zur Navigation springen

St. Peter-Ording : Weiter Blick über Land und Meer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Aussichtsplattform auf Maleens Knoll in St. Peter-Ording wird erneuert und voraussichtlich in der ersten November-Woche wieder zugänglich sein.

Weit reichte der Blick schon immer von der Magdalenenspitze in St. Peter-Ording – besser bekannt als „Maleens Knoll“ – Richtung Meer. Sie ist mit 17 Meter die höchste Düne im Badeort. Seit mehr als 40 Jahren steht dort eine Aussichtsplattform. Der Holzbau war nun marode geworden. Einsturzgefahr bestand, und Sicherheit für die Spaziergänger und die Aussicht Genießende war nicht mehr gegeben. Das galt auch für die Treppen und Wege. Zudem war zwar Richtung Seebrücke die Sicht noch einigermaßen, aber die inzwischen hoch gewachsenen Küstenkiefern verwehrten in andere Richtungen zusehends den Blick.

So hat sich die Tourismus-Zentrale (TZ) in Absprache mit dem Deich- und Hauptsielverband (DHSV), der für das Dünengelände verantwortlich ist, auf eine Gesamtmaßnahme verständigt. So sollten eine neue höhere Plattform mit Zwischendeck und neue Treppenzugänge von der Deich- und von der Landseite aus errichtet und ferner die Wege zur Düne befestigt werden. Beim Abbau und bei der Neuerrichtung der Plattform sowie beim Transport von Material war jederzeit der Landschaftsschutz zu beachten. Seit September arbeiteten Mitarbeiter des TZ-Bauhofs um Jürgen Reimers an der Umsetzung. Richard Merkner aus Kirchspiel Garding war mit technischem Gerät beim Einsetzen der neuen zwölf Pfähle behilflich. Sie sind zehn Meter lang und aus Lärche. Diese Holzart hat sich bei den klimatischen Bedingungen am besten bewährt. Drei Meter tief stehen sie nun im Dünensand. Die Plattformen haben voneinander wie auch vom Boden einen Abstand von 2,75 Meter. Die Pfähle ragten also mehr als 5,50 Meter in die Höhe und mussten nach dem Einsetzen zurechtgeschnitten werden. Die tragenden Balken im Unterbau zwischen den Pfählen sind aus Kiefer. Da sie bei größerem Stammquerschnitt zur Rissbildung neigt, ist sie für Pfähle nicht geeignet. Auch die übrigen Balken und die Treppen sind aus Lärche.

Natürlich ist das Gebiet aus Sicherheitsgründen abgesperrt. In der Regel waren Reinhard und Thomas Plähn sowie Heiko Richter und Manfred Widderich im Einsatz. Unterstützt wurden sie zeitweise von Thomas Hems und Wolfhart Ortmann. Arbeiten mit dem Minibagger erledigte Andreas Reichert vom Gemeindebauhof. Sie alle sind mit dem Arbeitsablauf zufrieden. „Wir hatten uns das schwieriger vorgestellt. Es ist ja die höchste Düne. Das Material musste schließlich hochgebracht werden“, sagte Reinhard Plähn. Mit dem Geländer hat die Aussichtsplattform selbst eine Höhe von mehr als sechs Meter. Die Einweihung ist für die erste November-Woche geplant.

Eine sagenhafte Geschichte rankt sich um St. Peter-Ordings höchste Düne, die Magdalenenspitze. Vor langer Zeit lebte ein junges Mädchen namens Maleen in St. Peter. Maleen war einem Seemann versprochen und sollte bald heiraten. Der junge Mann aber ging noch einmal auf große Fahrt. Ein Jahr verging. Es heißt, Marleen ging fortan jeden Abend zu der Düne, um nach ihrem Geliebten Ausschau zu halten. Dabei trug sie ihr Spinnrad mit sich, entzündete ein Licht und spann Wolle. Die Einheimischen gewöhnten sich an den allabendlichen Lichtschein. Eines Abends jedoch lag die Düne im Dunkeln. Maleen wurde tot hinter ihrem Spinnrad entdeckt. Wenige Wochen später wurde die Leiche eines Seemanns vor St. Peter angespült. Der junge Mann trug den gleichen Ring wie Maleen. Ihr Geliebter war zurückgekehrt und wurde zu dem Mädchen ins Grab gelegt. Der Sage nach trägt St. Peters höchste Düne seit dieser Zeit den Namen Maleens Knoll. Die Geschichte wird auf einer blauen Tafel der AG Orts-Chronik erzählt und kann nach Ende der Bauarbeiten an der Düne wieder nachgelesen werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen