Starkregen in Nordfriesland : Wasser läuft in Häuser und überschwemmt Straßen

Bei Oldersbek ist die Straßenmeisterei im Einsatz.
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Bei Oldersbek ist die Straßenmeisterei im Einsatz.

Nach dem Starkregen in der Nacht zu Mittwoch stehen Wiesen und Straßen unter Wasser. Die Feuerwehr pumpt Teiche und Keller aus.

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03. Januar 2018, 20:03 Uhr

Viele Wiesen rechts und links der Bundes- und Landstraßen im Kreisgebiet gleichen Mittwoch kleinen Seenplatten oder sind aufgeweicht und schlammig. Mancherorts sind Straßen überschwemmt, und das Wasser ist von den Wiesen in tiefergelegene Häuser gelaufen.

Die Pegelmessstationen Arlau und Soholmer Au melden jeweils einen guten Meter über dem Mittelwert. Der Boden ist übersättigt und der Starkregen der vorletzten Nacht stellt die Entwässerungsrohre und die Kanalisation Nordfrieslands auf die Probe.

So ist in Schwabstedt die Freiwillige Feuerwehr am Morgen im Einsatz, da große Wassermassen in zwei Gebäude eindringen. In einem Strom sucht sich die Flut den Weg über zwei Grundstücke und dringt letztlich durch die am tiefsten liegende Tür ein. Die Feuerwehrleute sichern die Hauseingangstür mit Sandsäcken und pumpen das Wasser auf die Straße ab. Das Nachbargrundstück „gleicht einem Fluss“, teilt der Pressewart via Facebook mit. Dort staut die Wehr die Wassermassen auf und lenkt sie über in einen Teich. Um da wiederum ein Überlaufen zu verhindern, pumpt sie das Teichwasser auf ein Feld.

 

Auf der B 200, Höhe Immenstedt, zieht sich die Überschwemmung teilweise über eine Strecke von 100 Metern. Das bremst auch den Verkehrsfluss aus. Die Straße muss nicht gesperrt werden, die Autos und Lastwagen können die riesige Pfütze umfahren.

Die Feuerwehr pumpt die Wassermassen nahe Immenstedt von der einen zur anderen Straßenseite.
Foto: Von Brocken

Die Feuerwehr pumpt die Wassermassen nahe Immenstedt von der einen zur anderen Straßenseite.

Dort ist ebenfalls die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz, um das Wasser von der einen Seite der Straße auf die andere zu pumpen. Der kleine Teich ist zu einem See gewachsen. „Das Rohr, durch das das Wasser von der einen Seite der B 200 auf die andere Seite fließen soll ist zu eng für die Menge Wasser“, berichtet Kreisbrandmeister Christian Albertsen. „Die umliegenden Häuser sind noch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.“

Auch einige Kilometer weiter nördlich kämpfen die Bewohner mit den Nachwehen des Regens. In Pobüll ist ebenfalls die Hauptabflussleitung überfordert, so dass das Wasser von unten aus den Gullis hochdrückt. Selbst der Nachklärteich läuft kaum ab. Das Wasser sucht sich von den umliegenden Koppeln seinen Weg auf die Grundstücke und von dort erneut auf die Straßen.

In Pobüll sind die Nachwehen des Starkregens deutlich zu spüren.
Foto: Silke Schlüter

In Pobüll sind die Nachwehen des Starkregens deutlich zu spüren.

 

Zudem muss die Bredstedter Straße bei Högel am Vormittag vorübergehend gesperrt werden, da die Wassermassen, die Überfahrt unmöglich machen, teilt Christian Kartheus, Polizeisprecher mit. Auch in Schwesing im Mildstedter Weg ist die Fahrbahn zum Teil überschwemmt und der Verkehr wird behindert. „Gemeindearbeiter sorgen dafür, dass das Wasser abfließt“, so Kartheus. In Oldersbek arbeitet die Straßenmeisterei daran, dass das Wasser auf der Fahrbahn abfließt.

Kreisbrandmeister Christian Albertsen beschreibt die Gesamtlage gestern als entspannt. „Der Starkregen ist soweit durch. Jetzt muss die Chance genutzt werden, dass das Wasser abläuft.“ Hätte es noch zwei Nächte so weitergeregnet, das wäre fatal gewesen, sagte Albertsen. Er rät dazu Abwasserrinnen zu säubern.

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