Insel Pellworm : Weg frei für SPD-Bürgermeister

Das neue Pellwormer Bündnis will für frischen Wind in der Kommunalpolitik sorgen.
Das neue Pellwormer Bündnis will für frischen Wind in der Kommunalpolitik sorgen.

Die Wählergemeinschaft Pellworm ist das Zünglein an der Waage. Sie unterstützt die Kandidatur von Norbert Nieszery (SPD).

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22. Mai 2018, 10:00 Uhr

Seit Jahrzehnten fest in CDU-Hand bekommt die Insel Pellworm nun aller Voraussicht nach am 12. Juni einen SPD-Mann als Gemeindeoberhaupt. Es ist der 57-jährige Norbert Nieszery, der von 2008 bis 2016 noch SPD-Fraktions-Chef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern war. Die Wählergemeinschaft Pellworm (WGP) – während SPD und CDU je vier Vertreter stellen, ist sie mit drei Sitzen in der neu gewählten Gemeindevertretung Zünglein an der Waage – kündigte über Pfingsten an, die Kandidatur des Sozialdemokraten für den Bürgermeister-Posten zu unterstützen: „In einer kurzfristig einberufenen Versammlung haben wir uns mit großer Mehrheit entschlossen, den SPD-Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, Norbert Nieszery, mitzuwählen“, hieß es via Facebook.

Während der WGP-Vorsitzende Rolf Holsteiner gestern nicht zu erreichen war, bestätigte Norbert Nieszery auf Anfrage unserer Zeitung die kommunalpolitische Weichenstellung. „Es ist ein schöner Erfolg – für mich, vor allem aber für die SPD“, sagte er. Bei den Gesprächen mit der WGP, die in einem „guten Klima“ stattgefunden hätten, habe man sich in groben Zügen auch darüber verständigt, wie die Insel insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht weiterentwickelt werden könne. Dabei gehe es vor allem um Regionalvermarktung und -marketing: „Wir wollen eine eigene Inselmarke kreieren“, so Nieszery, um nachhaltig, ökologisch und regional erzeugte Produkte künftig zu vermarkten und so auch touristisch noch attraktiver zu werden. Zügig umgesetzt werden sollen demnach auch Maßnahmen, um den sozialen Wohnungsbau voranzubringen. Für Arbeitnehmer und Normalverdiener müsse es auch in Zukunft vernünftigen Wohnraum auf Pellworm geben, machte er angesichts steigender Preise deutlich.

Von einer „bitteren Geschichte für uns“, sprach gestern der Pellwormer CDU-Vorsitzende Nico Nommsen. Er selbst sei „total enttäuscht“ – auch, weil Norbert Nieszery im Vorfeld der Kommunalwahl nicht als Bürgermeister-Kandidat benannt worden war und selbst kein Mandat errungen habe, während Martin Jansen mit offenem Visier für die CDU angetreten sei. Der Hintergrund: Die SPD hatte erst intern den Weg für ihren Bürgermeister-Aspiranten freimachen müssen, indem ein Fraktionskollege auf sein Mandat verzichtete (wir berichteten). Ungeachtet dessen richtet Nommsen den Blick nach vorn: „Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wir nehmen die Herausforderung an“, betont er. Aber: „Wir müssen auch mit der SPD im Gespräch bleiben – im Interesse der Insel.“

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