Sechs Monate Schweigen : Warten im Rathaus auf die Polizei

Im ehemaligen Verwaltungssitz stehen genügend Räume zur Verfügung.
Foto:
Im ehemaligen Verwaltungssitz stehen genügend Räume zur Verfügung.

Friedrichstadt bietet der Polizei Räume in zentraler Lage an, doch das Gebäudemanagement des Landes rührt sich nicht. Seit nunmehr einem halben Jahr warten die Stadt und das Amt Nordsee-Treene auf eine Reaktion, da die Polizei gerne umziehen möchte.

von
26. Juni 2014, 13:00 Uhr

Es steht direkt am Marktplatz, unmittelbar vor der Eingangstür gibt es Parkplätze und nur knapp 20 Meter entfernt können auf dem Marktplatz reichlich Autos abgestellt werden. Eine bessere innerstädtische Lage gibt es wohl nicht, als die Immobilie Rathaus der Stadt Friedrichstadt. Kein Wunder also, dass die Polizei in der Stadt davon angetan war, als das Angebot zur Nutzung des Rathauses eintraf. Auch die übergeordnete Flensburger Polizeidirektion hält das Rathaus im Zentrum für einen idealen Stationsstandort. Bislang nämlich ist die örtliche Ordnungsmacht in der Ostermarkstraße untergebracht. Zwar auch zentral, aber unmittelbar am Marktplatz im Herzen der Stadt, das wäre nach Einschätzung der Beamten doch optimal.

Das Angebot an die Polizei steht bereits seit Anfang dieses Jahres, denn mit dem Auszug des Hauptstandesamtes aus dem Rathaus in das Mildstedter Amtsgebäude, stehen in dem großen Haus viele Räume leer. Untergebracht sind dort lediglich noch das Bürgermeisterbüro mit Vorzimmer, das Ordnungs- und Bauamt sowie ein Büro für die Friedrichstadt-Beauftragte des Amtes Nordsee-Treene.

„Wir haben noch nicht über eine Raumaufteilung gesprochen, die Polizei müsste ihren genauen Bedarf anmelden und könnte dann beispielsweise die ganze untere Etage nutzen“, sagt etwa Bürgermeister Eggert Vogt. Und auch Sandra Rohde, Amtsbeauftragte für Friedrichstadt, unterstreicht: „Noch wurde weder über Kosten noch Räume gesprochen.“

Allerdings bemüht sie sich seit dem Okay der Polizeidirektion um eine Vermietung des Rathauses. Dabei allerdings muss die 1999 gegründete Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) mitspielen. Sie ging aus den bisherigen Landesbauverwaltungen hervor. Die GMSH nimmt die Bauherren- und Planungsaufgaben des Landes und des Bundes innerhalb Schleswig-Holsteins wahr. Des Weiteren ist sie für die Bewirtschaftung von Landes- und Bundesliegenschaften verantwortlich und sorgt für die Beschaffung von Material und Leistungen für alle Landesbehörden. So sind alle Hausmeister von Landesliegenschaften wie Amtsgerichten, Finanzämtern deren Angestellte im Bereich Bewirtschaftung. „Doch die GMSH rührt sich nicht“, beklagt Sandra Rohde. „Seit einem halben Jahr laufe ich quasi gegen Gummiwände.“ Mal, so Sandra Rohde, hätten angeblich noch keine Unterlagen der Polizei vorgelegen, dann wiederum lägen keine Aufträge vor. Was Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiterin aber besonders ärgert: Auf die Einladung, das Gebäude einmal in Augenschein zu nehmen, habe es keinerlei Reaktion gegeben, „und das seit einem halben Jahr“, klagt die Friedrichstadt-Beauftragte.

Vor drei Jahren habe es einen ministeriellen Erlass gegeben, erläuterte die Verwaltungsfachfrau, dass die GMSH Objekte vor Anmietung genau unter die Lupe nehmen müsse. Doch auch dafür soll es keinen Auftrag geben, obwohl genau dazu von Amt und Stadt schon vor Monaten eingeladen worden sei. Von Seiten der GMSH war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen