Nordmord-Award-Verleihung in St. Peter-Ording : „Wellness für Krimi-Fans“

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Die Krimipreisträger gemeinsam mit Andreas Falkenhagen (ganz links) und Anja Marschall (Mitte): Gudrun Wiebke, H. Dieter Neumann, Cécile Ziemons, Kerstin Brichzin, Agatha vom Deich und Heidi Wagemann.
Die Krimipreisträger gemeinsam mit Andreas Falkenhagen (ganz links) und Anja Marschall (Mitte): Gudrun Wiebke, H. Dieter Neumann, Cécile Ziemons, Kerstin Brichzin, Agatha vom Deich und Heidi Wagemann.

In St. Peter-Ording wurde zum Abschluss der 5. Nordsee-Krimitage der NordMord-Award verliehen.

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14. Oktober 2018, 20:36 Uhr

St. Peter-Ording | Wenn es unheimlich wird in Schleswig-Holstein und Verbrechen an der Tagesordnung sind – dann ist NordMord-Zeit. Bereits zum dritten Mal, seit Krimi-Autorin Anja Marschall den Krimipreis des Nordens ins Leben gerufen hat, wurde gestern der NordMord-Award vergeben – in diesem Jahr in St. Peter-Ording. Die feierliche Verleihung im Dünen-Hus markierte den Höhepunkt und Abschluss der 5. Nordsee-Krimitage.

„Natürlich können wir bei diesem fantastischen Wetter nicht mit dem Strand konkurrieren“, meinte Constanze Höfinghoff, Chefin der örtlichen Tourismus-Zentrale, die das Preisgeld gestiftet hatte, zur Eröffnung. Trotzdem hatten sich genügend Krimi-Fans eingefunden, die fasziniert den mörderischen Geschichten der sechs Autoren lauschten, die für den Jurypreis und den Publikumspreis nominiert worden waren. Fünf Frauen und ein Mann, die jede Menge kriminelle Fantasie und Energie besitzen, um bei der Lesung ihrer Werke Spannung pur auf die Bühne zu bringen. Ein Mordsvergnügen für die Zuhörer: Denn jede Geschichte der sechs Autoren besitzt ihren ganz eigenen Charme, persönlichen Stil und Nervenkitzel. Und deutlich wurde: Hier waren Profis am Werk, alle eint, dass sie Erfahrung im Schreiben von Krimis haben.

Bei den Autoren, die für den Jurypreis nominiert waren, machte H. Dieter Neumann mit seinem Krimi „Dunkles Wasser“ das Rennen, eine Brudermord-Geschichte in einer Flensburger Fischerfamilie: düster, dramatisch, packend und wortgewaltig vom Autor vorgetragen, der in der Nähe von Flensburg lebt. Da bebte das Dünen-Hus. Der zweite Preis ging an Cécile Ziemons‘ „Schneetreiben“. Die Autorin lebt in Köln. Den dritten Preis sicherte sich Gudrun Wiebke aus Detmold mit „Kommissar Traudichs Zweifel und das kleine Mädchen“. Beim Publikumspreis hatten 5508 Leser ihre Stimmen abgegeben und mit überwältigender Mehrheit Agatha vom Deich und „Strandgut“ zu ihrem Top-Krimi gewählt, gefolgt von Kerstin Brichzins „Der Schatz von Rungholt“ und Heide Wagemanns „Tote Tante“.

Jury und Publikum hatten wieder die Qual der Wahl gehabt: 92 Kurzkrimis galt es zu lesen und zu bewerten. „Kultur braucht sehr engagierte Menschen“, meinte Anja Marschall nicht nur im Hinblick auf die Bewältigung des Lesestoffs und dankte dem Leiter der örtlichen Gemeindebücherei, Andreas Falkenhagen, für seinen kraftraubenden Einsatz bei der Organisation der Verleihung. St. Peter-Ording habe mit der Ausrichtung des 3. NordMord-Awards dazu beigetragen, „die Krimilandschaft in Schleswig-Holstein zu hegen und zu pflegen und uns einen Wellness-Nachmittag für Krimi-Fans beschert“, stellte Anja Marschall fest. Und zu diesem Wohlbefinden gehörte auch der stimmungsvolle, norddeutsche Folk von Inge Lorenzen und Volker Linde („Die Mollies“), die diese Preisverleihung musikalisch umrahmten.

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