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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2017 | 05:48 Uhr

Wege aus der Armutsfalle

vom

Das Projekt "Frau und Beruf" informierte über Möglichkeiten der finanziellen Absicherung im Alter

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Husum | Endlich im wohlverdienten Ruhestand und alles das tun können, was man früher schon wollte? Das klappt leider lange nicht immer. Denn die Aussicht auf die Zeit nach dem Beruf ist für viele ein Albtraum: Renten auf Harzt-IV-Niveau versprechen wenig Lebensqualität.

Auf Einladung von Meike Hansen und Silvia Zupelli vom Projekt "Frau und Beruf" referierte Gesa Hatje vom Kieler Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung zum Thema "Sekt oder Selters - Weitsicht bei der Alterssicherung". Anschaulich stellte sie dar, wie die persönliche Rentenhöhe der gesetzliche Rentenversicherung durch die Berechnung von Entgeltpunkten, aber auch durch Anrechnung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten bis hin zur Berücksichtigung von Minijobs beinflusst wird - und was das insbesondere für Frauen bedeutet. "Es ist eine einfache Rechnung - eigentlich: persönliche Entgeltpunkte plus aktuellem Rentenwert und Rentenartfaktor ergeben die Höhe der Rente", so Hatje. So einfach stellt sich die Berechnung in der Praxis dann aber doch nicht dar. Daher gab die Referentin den Zuhörerinnen den Rat, eine individuelle und persönlich auf sie zugeschnittene Rentenauskunft bei den dafür autorisierten Rentenberatern einzuholen.

Die Anwartschaften eines durchnittlichen Rentenzahlers hätten 2010 für Frauen im Westen bei 500 Euro und im Osten bei 701 Euro gelegen. "Im Osten gab es durchgehende Berufsbiographien, wie sie im Westen nicht üblich waren, daher der höhere Betrag", erläuterte sie. Für viele hieße das, einen Minijob anzunehmen, um überleben zu können. "Es gibt immer mehr Frauen mit diesem Schicksal." Die Armen der Zukunft seien alleinerziehende Mütter, Geringverdienerinnen, Arbeitslose und Kleinselbständige. "Es ist erschreckend, wie manche Frauen leben müssen. Sie vegetieren unterhalb der Armutsgrenze - und aus Schamgefühl sind sie oft nicht einmal bereit, zu Ämtern zu gehen, um sich in ihrer Situation Unterstützung zu holen."

Die zweite Referentin, Kirsten Petersen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, schlug in dieselbe Kerbe. Die Beratungspraxis zeige, dass Altersarmut oft weiblich und hier der Aufklärungsbedarf besonders hoch sei, sagte sie. Mit ihrem Vortrag wandte sie sich an die Frauen, um Möglichkeiten des Vermögensaufbaus, öffentliche Förderwege und Fragen rund um die Rister-Rente zu beantworten. Sie wies sowohl auf Chancen als auch auf Risiken von Anlageprodukten hin. "Geldanlage ist wichtig, aber auch heikel - geht etwas schief, kann das richtig weh tun." Ihr eindringlicher Rat war, niemals alles auf eine Karte zu setzen und beim Kauf auf die Kosten zu achten, aber vor allem Finanzvermittlern nicht blind zu vertrauen. Fonds - ob Renten- oder Aktienfonds - seien kein adäquates Mittel der finanziellen Aufbesserung bei Niedrigeinkommen. "Behalten Sie das magische Anlagedreieck Rendite - Sicherheit - Verfügbarkeit stets im Auge", mahnte sie eindringlich.

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