel am Wagen, in Husum liegt dieser Wert bei 57 Prozent und in Garding nur bei 53 Prozent. „Aber: 38,7 Prozent der Fahrzeuge, die in Husum, 37,3 Prozent derer, die in Garding und immerhin noch 30 Prozent derer, die in Breklum geprüft wurden, hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plakette aufs Nummernschild und das Siegel in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten.“ Absolut verkehrsunsicher waren in Husum nur 0,25 Prozent und in Breklum 0,08 Prozent. In Garding gab es sogar kein derartiges Fahrzeug. Und noch zwei Zahlen aus der TÜV-Statistik hat Coltzau parat: „Der durchschnittliche Pkw, der in Husum geprüft wurde, war 9,5 Jahre alt und hatte mehr als 123 000 Kilometer auf dem Tacho. In Garding waren es 10,8 Jahre und mehr als 128 000 Kilometer.“

Insgesamt konstatiert er wie die anderen TÜV-Nord-Sachverständigen auch für die aktuelle Statistik einen gegenläufigen Trend: „Einerseits steigt die Zahl der Autos mit erheblichen Mängeln deutlich an, andererseits gibt es aber auch immer mehr Fahrzeuge, die völlig mängelfrei kommen.“ Diese Schere würden die Experten schon seit langem beobachten. „Allerdings ist der Anstieg der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in diesem Jahr nur bedingt auf den schlechteren Zustand der Autos zurückzuführen“, sagt er. Vielmehr werde bei den TÜV-Prüfungen aktuell nach den Vorgaben der Hauptuntersuchung 2012 gearbeitet, die eine veränderte und vereinheitlichte Mängeleinstufung mit sich brachte und bei der einige vormals als gering eingestufte Mängel jetzt als erheblich gelten.

„Die Hersteller bauen gute Autos, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können“, erläutert Coltzau. „Leider kümmern sich aber zahlreiche Autofahrer nicht genug um die Wartung und die Pflege ihres Fahrzeuges. Sie lassen aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen regelmäßige Termine zur Inspektion oder Instandhaltung verstreichen und checken ihr Auto auch nicht selbst vor dem Fahrtantritt. Dann können schnell Mängel auftreten.“ Wer sich ein wenig um sein Auto kümmere und es in einer Fachwerkstatt warten lasse, könne der Hauptuntersuchung aber gelassen entgegen sehen.

Auch die Mängelgruppen deuten nach Ansicht von Coltzau auf mangelndes Problembewusstsein vieler Autofahrer hin. „Licht und Elektrik“ würden in der Statistik immer noch weit vorne liegen – und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei. „Insgesamt ergeben sich in der Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen ,Licht und Elektrik‘, ,Bremsen‘, ,Umweltbelastung‘ und ,Achsen, Räder und Reifen‘.“ Und – eigentlich nicht verwunderlich: Je älter die Fahrzeuge seien, desto höher sei auch die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine TÜV-Plakette bekommen. „Die durchschnittliche Laufleistung liegt jetzt bei drei Jahre alten Autos bei 49 825 und bei elf Jahre alten bei 138 534 Kilometern.“

Wer noch mit einer orangefarbenen TÜV-Plakette unterwegs ist, sollte sich schnellstens einen Termin geben lassen, mahnt Coltzau. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändere sich die Farbe der fälligen Plaketten auf Blau und dann sei schon farblich schnell erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. „Nach spätestens zwei Monaten ist ein Bußgeld fällig und später kommen sogar noch Punkte in Flensburg dazu.“ Unter Telefon 0800/ 8070600 oder online unter www.tuev-nord.de können Termine zur Hauptuntersuchung vereinbart werden.

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