Aufwendiges Verfahren : Wattforum züchtet Seepferdchen

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Sie sind empfindliche Tierchen: Seepferdchen. Bei ihrer Aufzucht muss vor allem mit dem Futter alles ganz genau stimmen. Im Wattforum in Tönning werden zurzeit 16 langschnäuzige Exemplare gehegt und gepflegt.

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05. Mai 2015, 07:00 Uhr

Als der Beutel dick wurde, hat Aquarienleiter Birger Kreutz den schwangeren Seepferdchen-Vater aus der Ausstellung des Tönninger Multimar-Wattforums in Quarantäne gebracht. Mitte April war es dann soweit: 16 langschnäuzige Seepferdchen kamen in einem Kleinaquarium zur Welt. Sie sehen aus wie kleine, schwarze Striche, sind aber vollständig entwickelt. „Die Aufzucht von Seepferdchen ist sehr aufwendig, denn alle Umweltbedingungen müssen stimmen“, erklärt Birger Kreutz und führt aus: „Seepferdchen fressen in den ersten vier Wochen kleine Krebslarven. Dieses Jahr haben wir gute Erfolgsaussichten, weil das Plankton die richtige Zusammensetzung hat. Es wird etwa drei Monate dauern, bis die Jungtiere aus dem Gröbsten heraus sind.“

Schon seit zehn Jahren werden im Wattforum Seepferdchen aufgezogen – 2008 waren es sogar 150 kurzschnäuzige. Dafür reichten die Aquarien nicht aus, deshalb wurden „Pferdchen“ an andere Ausstellungen in Norddeutschland abgegeben. Der Austausch funktioniert aber auch in umgekehrter Richtung. So sind von Mitte Mai an in Tönning 21 kurzschnäuzige Seepferdchen aus Karlsruhe zu sehen.

Seepferdchen kommen in fast allen tropischen und gemäßigten Meeren vor. Im Ärmelkanal leben sowohl kurz- als auch langschnäuzige Seepferdchen. Im Watt sind sie seltene Irrgäste, die durch die Gezeitenströmung dorthin getrieben werden und keine Chance haben, zu überleben. Schon mehrfach haben ausfmerksame Krabbenfischer die kleinen Tiere gefangen und ins Multimar gebracht.

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