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Kiesabbau in Norstedt : Was wird aus den Dorfstraßen?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Einwohner von Norstedt wurden über den geplanten neuen Kiesabbau in der Gemeinde informiert. Schwere Lastwagen werden dann künftig durch den Ortsteil Spinkelbüll rollen.

. Kiesabbau in großem Umfang und das mitten im Dorf – was bedeutet das für die Anlieger? Mit dieser Frage setzen sich derzeit die Bewohner des Ortsteils Spinkebüll auseinander, denn dort möchte das Kieskontor H. W. Dohle in den nächsten Jahren – wenn nicht gar Jahrzehnten – Flächen für seine Zwecke nutzen.

„Erste Probebohrungen haben ergeben, dass der Kies an dieser Stelle sehr gut ist“, führte Jürgen Dohle im Rahmen einer Einwohnerversammlung vor rund 40 Bürgern aus. Seiner Darstellung nach sollen die Kieslaster das größere der beiden Felder (Ecke Lottenweg/Schlackenweg) über die Verbindungsstraße Haaks anfahren. Die kleinere Fläche liegt ein Stück weiter südlich, an einem ebenfalls schmalen Weg. Da auf beiden Straßen ein Begegnungsverkehr zwischen größeren Fahrzeugen nicht möglich ist, kam bei den Betroffenen die Sorge auf, dass diese Wege den Belastungen auf Dauer nicht standhalten könnten. Neben der Frage, ob Ausweichbuchten dieses Problem vielleicht lösen könnten, wurde auch die Befürchtung laut, dass es aufgrund des Kiesabbaus möglicherweise zu einer Grundwasserabsenkung kommen könnte – und in den Folgejahren dann zum Verkauf angrenzender Ländereien, die durch den Kiesabbau an Attraktivität verlieren werden.

Ein Bürger forderte die Gemeindevertretung auf, einem Ausverkauf der Flächen vorzubeugen, vor allem aber als „Herrscher des Verfahrens“ die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens mit denen der Anwohner sorgfältig abzuwägen. Zusätzlich sei zu prüfen, ob in der weiteren Umgebung des Dorfes nicht auch noch andere passende Flächen zur Verfügung stehen. „Ich bin nicht sicher, ob wir das Vorhaben überhaupt verhindern können“, so die vorsichtige Antwort von Bürgermeister Volker Carstensen, während Gemeinderats-Mitglied Jonny Carstensen dafür plädierte, nicht immer nur die Ängste zu schüren, sondern auch die Vorteile ins Auge zu fassen. Dazu zähle ohne Frage die Wasserfläche, die durch den Kiesabbau – ähnlich wie in Kolkerheide – entstehen kann: Ein See in Spinkebüll – das mag für manchen durchaus verlockend klingen.

Mit der Erkenntnis, dass das Vorhaben ohnehin schon im Großen und Ganzen durch sei und gar nicht in der Einwohnerversammlung hätte diskutiert werden müssen, ging es nach einem knappen Exkurs zu den Bürgerpflichten bei der Reinigung der Straßen, Bürgersteige und Gullys zum nächsten Punkt des Abends: dem Breitbandausbau in Norstedt.

Es gab es erfreuliche Nachrichten. Mit den aktuell vorliegenden Vertragsabschlüssen für mehr als 90 Haushalte sei das Erreichen der Mindestquote von 68 Prozent bereits so gut wie sicher. Vermutlich, so Gemeindevertreter Roland Thomsen, werde diese nach den beiden noch ausstehenden Terminen zur Vertragsunterzeichnung am 23. und 30. März bei mehr als 80 Prozent liegen. „Wir können heute mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit sagen: Norstedt wird dieses Jahr ans Glasfasernetz angeschlossen“, verkündete er stolz. Die Baggerarbeiten sollen im Mai beginnen.

Zu guter Letzt kam ein aktuelles Problem auf den Tisch. Da der bisherige Schwimmbad-„Hausmeister“ Kai Carstensen aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, sucht die Gemeinde für die nächste Saison dringend einen Nachfolger. Dessen vielfältige Aufgaben beinhalten zum Beispiel das Leeren und Füllen der Becken, die Grundreinigung, tägliche Kontrollen hinsichtlich Filter, Wasserqualität und Chlorgehalt, das Rasenmähen und kleinere handwerkliche Tätigkeiten, die ein gewisses technisches Verständnis voraussetzen. Der Zeitaufwand läge bei maximal einer Stunde pro Tag, hieß es. Der Bürgermeister hofft nun, dass sich Interessierte bei ihm melden. Zusätzlich werden für Juni bis August noch freiwillige Schwimmbadaufsichten gesucht. Wenn nicht alle Schichten besetzt werden – speziell an den Sonnabenden – müsse das Bad im Sommer eventuell auch mal geschlossen bleiben, so die Mahnung. „Pool-Watcher“ melden sich bei Erik Sönksen, Telefon 04843/2418.

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