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Gelbes Meer: China plant Weltnaturerbe : Wattenmeer verbindet Welten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Chinesische und europäische Nicht-Regierungsorganisationen tauschen sich in Nordfriesland aus. Chinesische und europäische Nicht-Regierungsorganisationen tauschen sich in Nordfriesland aus.

Mit mehr als 9000 Quadratkilometern ist das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer vor der deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküste das größte Ökosystem seiner Art in der Welt. Aber auch im Gelben Meer, das im Norden und Westen an China und im Osten an Korea grenzt, gibt es relativ flache Gewässer mit Ebbe und Flut. „Und vergleichbar mit der Nordsee hat auch das Gelbe Meer ausgedehnte Wattflächen“, erläutert Anja Szczesinski vom WWF Deutschland. Zusammen mit Vivian Fu von der Hongkong Birdwatching Society nimmt sie an einem Austauschprogramm zwischen chinesischen und europäischen Nicht-Regierungsorganisationen teil, dem „EU-China NGO Twinning Program“. Insbesondere die Vogelbeobachtung, aber auch die Themen Bildung und Umweltbewusstsein stehen dabei auf der Agenda. „Die einzigartige Vogelwelt an der deutschen Küste ist vergleichbar mit unserer“, erzählt die 32-jährige Koordinatorin für den chinesischen Teil des Programms. Aber es gibt Unterschiede in der Naturschutzarbeit: „Während bei uns zwei Mal im Monat Vögel gezählt werden, gibt es diese Möglichkeit rund um das Gelbe Meer nur einmal“, weiß Anja Szczesinski. „Ich möchte Vogelzähler ausbilden, damit wir mehrmals im Monat Zählungen durchführen können“, wünscht sich Vivian Fu für die Zukunft. Und: „Die Verantwortung für das Wattenmeer sollte gemeinsam angepackt werden.“ Während ihres mehrwöchigen Aufenthalts in Deutschland besuchte sie auch das Multimar Wattforum in Tönning und die Hallig Südfall. Schon in den nächsten Tagen wird Vivian Fu die Heimreise nach Hongkong antreten – mit im Gepäck tiefe und bleibende Eindrücke. Besonders die Kooperation zwischen Regierungs- und nichtstaatlichen Organisationen und deren Zusammenarbeit untereinander hat sie beeindruckt. In dieser Hinsicht gebe es noch Nachholbedarf in China. Aber das Umweltbewusstsein wachse und Regierungspläne, das Gelbe Meer als Unesco-Weltnaturerbe anzumelden, seien ein großer Sprung nach vorn. In wenigen Wochen startet Anja Szczesinski dann zum Gegenbesuch nach China. „Ich bin sehr gespannt, welche Eindrücke ich mit nach Hause nehmen werde“, sagt sie.

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