Fernbus Husum-Flensburg : Was läuft schief auf Linie 1044?

Siegrid Marxen an der Haltestelle Moorschift.
Siegrid Marxen an der Haltestelle Moorschift.

Wieder haben Busfahrer nicht an der Haltestelle Moorschift gestoppt.

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29. Juni 2018, 12:00 Uhr

Lange Zeit ging alles gut, doch jetzt hat Siegrid Marxen an der Haltestelle Moorschift wieder Probleme mit einem Fernbus der Linie 1044 zwischen Flensburg und Husum gehabt: „Ich wollte zurück in die Stadt und habe extra nah am Haltestellen-Schild gestanden und mit meiner Fahrkarte gewunken“, erzählt die 70-jährige Husumerin betrübt, die einmal in der Woche ihre Mutter im Pflegeheim Huus Moorschift besucht. Doch der Bus sei einfach vorbeigefahren. „Glücklicherweise hat mich dann ein Autofahrer, der gerade auf die B 200 abbog, mitgenommen. Sonst hätte ich nicht gewusst, wie ich nach Hause gekommen wäre.“

Siegrid Marxen fährt schon seit geraumer Zeit kein Auto mehr, sondern verlässt sich auf die Nahverkehrsangebote in der Region. Und ist dabei manchmal leider verlassen. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr war sie bei der Hinfahrt zum Pflegeheim zwei Mal nicht aus dem Bus gelassen worden (wir berichteten). Die Fahrer stoppten nicht an der Haltestelle Moorschift, sondern brausten durch bis zur Haltestelle Augsburg – mit der Begründung, dass sie wegen des fließenden Verkehrs nicht hätten anhalten können. Ganz davon abgesehen, dass sie die 200 Meter zurück laufen musste, hatte sich so auch der Fahrpreis von 1,50 auf 2,95 Euro verdoppelt, weil zwischen den beiden Haltestellen die Grenze für den innerstädtischen Tarif verläuft. Der Bus verlässt den Bereich Husum und fährt in den Bereich Schwesing ein.

Jetzt also die andere Fahrtrichtung: „Kurz vorher war noch ein zweiter Bus durchgefahren, aber der Fahrer hatte mich nur übersehen und ein paar hundert Meter weiter doch angehalten“, berichtet sie. „Der hat sich dann 1000 Mal bei mir entschuldigt und hat das bestimmt nicht mit Absicht gemacht.“ Im anderen Fall aber ist sie sicher, gesehen worden zu sein, und wollte sich auch entsprechend beschweren. „Ich habe die Autokraft über die Nummer, die an der Haltestelle vermerkt war, angerufen und bin an eine sehr aggressive Frau geraten“, erinnert sich Siegrid Marxen. „Die hat behauptet, dass dort überhaupt keine Haltestelle wäre und hat mich überhaupt nicht zu Wort kommen lassen, so dass ich den Sachverhalt gar nicht erst schildern konnte.“ Sie habe das Telefonat dann entnervt beendet.

„Das geht gar nicht“, bewertet Angelika Theidig von der Pressestelle der DB Autokraft die Vorfälle. „Natürlich ist da eine Haltestelle und Fahrgäste müssen dort jederzeit in beiden Richtungen ein- und aussteigen können.“ Was passiert sei, sei sehr ärgerlich und dürfe keinesfalls vorkommen. „Wir können uns da nur entschuldigen. Und wir werden alle Fahrer auf dieser Linie noch einmal anweisen, dass dort zu halten ist.“

Wobei Siegrid Marxen nicht die einzige ist, die mit Schwierigkeiten an der Haltestelle kämpft. „Wir haben auch schon mehrere Fälle gehabt, wo Mitarbeiter aus Husum von den Busfahrern nicht herausgelassen worden sind mit der Begründung, das sei hier gar keine offizielle Haltestelle“, so Frank Nothbaar, der Leiter des Huus Moorschift. Stadteinwärts sei die Beförderung kein Problem, nur stadtauswärts.

Allerdings ist die Haltestelle in Fahrtrichtung Husum auch nicht das Gelbe vom Ei. „Da ist keine geteerte Fläche, wo man stehen könnte“, sagt Siegrid Marxen. Sie gehe schon immer so nah wie möglich an die Fahrbahn heran, damit der Busfahrer sie nicht übersieht. „Aber die Autos sind da alle recht schnell. Und ich habe Angst, überfahren zu werden.“

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