Event in Husum : Weichen für Kulturnacht gestellt

Elfen locken tagsüber zum Besuch der Husumer Kulturnacht.
Elfen animierten im vergangenen Jahr tagsüber zum Besuch der Husumer Kulturnacht.

Nach drohendem Aus: Eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe plant unter Hochdruck für das kommende Jahr. Und die Stadt hat bereits signalisiert, dass Gelder fließen werden. So stehen die Zeichen gut, dass es nach der diesjährigen Zwangspause weiter geht.

shz.de von
12. Juni 2014, 12:00 Uhr

„Schade!“ Das war die erste Reaktion vieler Husumer Kulturträger, nachdem die Tourismus- und Stadtmarketing GmbH (TSMH) im Januar angekündigt hatte, die Kulturnacht nicht länger organisieren zu können. Aber: Husum ohne diese etablierte und sehr erfolgreiche Marke? Schwer vorstellbar. „Das können wir nicht aufgeben“, waren sich die zuletzt mehr als 20 öffentlichen und privaten Mitstreiter der Kulturnacht einig. Ihr Kampfgeist war geweckt. Und scheint jetzt Früchte zu tragen.

„Zwar muss in diesem Jahr die Kulturnacht ausfallen“, bedauert der Geschäftsführer des Museumsverbundes, Dr. Uwe Haupenthal. So kurzfristig habe keiner in die Bresche springen können: „Und eine halbgare Sache wollen wir nicht.“ Im nächsten Jahr aber können sich die Besucher wieder ihre Lieblingsstationen aus dem breit gefächerten Angebot herauspicken und eine spannende Nacht lang Kultur tanken. „Anfang Juli 2015 steht als Termin“, bestätigt Museums-Mitarbeiterin Franziska Horschig: „Und zwar v o r den Sommerferien.“ Das ist neu – und hat seinen Grund: „Die Kulturnacht richtet sich vor allem an die Husumer und den Großraum Husum“, erklärt Haupenthal. Die Statistik zeige, dass kaum Touristen von dem Angebot Gebrauch machen. „Es macht daher Sinn, einen Termin zu wählen, bei dem viele Husumer noch nicht in die Ferien gereist sind“, argumentiert der Museumsverbunds-Chef und hofft: „Es könnten dann sogar noch mehr Leute kommen als sonst.“

Dass der Zug für die Kulturnacht nicht endgültig abgefahren ist, liegt am Engagement jener Kulturschaffenden, die sich auf Initiative des Nordsee-Museums dort regelmäßig treffen, um die Weichen für das Überleben des Events zu stellen: Eine kleine Arbeitsgruppe aus ganz unterschiedlichen Partnern hat das Steuer in die Hand genommen und will mit ehrenamtlichem Engagement den Job meistern, den die TSMH nach eigenem Bekunden organisatorisch nicht mehr leisten kann (wir berichteten). Der Kreis, der sich für die Husumer Kulturnacht stark macht, ist klein, hochmotiviert und kompetent. So wurde auch eine Eventmanagerin für das Projekt gewonnen, die sich ehrenamtlich um Finanzplan und Marketing kümmert. Noch offen ist dagegen die Organisationsstruktur. „Angedacht ist die Gründung eines eigenen Vereins, mit Bürgerbeteiligung“, führt Haupenthal aus. Andererseits werde auch die Ansiedlung bei der Stadt nicht ausgeschlossen. Würde diese als Veranstalter auftreten und die Organisation an die Arbeitsgruppe delegieren, wären Haftungs- und Versicherungsprobleme über die Stadt geregelt. „Ein Verein wäre beweglicher, letztlich auch in seiner Rechtsform und bei der Annahme von Spendengeldern“, gibt Haupenthal zu bedenken. Bleibt aber die Frage, ob eine Vereinsgründung die Stadt von der Veranstalterrolle abhalten könnte. Bisher ist keine Entscheidung gefallen: „Darüber müsste ganz demokratisch ein Plenum abstimmen“, findet der Museumsverbunds-Chef und denkt dabei an alle öffentlichen und privaten Kulturträger, die sich an der Kulturnacht beteiligen.

Die Kosten, die durch das Drucken und Verteilen von Flyern und Plakaten sowie Gema-Gebühren entstehen, sind überschaubar: „Eine kalkulierbare Größe, die kein riesiges Risiko birgt“, meint Haupenthal. Zumal die beteiligten Kulturträger ihr Programm selbst finanzieren. Sponsoren sollen auch wieder gewonnen werden. Und die Stadt hat bereits signalisiert, dass Gelder fließen.

Einer Kulturnacht 2015, so scheint es, steht nichts im Wege. Inhaltliche Überschneidungen mit der Kultur21-Messe im Nordsee-Congress-Centrum schließt die Arbeitsgruppe aus: „Dieses Festival in Kreisträgerschaft bietet Kulturschaffenden aus ganz Nordfriesland ein Forum und ist völlig anders strukturiert“, sagt Franziska Horschig. Nicht zuletzt aufgrund der Örtlichkeit. Die Kulturnacht repräsentiert dagegen die Husumer Innenstadt und ihre kulturelle Vielfalt. Nach der Zwangspause in diesem Jahr soll 2015 neu durchgestartet werden.



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