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Sänger von Vierkanttretlager : Weihnachtssingle aus Husum: „Ich bin ein großer Prediger der Liebe“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wenn tausend Lichter brennen in der grauen Stadt am Meer: Sänger Max Richard Leßmann widmet Husum ein eigenes Weihnachtslied

Husum | Max Richard Leßmann ist ein Romantiker. Den Beweis dafür liefert nicht nur sein erstes Soloalbum „Liebe in Zeiten der Follower“ aus dem Sommer 2017, sondern auch sein Weihnachtslied „Wenn es Weihnachten wird“. Das Stück erzählt von einer Verflossenen, die inzwischen anderweitig glücklich liiert ist. Nur einmal im Jahr sieht sie der Erzähler in der Weihnachtszeit in seinem alten Heimatort Husum wieder. In Aristos Pub, wo er sich mit seinen Freunden zu treffen pflegt. Ist das autobiografisch? „In allen Songs steckt ein bisschen von mir“, druckst der Sänger, der deutschlandweit immer bekannter wird, herum. „In erster Linie erzähle ich aber eine Geschichte.“

Die scheint allerdings nah dran an der Realität zu sein. Bereits seit etlichen Jahren geht Leßmann am 24. und 25. Dezember und manchmal sogar noch am 26. Dezember in Aristos Pub, um ehemalige Wegbegleiter wiederzusehen. „Zu vielen habe ich gar keine Verbindung mehr“, gesteht er. „Ich teile mit ihnen nur ein, zwei Tage im Jahr, um in Erinnerungen zu schwelgen.“

Das gehört für den 25-Jährigen ebenso zu Weihnachten dazu wie ein ganz besonderes Familienritual: Am 24. Dezember schmückt die gesamte Familie Leßmann abends den recycelbaren Weihnachtsbaum, den Max’ Schwester üblicherweise baut. Die Geschenke werden dann erst am 25. Dezember morgens ausgetauscht: „Wir lehnen uns an die britische Tradition an.“

Auf jeden Fall braucht es für Leßmann Musik zum gemütlichen weihnachtlichen Beisammensein mit der Familie. Das gab für ihn den Ausschlag, ein eigenes Weihnachtslied zu schreiben. Das „Wenn es Weihnachten wird“-Video hat er vor vier Wochen in einer stürmischen Nacht auf dem Weg nach Husum und in der Stadt selber gedreht: „Ich wollte eine Art Roadtrip erzählen.“ Zu finden ist es unter anderem auf der Videoplattform Youtube.

Wegen des heftigen Winds waren die Dreharbeiten mit dem erst 18-jährigen Husumer Regisseur Bahne Beliaeff teilweise schwierig. Besonders heftig war eine Szene am Hafen: „Da musste ich mich richtig gegen den Wind lehnen.“ Zum Glück wurde es  entspannter, als er über die Neustadt in Richtung Aristos Pub marschierte.

Schade nur, dass der Speicher in diesem Video nicht zur Geltung kommt. Schließlich legte Leßmann, geboren in Paderborn, aufgewachsen in Kiel und Husum, heute in Berlin daheim, dort 2007 mit seiner Gruppe Vierkanttretlager den Grundstein für seine Musikerkarriere. Das zehnjährige Bandjubiläum wird am 23. Dezember mit einem längst ausverkauften Konzert in diesem Veranstaltungsort gefeiert: „Da werden wir selbstverständlich auch mein Weihnachtslied spielen.“

Dass Leßmann irgendwann mal eine so besinnlich-romantische Nummer singen würde, hätte er sich als Teenager wahrhaftig nicht träumen lassen. Während seiner Zeit an der Hermann-Tast-Schule war er ein ziemlich zorniger Jugendlicher, laut und wütend: „Ich bin damals keinem Konflikt aus dem Weg gegangen – weder mit Mitschülern noch mit Lehrern.“

Doch das ist lange her. Inzwischen hat Leßmann die Seiten gewechselt: „Ich bin ein großer Prediger der Liebe geworden.“ Der in Husum am liebsten am Hafen oder am Dockkoog ist. Besonders bei stürmischem Wetter: „Ich mag es, wenn ich vom Wind ein taubes Gesicht bekomme.“

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