Zwei Stadtwerke und die neue „NF Energie“ : Weg frei für kommunalen Strommarkt

Handschlag zwischen den neuen Partnern Benn Olaf Kretschmann (l.) und Rüdiger Wiese.
Handschlag zwischen den neuen Partnern Benn Olaf Kretschmann (l.) und Rüdiger Wiese.

Die Stadtwerke Husum und Niebüll rücken zusammen und haben eine gemeinsame Gesellschaft gegründet: Mit ihrer neuen „NF Energie“ kaufen sie sich in Windparks ein.

Avatar_shz von
19. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Die Stadtwerke Husum GmbH und die Stadtwerke Niebüll GmbH haben eine gemeinsame Gesellschaft gegründet: die Nordfriesland Energie GmbH & Co. KG (kurz: „NF Energie“). Die Gründung der „NF Energie“ sei ein erster Schritt zu einer engeren Kooperation der beiden Stadtwerke. „Wir sehen in einer intensiveren Zusammenarbeit die Möglichkeit, größere Projekte zu stemmen, um so die Position von Unternehmen mit kommunaler Beteiligung in der Region zu stärken“, betonte Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum, bei einem Pressegespräch in Husum.

Die beiden Partner sind mit jeweils 50 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt. „Wir wollen mehr Strom selbst erzeugen – und das aus erneuerbaren Energien“, fügt Rüdiger Wiese hinzu. Er ist der Chef der Niebüller Stadtwerke. „Wir sichern uns durch Beteiligungen an Windparks Erzeugungskapazitäten und damit die Möglichkeit, unsere Kunden langfristig mit Strom aus der eigenen Region versorgen zu können.“

Als erstes wird das neue Unternehmen 26,4 Prozent an der P  &  T Windpark Bokel/Ellerdorf GmbH & Co. KG erwerben: Ihr gehören Parks in Bokel-Ellerdorf und in Sillerup. Verkäufer dieses Anteils ist die wpd onshore GmbH & Co. KG. in Bremen. Insgesamt drehen sich in beiden Parks acht Windräder mit einer Nennleistung von 20,25 Megawatt. Der „NF Energie“ steht aus ihrer Beteiligung eine „Stromernte“ zu, die ausreicht, um den Energiebedarf von rund 3700 Haushalten zu decken. Am Montag soll der Vertrag in Hamburg unterzeichnet werden. Auch am Windtestfeld Nord in der Südermarsch bei Husum sind die beiden Stadtwerke beteiligt.

„Wir sind überzeugt davon, dass wir die regionale Energiewende gemeinsam effektiver und effizienter gestalten können“ , erklärte Rüdiger Wiese. Sowohl die Kunden als auch die Region würden von diesem Zusammenschluss profitieren. „Wir reinvestieren die vor Ort erwirtschafteten Gewinne in Klimaschutz-Projekte in der Region“, verspricht Kretschmann: „Der Klimaschutz ist einer unserer ganz großen Herausforderungen für die Lebensbedingungen nachfolgender Generationen.“ Schleswig-Holstein sei für die Windenergie prädestiniert. „Diesen Standortvorteil wollen wir als ‚NF Energie‘ bei den geplanten Windpark-Beteiligungen nutzen.“ Für die Stromkunden ändert sich mit dem Zusammenschluss nichts, versicherten die beiden Geschäftsführer. „Aber wir planen, Bürger an den Windparks zu beteiligen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen