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Kontroverse in Garding : Was wird aus der Tourist-Information?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Fachausschuss der Stadt spricht sich für den Erhalt der Anlaufstelle für Urlauber am Marktplatz aus, ist aber uneinig über die künftige Finanzierung. Nun soll sich eine eigens gebildete Arbeitsgruppe mit diesem Thema befassen.

Wie geht es mit der Tourist-Information am Marktplatz in Garding weiter? Darüber diskutierten die Mitglieder des städtischen Wirtschafts- und Tourismus-Ausschuss in ihrer Sitzung intensiv. Während sich alle einig waren, dass sie erhalten bleiben muss, da der Fremdenverkehr der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Region ist, spaltete die Frage der Finanzierung die Anwesenden. Am Ende wurde eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, sich mit diesem Thema zu befassen und eine Lösung zu erarbeiten.

Und das möglichst schnell. Denn die Zeit drängt. Die Stadtvertreter sollen in ihrer Sitzung am 16. September darüber beschließen. Schließlich wird die Tourismus-Zentrale Eiderstedt (TZE) mit Sitz in Garding zum Ende des Jahres aufgelöst. An ihre Stelle tritt zum 1. Januar die Lokale Tourismusorganisation Eiderstedt (LTO) mit Sitz in St. Peter-Ording. Bislang waren TZE, TI und Tourismusverein Garding alle unter einem Dach am Marktplatz der Mommsen-Stadt untergebracht. Die TZE hat bislang die Geschäfte für die beiden anderen mit geführt und dafür von diesen einen Zuschuss bekommen, wie Bürgermeister Ranjet Biermann in der Sitzung erklärte.

Biermann favorisierte eine ganzjährige Besetzung der TI mit 1,8 Stellen. Sie übernimmt die Zimmervermittlung und die Betreuung der Gäste vor Ort. Er gab zu, dass der Erlös aus der Zimmervermittlung in Zeiten von Online-Buchung immer weiter zurückgehe, von 2006 bis 2012 um 50 Prozent. Aber: „Bei weniger Stellen sollten wir es lassen. Ein bisschen TI geht nicht, dazu sind die Anforderungen zu groß.“ Derzeit gebe es zwei gute halbe Stellen sowie eine dreiviertel Stelle und eine Urlaubsvertretung. „Wir brauchen jetzt einen Beschluss, sonst machen wir den Laden zum 1. Januar dicht“, mahnte er.

Die SPD-Fraktion stieß sich an dem Finanzierungskonzept. „Hier spricht sich niemand gegen die TI aus“, betonte Michael Katryniak. „Aber wir haben eine Unterdeckung von 80 000 Euro. Es ist angedacht, die Fremdenverkehrsabgabe von
31 000 auf 50 000 Euro zu erhöhen. Dann müsste auch die Bettenabgabe steigen. Wir wollen nichts übers Knie brechen, sondern ein vernünftiges Konzept.“ Und der Ausschuss-Vorsitzende Tim Clausen (SPD) fragte: „Tragen die Gardinger Betriebe die Erhöhung mit?“ Und Kay-Uwe Cornils wollte wissen, was die Kommunalaufsicht dazusagen würde, wenn die Stadt Garding die Unterdeckung aus eigener Tasche finanzierte. Schließlich hängt der Ort mit seinen knapp 2500 Einwohnern schon seit Jahren am Finanztropf des Landes, da er seinen Haushalt nicht aus eigener Kraft ausgleichen kann. „Wir wollen die TI, aber eine Erhöhung der Fremdenverkehrsabgabe lehnen wir ab“, betonte Cornils.

Anja Wienicke (CDU) warf ein: „Wer die TI kennt, weiß, dass sie gut arbeitet. Je besser der Service, desto mehr Gäste bleiben. Das lässt sich nicht in Betten und Übernachtungen umrechnen. Wir müssen das finanzieren.“

Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste merkte an, dass viele Touristinformationen in Deutschland gerade vor dem Aus stehen, weil ihnen die Finanzierung aus der Zimmervermittlung wegbricht. Manche erhöhten die Abgaben, andere versuchten sich mit pfiffigen Ideen, wie einer Aktiengesellschaft, wieder andere schlössen Verträge mit großen Quartiersvermittlern. Eine Lösung hatte er nicht parat, meinte aber, dass es eine gebe.

Simoneit hatte zuvor den Sachstand bei der LTO dargestellt. Gegenwärtig gehe es um die Rechtsform, favorisiert werde eine GmbH. Weitere Themen seien die Detailplanung für das Marketing und das künftige Handlungskonzept. Die LTO wird die Vermarktung der Halbinsel übernehmen. Die Betreuung der Gäste vor Ort bleibt den Fremdenverkehrsvereinen und den Touristinformationen überlassen. Sie erhalten dabei aber Unterstützung von der LTO.

Zu Beginn der Sitzung hatte Carolin Kühn kurz über Neuerungen im Stadtmarketing berichtet. So werde die Homepage überarbeitet, ein Garding-App vorbereitet, und es gebe jetzt einen Autosticker.

 

 

 

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erstellt am 11.Sep.2013 | 17:00 Uhr

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